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Mehrheit gegen Sabotage und für Blitzer-Einsatz
31.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Harald Holzmann

Baden-Baden - Die klare Mehrheit der BT-Leser, die in den vergangenen Tagen ihre Meinung zum Rund-um-die-Uhr-Einsatz des Blitzer-Anhängers "Enforcement Trailer" geäußert haben, halten den Einsatz für gerechtfertigt und lehnen Sabotage-Aktionen gegen das Gerät ab. Jedoch halten viele die von der Stadtverwaltung getroffene Auswahl der Blitzer-Standorte nicht für glücklich.

Das Thema lässt die Baden-Badener Autofahrer nicht kalt. Das BT hatte gefragt, ob die Leser den Einsatz des Geräts begrüßen oder ob sie die Vorgehensweise der Stadtverwaltung für Abzockerei halten. Außerdem wurde darüber berichtet, dass es in jüngster Zeit immer wieder Sabotage-Aktionen gegen das Gerät gibt. Zudem wollten wir wissen, was die Leser davon hielten, wenn im BT vorab die Standorte des Blitzers bekanntgegeben würden. In der Folge eine kleine Auswahl der Antworten:

Manfred Buchdunger findet, dass der Blitzer-Anhänger eine sehr nützliche Sache ist. Auch wenn er persönlich schon geblitzt worden sei, halte er das Vorgehen der Stadtverwaltung nicht für eine Abzocke, schreibt er. Allerdings bedauert er, dass das Gerät keine Motorräder erfassen kann. "Die Gegner sollten mal nachts bei uns in der Rheinstraße sein, wenn hier die Autos mit erhöhter Geschwindigkeit durchrauschen und enormen Lärm verursachen", meint er. Für Sabotageakte hat er keinerlei Verständnis.

Auch Fred Schorpp aus der Traubenstraße hält den Einsatz "grundsätzlich für richtig und gut", auch wenn er selber schon ertappt worden sei, zu schnell gewesen zu sein. Als Rentner sei er oft zu Fuß unterwegs und könne die Raserei von einigen Autofahrern beobachten. "Diese Leute sind unbelehrbar und deshalb halte ich auch nichts davon, im BT vorzuwarnen", meint er.

"Warum möchten sich die Menschen nicht an Regeln halten? Dann bräuchten wir keine Blitzer", schreiben Anita und Ortwin Michel. "Wir sind für den Einsatz rund um die Uhr. Ohne Regeln geht es nicht." "Mein Prinzip, ganz simpel", meint auch Ludwig Kellner. "Ich möchte, dass in meiner Straße Tempo 30 eingehalten wird. Konsequenterweise muss ich mich auch andernorts an Geschwindigkeitsvorgaben halten. Für mich gilt demnach: keine Abzocke." Das findet auch Olaf Hohmann: "Das Gerät ist mit Sicherheit der Verkehrssicherheit dienlich. Wenn der eine oder andere notorische Raser sein Verhalten dadurch ändert, ist schon etwas erreicht."

"Von mir aus könnten da zehn Blitzer stehen"

Gisela Erbslöh meint: "Von mir aus könnten im Stadtgebiet zehn dieser Blitzer stehen oder mehr. Die Selbstverständlichkeit, mit der sich zahlreiche unserer Mitbürger über die Regeln und Gesetze unserer Gesellschaft hinwegsetzen und ihr Verhalten als "ihr gutes Recht" betrachten, gibt längst Anlass zur Sorge. Ebenso besorgniserregend erscheint mir die Wut, mit der sich offenbar viele über den Blitzer äußern. Auch Adelheid Hollmann schreibt: "Von Abzocke der Autofahrer kann hier nicht die Rede sein. Wer so egoistisch und rücksichtslos ist, muss bezahlen. Anders ist diesem Verhalten nicht beizukommen." Sie wohnt in der Gallenbacher Straße und meint: "Auch wir hoffen dringend auf den Enforcement Trailer."

Roland Gerstner findet es "großartig", dass Baden-Baden den Blitzer-Anhänger angeschafft hat. "Baden-Baden handelt. Andere Gemeinden lassen ihre 30er-Zonen zur Outlaw-Area verkommen. Wer glaubt, das ist Geldmacherei, der sollte sich diese Frage nochmals angesichts der Toten von Gaggenau stellen." Saboteure machten sich durch ihre Aktionen mitschuldig an eventuellen Toten künftiger Unfälle, meint er. "Ich finde den Blitzer-Anhänger sehr gut, er dient als Erziehungsmaßnahme", meint Arwed Fritz. "Erst wenn es am Geldbeutel wehtut, dann denken viele Leute um. Sie brauchen sich ja nur an die Verkehrsregeln zu halten, dann passiert nichts."

"Leider ist Bestrafung

noch viel zu human"

Hans-Jürgen Bauer aus Bad Herrenalb findet es "nicht mehr wie recht, dass diese einzelnen Egoisten zur Rechenschaft gezogen werden. Leider ist die Bestrafung noch viel zu human, und manche treiben ihre Raserei ewig weiter. Fahren Sie mal durch die Schweiz oder Österreich. Da sieht die Sache ganz anders aus, da es hohe Geldstrafen und Fahrverbote gibt. Ich halte die Blitzerei zum Teil für Abzocke, aber es geht leider nicht anders."

Das sehen andere Leser anders. "Wo machen diese Messungen eigentlich Sinn?", fragt Joachim Walzer. Es spreche nichts gegen schulische Bereiche oder unübersichtliche und gefährliche Streckenabschnitte. "Aber wo das Ordnungsamt der Stadt Geschwindigkeitsmessungen durchführt, ist gegenüber dem Autofahrer nicht mehr angemessen." Ärgerlich sei das gerade in Haueneberstein in der Karlsruher Straße, die durch ganz Haueneberstein mit Tempo 50 ausgewiesen ist bis auf einen kleinen Streckenabschnitt von etwa 200 Metern, da ist eine 30er Zone wegen schlechter Fahrbahn. "Dort Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen, ist aus meiner Sicht reine Abzocke."

Das sieht auch Kevin Wagner so. Er findet, der Blitzer ist Geldmacherei, "denn wo steht er meistens? An Ortsausgängen, da wo die Leute anfangen, wieder langsam zu beschleunigen. Dies hat aber nichts mit der Verkehrssicherheit zu tun. Zudem steht dieses Gerät immer auf Sperrflächen." Die Frage nach der richtigen Stelle beschäftigt auch Roland Walter, Manfred Steffen und Benjamin Huck. In Durchgangsstraßen sei das Blitzen Wegelagerei, in Wohngebieten sei es vor allem nachts angebracht, meint Steffen. "Generell befürworte ich die Kontrolle der Geschwindigkeit im Stadtgebiet, da es Bereiche gibt, die unübersichtlich sind oder an denen es häufiger zu Unfällen kommt. Leider habe ich den Trailer bisher an keiner dieser Stellen stehen sehen", schreibt Huck. "Ortsausgang Geroldsau Richtung Lichtental, die Ooser Bahnhofstraße, Ortsausgang Baden-Baden Richtung Sandweier und Ortseingang Haueneberstein sind für mich keine unübersichtlichen Straßen und auch keine Unfallschwerpunkte." Das seien Hauptverkehrsstraßen. "Für mich sind diese Kontrollen die Lizenz zum Gelddrucken und dienen nicht dem Zweck, den Verkehr sicherer zu machen", meint Walter. "Unter Berücksichtigung der Stellen, an denen der Trailer bisher stand, empfinde ich es aktuell als Geldmacherei", so auch Huck.

Eva Wüst berichtet, dass man sich im Freundeskreis informiere, wenn jemand den Blitzer entdecke. Helmut Merkel wirft der Stadtverwaltung Heuchelei vor, weil stur geleugnet werde, dass es beim Einsatz des Blitzers auch darum gehe, Geld in die Stadtkasse zu schleusen. "Besonders gilt dies dann, wenn eine Kontrolle dort stattfindet, wo man keinen anderen Sinn als das Abkassieren erkennen kann. Dazu gehört zweifellos die Kontrollstelle am Ortsausgang von Oos nach Sandweier."

"Lieber dauerhaft Smileys installieren"

Das sieht Chris Eisen anders. "Als Gartenbewohner der Ooser Bahnhofstraße sind sowohl das Tempolimit als auch der regelmäßige Besuch des Enforcement Trailers eine Wohltat", schreibt er. Ähnliche Worte kommen von Britta Totzek. "Ich als Anwohner der gebeutelten Sandweierer Straße begrüße das neue Messgerät. Jeden Tag rege ich mich über die Raser auf."

Lieber noch mehr Smileys als den Blitzer will Hugo Wipfler sehen. "Diese haben überall, wo sie stehen, zur Verkehrsberuhigung beigetragen und sind vor Vandalismus weitgehend sicher", meint er. Das findet auch Rainer Schulz. "Wenn es der Stadt aber vordergründig um Verkehrssicherheit und Lärmreduzierung geht, dann müssen an kritischen Stellen dauerhaft Tempo-Messgeräte mit Smileys installiert werden. Denn diese belohnen das richtige Verhalten von Autofahrern mit einem Lächeln. Aus der Pädagogik weiß man seit langem, das Belohnung nachhaltig besser wirkt als Bestrafung. So ist es auch bei Autofahrern." Im Sinne von bewusstem Lernen sei es zusätzlich sinnvoll, wenn die Stadt den Aufstellungsort von Blitzern vorab veröffentlicht. Dem schließt sich Friedrich Mangold an. "Die Idee, die Einsatzorte vorab bekanntzugeben, finde ich gut. Das spräche gegen die Unterstellung der Geldmacherei."

"Hirnlose" oder "Rechtschaffene"?

Seine Erfahrung mit dem Gerät schildert Peter Hansen. "Ich hatte das Vergnügen, am Wochenende abends von Balg kommend den Berg runter bei erlaubtem Tempo 30 geblitzt zu werden", schreibt er. "Sicher besteht an dieser Stelle am Wochenende die Gefahr, dass Schulkinder vom Himmel auf die Straße fallen. Oder liegt es doch nur daran, dass in dieser Straße ein Polizist wohnt, der einfach seine Ruhe will? Ich für meinen Teil freue mich über jede Sabotage an dieser puren Abzocke, wünsche weiterhin ganz, ganz viel Glück und bin in Gedanken bei diesen rechtschaffenen Bürgern."

Gar nicht für rechtschaffen hält dagegen Rone Berghaus die Saboteure. "Was sinnvoll wäre: eine Überwachung der Überwachung. Solche Gerätschaften kosten uns alle einen Haufen Geld - um so schlimmer der Fakt, dass irgendwelche Hirnlose solche Einrichtungen zerstören", meint er.

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