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"Gute Sache" bleibt größtenteils ungenutzt
Gähnende Leere: Dieses Bild beschreiben meist auch die BT-Leser, die sich zum Thema Mitfahrbänke äußern.  Foto: Ernst
25.08.2018 - 07:29 Uhr
Von Nina Ernst

Baden-Baden - Mitfahrbank. In großen Lettern prangert dieses Wort auf insgesamt drei Bänken in Geroldsau und Lichtental. Das Prinzip: Draufsitzen und warten, bis man mitgenommen wird. Vor rund einer Woche hat die Lokalredaktion diese Bänke getestet, hat darüber berichtet und forderte dann die BT-Leser auf, ihre eigenen Erfahrungen zu teilen. Nachfolgend eine ernüchternde Zusammenfassung.

Die Erfahrung aus dem Selbstversuch, nämlich innerhalb von drei Stunden weder mitgenommen zu werden noch jemanden auf den Bänken sitzen zu sehen, scheint keine Seltenheit zu sein, wie aus Zuschriften von Lesern hervorgeht. Und doch sind sich die Schreiber einig, dass die Idee hinter den Bänken, die in Geroldsau an der Schule, an der Geroldsauer Mühle sowie am Lichtentaler Brahmsplatz stehen, eine gute ist. Die gebürtige Geroldsauerin Cornelia von Loga schreibt etwa: "Ja, die Mitfahrbänke sind eine lobenswerte Initiative." Und auch Regina Laux hält die Mitfahrbänke für eine "wunderbare Idee". Gleichzeitig bricht sie eine Lanze für die Geroldsauer: "Bei Gesprächen mit Baden-Badener Leuten bekam ich öfters zu hören: Die Idee ist gut, aber die Geroldsauer sind ,ein Völkchen für sich, das wird nichts!' Dazu kann ich nur sagen: Die Geroldsauer sind freundliche, hilfsbereite Menschen wie die meisten anderen auch. Vielleicht braucht so eine gute Sache einfach noch Zeit!"

Allem Anschein nach hapert die praktische Umsetzung, jemanden mitzunehmen, daran, dass die Bänke "meistens leer" sind, wie uns Anneliese Grenke schreibt. Zu Beginn habe sie oft geschaut, ob jemand warte, nach durchweg erfolglosen Blicken "achte ich jetzt nur noch selten darauf, ob da jemand sitzt". Und auch Regina Laux beobachtet, dass "die drei gelben Bänke nie besetzt sind!"

Jürgen Schmitz beschreibt Ähnliches: "Meine Frau und ich pendeln zu unterschiedlichen Zeiten täglich von Geroldsau nach Karlsruhe und fahren auch sonst sehr oft zwischen den Standorten der Bänke hin und her. Gerne würden wir Mitfahrer mitnehmen, aber es sitzt sehr, sehr selten überhaupt jemand auf der Bank." Sehr selten, aber immerhin kann Schmitz auch von erfolgreichen Mitnahmen berichten: "Viermal habe ich eine Mitfahrerin mitgenommen, zweimal nach Geroldsau, zweimal zum Brahmsplatz." Jedoch habe er auch schon gehalten, und die Personen wollten gar nicht mitgenommen werden oder hätten nicht verstanden, warum er überhaupt gehalten habe. Dazu hat er einen Vorschlag: "Vielleicht würde es helfen, wenn an den Bänken noch ein Schild angebracht wird, auf dem das Mitfahrsystem erklärt wird."

Elyane Huwer meint, das Projekt sei vor allem deshalb erfolglos, "weil die Versicherungsfrage für viele recht unklar ist." Auch im Selbstversuch hatten Passanten diese Bedenken geäußert. Cornelia von Loga macht insbesondere die Sicherheit als Hindernis aus. Sie schreibt: "Ich als Frau würde mich nicht in das Auto eines Unbekannten setzen. Auch meinen Kindern würde ich dies tunlichst untersagen. Auch würde ich als allein fahrende Frau keinen mir unbekannten Mann mitnehmen, der auf der Bank sitzend auf eine Mitfahrgelegenheit wartet." Die Mitfahrbänke seien ein "gut gemeinter Versuch", um das Problem - "Ohne Auto ist man in Geroldsau aufgeschmissen" - anzugehen. Aber: "Das Problem (...) müsste viel tiefer an der Wurzel gepackt werden." Besitze man kein Auto oder sei man minderjährig sei man auf Bus oder Rad angewiesen. Jedoch: "Leider gibt es in Geroldsau keinen Fahrradweg." Und: "Die Straße, die durch Geroldsau führt, ist die B500. Eine insbesondere in den Sommermonaten stark frequentierte Bundesstraße (...)."

Von Loga wünscht sich für Geroldsau "die Schaffung eines durchgängigen, sicheren Radwegs" und "ein Durchfahrtsverbot für Schwerlastverkehr". Den Wunsch nach einer besseren Busverbindung teilt sie mit Elyane Huwer. Huwer: "Man kann sich wundern, dass ein so erfolgreiches Projekt wie die Geroldsauer Mühle, die von der Stadt wohlwollend befürwortet wurde, von der Busanbindung so schlecht ist. (...) Ausgerechnet am Abend (...) hört der Busverkehr Richtung Augustaplatz auf. (Line 245 um 18.20 Uhr, Linie 204 um 18.43Uhr)" Sie fordert eine Korrektur der Fahrpläne und hat folgende Idee: "Die überprivilegierte Anbindung von Lichtental durch die Linie 201 im Zehn-Minuten-Takt (...) könnte in einem Zwölf-Minuten-Takt (...) geändert werden und somit viele Busse freisetzen zugunsten anderer Linien."

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