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Seltene und besondere Autos im Sucher
Immer auf der Suche nach besonderen Sportwagen: Carspotter Julian Bergamini (links) und Yannick Fricke.  Foto: Frasch
21.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Werner Frasch

Baden-Baden - Für Außenstehende ist auf den ersten Blick nicht leicht nachvollziehbar, was Carspotter an ihrem ausgefallenen Hobby so fasziniert. Sie sind stets auf der Suche nach seltenen, besonderen Autos, fotografieren sie, stellen die Aufnahmen ins Netz und hoffen auf möglichst viele Follower. Das bringt Ansehen in der Community.

Den Auto-Kennern entgeht nichts, ständig haben sie den Blick auf die Straßen gerichtet, oder ihr Auge streift über die Blechkarossen auf Parkplätzen. Manchmal steigert der Sound eines herannahenden Fahrzeugs ihre Spannung und lässt sie sofort zum Smartphone oder Fotoapparat greifen, um ja den richtigen Moment zum Abdrücken nicht zu verpassen.

Das ist auch bei Julian Bergamini aus Gernsbach und Yannick Fricke aus Muggensturm so. Beide Auto-Enthusiasten haben sich dem Carspotting verschrieben. Bergamini ist darin bereits seit einigen Jahren erfahren, Fricke erst seit kurzem aktiv. Die fotografische Ausbeute laden sie auf ihren Instagram-Account hoch und kommen über dieses Netzwerk mit Spezialisten in Kontakt - Carspotting ist ein weltweites Phänomen. Bergamini postet unter carspotter_blackforest_2 und hat so schon viele Freunde gefunden wie er sagt. Fricke will seinen Account unter Yannick_001 weiter ausbauen und neben Bildern auch kurze Texte ins Netz stellen. Mit siebzehn Jahren gehören sie zwar nicht zu den jüngsten, allerdings auch nicht zu den ältesten Carspottern.

Auf ihren Streifzügen durch die Welt der teuren und schönen Autos erleben sie manches. Zum jüngsten vierstündigen "Beutezug" durch die Straßen und Parkhäuser von Baden-Baden ist Bergamini aus Gernsbach mit dem Bus angereist. Fricke kam von Muggensturm mit dem Sportrad. Im Gegensatz zu sonst ist es diesmal am Ausgangspunkt der Tour wenig ergiebig. Bereits wenige Schritte weiter erregt jedoch auf Höhe des Festspielhauses eine weiße Mercedes-Limousine AMG C 43 die Aufmerksamkeit. Cardriver und Carspotter kennen sich offenbar, winken einander kurz zu, das Fahrzeug biegt in eine Seitenstraße ein und hält an. Alle drei sind sofort in eine Fachsimpelei verwickelt. Der Fahrer, ein Anlageberater aus einer Kreisgemeinde, freut sich darüber, dass den beiden Autokennern sofort die Besonderheit seines Gefährts auffällt. Die Faszination geht von den Felgen aus: eine Kombination aus Chromteilen, auf die ein golden glänzender Stern montiert ist, vielleicht etwas bizarr, aber auffallend. "Ich bin kein Sticker-Fan und mag es eigentlich bescheiden, aber ein Alleinstellungsmerkmal muss sein", beschreibt der stolze 22-jährige Autobesitzer seine Intension. Auch die Höchstgeschwindigkeit von über 250 Stundenkilometern, die er nur hin und wieder ausreizen kann, gehört dazu. Ein Audi Q 7 ist, da nur mit Standardfelgen ausgestattet, weniger interessant. Den neuen Q 8 würde Bergamini dagegen gerne treffen. "Er hat was", so sein anerkennender Kommentar. Im Vorbeigehen wird ein BMW XSM erkannt, er fällt durch seinen Doppelauspuff auf. Ein Audi R 8 V 10 plus, ein BMW M 5, ein Bugatti Chiron ergänzen die fotografische Sammlung.

Aus einem ganz anderen Grund erregt ein Porsche 924S Interesse. Rot leuchtend steht er zwischen meist schwarz lackierten Neuwagen im grellen Sonnenlicht auf dem obersten Parkdeck eines Parkhauses. Sein stolzer Besitzer freut sich über das Interesse der jungen Autoliebhaber und öffnet, obwohl unter Zeitdruck und gerade im Wegfahren begriffen, die Motorhaube. Für die Kenner ist es natürlich keine Überraschung: Das Fahrzeug hat einen Motor, an dem man noch richtig schrauben kann. Die Ausfahrt aus dem Parkhaus wird mit wehmütigen Blicken verfolgt.

Carspotter sind keine einsamen Nerds, die sich in Typenlisten und technische Details vertiefen. "Man muss sich mit dem Thema auseinander setzen", sagt Bergamini. Ihn stört es, wenn etwa die Lackierung eines Fahrzeugs und die Innenausstattung farblich nicht harmonieren. Gefragt nach seiner eindrucksvollsten Begegnung in der jüngsten Zeit, antwortet er nach längerem Nachdenken: "Der McLaren-Besitzer, dessen knallgelbes Auto ich vor zwei Wochen in der Schillerstraße fotografiert habe, lud mich zu einer Spritztour ein, das war schon eindrucksvoll." Getoppt hat dieses Erlebnis jedoch ein Koenigsegg-Treffen in der Kurstadt. Eine Mitfahrgelegenheit in einem der legendären Hypercars, die nicht unter einer Million Euro erhältlich sind und nur in wenigen Stückzahlen montiert werden, hat sich natürlich nicht ergeben. Dafür durfte Bergamini im Mercedes-AMG A 45 einer niederländischen Carspotterin hinter der Koenigsegg-Kolonne mitfahren. Die Fahrt ging auch durch Gernsbach. Von Mitarbeitern des Meetings konnte er zudem zwei Original-Koenigsegg-Wasserflaschen ergattern. Eine davon hat er leer getrunken, die andere bleibt ungeöffnet ein Souvenir an dieses einmalige Erlebnis.

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