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Römische Legionäre führen in die Geschichte ein
In zeitgenössischen Kostümen präsentieren die Kinder das von Ermengard Hlawitschka-Roth (links) selbst geschriebene Stück 'Das Friedrichsbad'.  Foto: Philipp
10.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Philipp

Baden-Baden - "Nach zehn Minuten vergisst man alle Sorgen und nach 20 Minuten die ganze Welt". Das hat Mark Twain über seinen Besuch des Baden-Badener Friedrichsbades gesagt. Oberbürgermeisterin Margret Mergen zitierte diesen Satz des amerikanischen Schriftstellers am Sonntagmorgen, als sie vor dem Eingang des historischen Gebäudes den Tag des offenen Denkmals in der Kurstadt eröffnete.

Rund 50 Besucher waren gekommen, um dieser Veranstaltung beizuwohnen, zu der die Kunsthistorikerin Ermengard Hlawitschka-Roth mit Kindern der Hector-Kinderakademie das von ihr selbst geschriebene Theaterstück "Das Friedrichsbad" einstudiert hatte.

In zeitgenössischen Kostümen präsentierten die acht Viertklässler die Geschichte, wie es zum Bau des Bades kam, das in den vergangenen 200 Jahren neben dem Casino maßgeblich den Ruf der Stadt als Sommerhauptstadt Europas begründet hat.

"Nicht kämpfen, baden ist hier angesagt", sagte einer der jungen Schauspieler, der als römischer Legionär bekleidet war, ganz zu Beginn des Stücks. Die Zuhörer konnten von ihm weiter erfahren, dass er bei einem Feldzug des damaligen römischen Weltreiches durch den Ort an der Oos gekommen war und die heißen Quellen entdeckt hatte.

Die Figur des Architekten Karl Dernfeld, nach dessen Plänen das Friedrichsbad zwischen 1869 und 1877 gebaut wurden, fesselte die Zuhörer mit vielen spannenden Details. So zum Beispiel, dass in der Fassade unter anderem die römischen Kaiser Hadrian und Caracalla in Form von Büsten verewigt sind. Ersterer regierte zu der Zeit in Rom, als seine Truppen am Rande des Schwarzwaldes den Ort Aquae, den Vorläufer des heutigen Baden-Baden, gründeten. Und der andere, Caracalla, war nicht nur der bekannte grausame Herrscher, sondern auch der Bäderkönig, der in Rom die legendären Caracalla-Thermen hatte bauen lassen. Ihre Ruinen können in der Ewigen Stadt noch heute bewundert werden.

Außerdem, so erfuhren die Besucher weiter, ziert die Statue des Äskulap, des griechischen Gottes der Heilkunst, die Vorderfront des Gebäudes. Wenige Meter neben ihm steht seine Tochter Hygieia, die Göttin der Gesundheit. Eine entscheidende Rolle für den Bau des Friedrichsbades spielte seinerzeit Großherzog Friedrich I.. Es trägt seinen Namen, war er es doch, der es in Auftrag gab, nachdem im damaligen Deutschen Bund das Glücksspiel verboten worden war und unbedingt Ersatz her musste für das seiner Funktion beraubte Casino, um für die vielen Touristen weiter attraktiv zu bleiben.

Die Nachwuchsschauspieler wurden von ihren Zuschauern für ihre perfekte Darbietung mit wohlverdientem Applaus belohnt, schließlich hatten sie ihre teilweise langen Texte auswendig gelernt, obwohl sie Ferien gehabt hatten.

Interessierte konnten danach die Gelegenheit nutzen, einmal in Räume des Friedrichsbades zu schauen, die normalerweise nicht so leicht zugänglich sind. Vielen dürfte daher bislang auch nicht bekannt gewesen sein, dass es beispielsweise neben dem eigentlichen Bädertrakt weitere kleinere Bäder gibt. Beispielsweise das Prinzenbad, in dem man alleine oder zu zweit baden und sich massieren lassen kann.

Neben dem Friedrichsbad standen noch weitere Sehenswürdigkeiten wie die Michaelskapelle, die St. Johanniskirche das Hotel Badischer Hof, das Brahmshaus und der Fürstenbau des Alten Bahnhofs gestern offen. Und auch Führungen durch die Kurstadt standen bei herrlichem Wetter auf dem Programm.

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