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Onassis, Sinatra und dann ins Brenners
Ausnahmsweise präsentiert sich Frederick di Georgiou einmal in ganz legerer Kleidung.  Foto: Hecker-Stock
20.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Conny Hecker-Stock

Baden-Baden - Frederick di Georgiou blickt auf ein bewegtes musikalisches Leben zurück, das ihn quer durch die Kontinente führte. Wenn sich der musikalische Direktor des Brenners Park-Hotels & Spa am kommenden Donnerstag, 23. August, nach 24 Jahren verabschiedet, dann geht der renommierte und sehr beliebte Hauspianist mit einem Benefizkonzert.

Für das stimmungsvolle Programm, das bei gutem Wetter in der sommerlichen Kulisse des Hotelparks stattfindet, wird er international bekannte Künstler mit klangvollen Stimmen aufbieten. Der Erlös des Abends fließt auf seinen Wunsch hin an die Buchtunger Tierhilfe.

Allein die Geburt des Pianisten wäre reif für eine Bühneninszenierung. Auf Wunsch seines Vaters, eines Diplomaten griechisch-italienischer Abstammung im Verteidigungsministerium, sollte der Filius auf italienischem Boden das Licht der Welt erblicken. Doch er weilte just mit seiner Gemahlin, einer italienischen Gräfin, im Urlaub in Hellas, als der Sohnemann ins Leben drängte. Für den modern eingestellten Papa war es keine Frage, seinen Junior entgegen der gängigen Familienpraxis nicht nach dem Opa zu benennen. Er schlug eine musikalische Enzyklopädie auf, tippte wahllos mit dem Finger auf eine Seite und landete bei Frederic Chopin, erzählt Frederick di Georgiou im BT-Gespräch.

Der Filius war gerade zweieinhalb, als er die Melodie seiner Klavier spielenden Mutter bereits mitsummte. Sehr bald schon wollte das Kind selbst spielen, doch nur bei guten Schulnoten wurden ihm fünf Minuten täglich gewährt, da half alles lautstarke Zetern nichts. Bereits als Siebenjähriger spielte er für seine Mutter zu schnell, ganz allmählich war seine tägliche Dosis am Flügel im Minutentakt erhöht worden. Als Frederick di Georgiou mit 13 Jahren zusammen mit der Familie zurück nach Griechenland ging, übte er bereits acht Stunden pro Tag und wurde in eine Meisterklasse am Athener Konservatorium aufgenommen. Heute nennt er vier Diplome für Musik und ein Wirtschaftsdiplom sein eigen.

Sein Professor befand ihn bald schon reif für einen Soloauftritt. "Da gab es eine große Aufregung in der Stadt um das Wunderkind, die meisten Besucher waren einfach Neugierige und keine Musikexperten", erzählt di Georgiou schmunzelnd. Vier Zugaben wurden verlangt, das Konzert ebnete ihm den Weg zu dem Dirigenten Andreas Paredis, der zu seiner Zeit wie Karajan verehrt wurde.

Neben seinen musikalischen Erfolgen war di Georgiou ein hervorragender Sportler, der für die Nationalmannschaft sehr erfolgreich im Schwimmen und beim Wasserball antrat. Nach seinem Stipendium am Mozarteum in Salzburg diente er beim Militär als Fallschirmjäger, wo er es bei den Blauhelmen im Krieg der Türkei gegen Zypern bereits als 30-Jähriger bis zum General brachte. Seine musikalische Laufbahn führte ihn zu dem griechischen Multimillionär Aristoteles Onassis, dem er auf dessen Insel Skorpios bis zum tragischen Tod dessen Sohnes drei Monate lang Popsongs am Klavier vorspielte.

Bei seinen Soloauftritten in weltberühmten New Yorker Hotels wurde di Georgiou angesprochen, der Pianist von Frank Sinatra sei erkrankt, was er locker konterte: "Sorry, aber ich bin kein Arzt." Doch schnell wurde man sich einig, und für die kommenden zwei Jahre war nun er der Mann am Flügel in der Las-Vegas-Show Sinatras mit Tony Bennett.

Musikalischer Direktor im Brenners Park-Hotel wurde er per Zufall. Er weilte dort als Gast und wurde von Dr. Oetker nach seinem launigen Vorspiel sofort engagiert, allerdings hatte er noch einen dreimonatigen Vertrag in Sardinien abzuleisten. Seither erfüllte er die musikalischen Wünsche der Gäste an der Bar oder bei unzähligen Events wie Hochzeiten oder Partys. Auch wenn er jetzt kürzer treten will, der Flügel wird ihn weiter begleiten in seinem aufregenden Leben.

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