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Zum Geburtstag rollen die Vierspänner an
Heinz Scheidel mit einem historischen Gemälde, das eine Szene auf der Iffezheimer Rennbahn um 1890 zeigt.  Foto: F. Vetter
01.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Nina Ernst

Iffezheim - Wie früher! Wie ganz früher! Das wird sich manch ein Besucher morgen auf dem Turfgelände sicher denken. Denn pünktlich zum 160-jährigen Bestehen der Galopprennbahn Iffezheim wird es historisch - mit einem Kutschenkorso und einer Kutschenpräsentation.

Im 19. Jahrhundert war es gang und gäbe, sich mit Kutschen fortzubewegen, weiß Heinz Scheidel. Und auch nach Iffezheim seien die Damen und Herren auf ihren Kutschen, sogenannten Coaches (große, repräsentative Herrenwagen), angerollt. Bestimmt bis 1925 sei das so gewesen, meint Scheidel.

Der Unternehmer aus Mannheim kennt sich aus mit der Historie dieser Art von Fortbewegungsmitteln, besitzt er doch nach eigener Aussage die "größte Privatsammlung der Welt" an Kutschen und Schlitten: In einem alten Fabrikanwesen in der Quadratestadt stehen auf rund 8000Quadratmetern mehr als 400 Objekte, erzählt er. Diese reichten vom einheimischen landwirtschaftlichen Leiterwagen über Transportfahrzeuge von Bäckern oder Metzgern bis hin zu königlichen und kaiserlichen Kutschen. Sie stammten aus Deutschland, aus verschiedenen europäischen Ländern sowie den Vereinigten Staaten und deckten den Zeitraum vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert ab.

Nun zeichnet Scheidel am Finalsonntag für einen Kutschenkorso verantwortlich. Die Idee, eine solche Aktion durchzuführen, sei nicht neu, erzählt der 71-jährige Scheidel. Schon vor einigen Jahren sei er an die früheren Verantwortlichen der Galopprennbahn mit der Idee einer Kutschenpräsentation herangetreten, doch auf taube Ohren gestoßen. Nun habe Baden-Racing-Geschäftsführerin Jutta Hofmeister selbst die Initiative ergriffen und Scheidel zum Jubiläum angefragt, berichtet der Mannheimer.

Ausstellung bis nach dem letzten Rennen

Gesagt, getan: Schon heute sind fünf Coaches unterwegs auf einer rund 35 Kilometer langen Tour durch Rastatt, zum Schloss Favorite, wo gegen 12 Uhr ein großes Picknick stattfinden wird, und wieder zurück nach Iffezheim. Zehn bis 14 Personen würden in historischen Kostümen auf einer Coach Platz nehmen, die Teilnehmer kommen nach Angaben Scheidels aus Hannover, Brüssel, der Schweiz, Loßburg und eben Mannheim. "Wir machen hier mit einer frisch restaurierten Straßenkutsche, die ich erst vor zwei Jahren gekauft habe, die Jungfernfahrt", verrät Scheidel. Vorgespannt sind den Kutschen jeweils vier Pferde unterschiedlicher Rassen. "Da suchen wir schicke Pferde raus", sagt der Mannheimer, der selbst zehn eigene Fahrpferde besitzt. Für den Korso würden insgesamt 20Pferde plus einige Ersatzpferde nach Iffezheim transportiert.

Über Nacht blieben die Tiere dann im Renndorf in Stallzelten, bevor die Vierspänner morgen, Sonntag, ab 10 Uhr eine kleinere, rund zehn Kilometer lange Runde drehen. Zum Abschluss fahre die ganze Gruppe dann über den Damm nach Iffezheim, gegen 12 Uhr auf die Galopprennbahn, an den Tribünen sowie am Führring vorbei und dann direkt an der Bahn entlang zur "Iffezheimer Tribüne", erklärt Scheidel. Um circa 12.15Uhr beginnen dort auf der Wiese ein großes Picknick und die Ausstellung der Kutschen, die bis nach dem letzten Rennen zu sehen sein wird.

In Scheidels Besitz befinden sich nicht nur echte Kutschen, sondern auch zahlreiche Abbildungen davon. Zu seiner Sammlung gehören beispielsweise zwei große Bilder, die jeweils Equipagen - so nennt man das ganze Gespann, also Kutsche, Personen und Pferde - auf der Iffezheimer Bahn zeigen. Das historische Gemälde, das Scheidel auf dem Foto zeigt, sei um 1890 auf dem Iffezheimer Gelände entstanden.

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