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64 Prozent der Fläche Baden-Badens gehören der Stadt
'Schattendasein' mit vielen Pflichten: Andrea Droll und Franz Burgard. Foto: Zorn
28.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Der größte Baden-Badener Grundbesitzer ist die Stadtverwaltung, der rund 64 Prozent des gesamten Stadtkreises gehören. Ein großer Teil davon wird von dem kleinen Fachgebiet Liegenschaften verwaltet: Das achtköpfige Team hat besonders mit dem An- und Verkauf von Grundstücken und den damit verbundenen Verhandlungen viel zu tun.

Man könnte die Stadt schon als Großgrundbesitzer bezeichnen, schließlich gehören ihr etwa 90 Quadratkilometer der Gesamtfläche Baden-Badens. Doch übermäßigen Reichtum kann man ihr deshalb nicht unterstellen, denn verkaufen könnte sie rein theoretisch nur einen kleinen Teil davon.

Rund 76 Quadratkilometer des kommunalen Areals - also mehr als 84 Prozent - werden auch als Stadtwald bezeichnet. 3,4 Quadratkilometer der Stadtfläche benötigt man für Straßen und Wege. Hinzu kommt ein weiterer Quadratkilometer für Parkanlagen und Gärten. Bleiben also etwa 9,6 Quadratkilometer, die aus 4465 unbebauten (auch landwirtschaftlichen) Flächen und bebauten Grundstücken bestehen. Jahr für Jahr werden vom städtischen Fachgebiet Liegenschaften, das in einem schönen Altstadtgebäude in der Gernsbacher Straße untergebracht ist, zahlreiche Grundstücke angekauft und veräußert - unter dem Strich bleibt dabei aber die Größenordnung des kommunalen Grundbesitzes unverändert.

Wenn die Stadt bestimmte Grundstücke kauft, dann dient das der allgemeinen Baulandbevorratung oder man verfolgt damit ganz bestimmte Ziele wie etwa im Bereich des Straßenbaus oder der ökologischen Ausgleichsmaßnahmen. "Überwiegend handelt es sich dabei um land- und forstwirtschaftliche Flächen", betont Fachgebietsleiterin Andrea Droll und fügt hinzu: "Wir kaufen nach dem Verkehrswert."

Eine ganz spezielle Rolle kommt dem Fachgebiet hierbei im Rahmen des städtischen Wohnbauflächenmanagements zu, das die Entwicklung von Baugebieten und -grundstücken beschleunigen will unter anderem durch Setzung von Prioritäten, Bauverpflichtungen und dem Ankauf von Grundstücken durch die Kommune. Hierbei stehe man aber noch ganz am Anfang, unterstreichen Droll und ihr Stellvertreter Franz Burgard. Bislang habe man für das Wohnbauflächenmanagement sechs Grundstücke im Rebland und im Westen der Stadt kaufen können.

Dass Bemühungen zur verstärkten Bereitstellung von Baugrundstücken in der Kurstadt dringend erforderlich sind, erfahren die Mitarbeiter des Fachgebiets Liegenschaften fast ständig angesichts einer Flut von Kauf-Anfragen aus der Bevölkerung. Aber anbieten könne man diesbezüglich momentan nichts, so Droll. Daher hoffe man sehr, dass die Entwicklung von Baugebieten wie Stöcke-Nord in Sandweier, wo das ganze Gelände der Stadt gehört, schnell voranschreitet.

Grundsätzlich seien Grundstücksverhandlungen eine langwierige Angelegenheit, sagt die Fachgebietsleiterin, denn bis zum Vertragsabschluss beim Notar "ist es oft ein weiter Weg".

Zu den Aufgaben des Fachgebiets Liegenschaften zählt auch die Begründung von Erbbaurechten für städtische Grundstücke, was aber zurzeit wegen der Zinslage wenig gefragt sei. Verhandeln muss man mit Grundstückseigentümern auch häufig über Nutzungsrechte für Wege und Leitungen. Verwaltet werden vom Liegenschaftsteam nur die unbebauten Grundstücke, während städtische Gebäude in der Zuständigkeit eines eigenen Fachgebiets liegen.

Andrea Droll und ihre Mitarbeiter kümmern sich auch um den städtischen Mietspiegel. Außerdem bietet das Fachgebiet seit 2015 wegen der Schließung des Grundbuchamtes die Möglichkeit zur Grundbucheinsicht. Dieses Angebot stößt auf großes Interesse - Droll spricht von mehr als 600 Fällen im Jahr. Auch wenn sie ihrem kleinen Fachgebiet ein "Schattendasein" bescheinigt, so werden hier doch viele wichtige Aufgaben wahrgenommen.

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