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Gedeihliches Miteinander im Blick
Michaele Schossier ist die Integrationsbeauftragte der Gemeinde.  Foto: Nickweiler
21.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Christina Nickweiler

Sinzheim - Eine warme Freundlichkeit strahlt aus den Augen von Michaele Schossier. Sie ist eine Person, die ruhig wirkt, sich aber schwierigen Aufgaben stellt: Seit Anfang des Jahres ist Michaele Schossier die Integrationsbeauftragte der Gemeinde Sinzheim.

Bei der Vorstellung des Programms der "Interkulturellen Wochen" (wir berichteten) blickte Schossier auf ihre bisherige Arbeit zurück. Ihr Fazit: Viele Aufgaben sind abgearbeitet, die Zukunft für ein gedeihliches Miteinander zwischen zugewanderten Personen und Einheimischen ist vielversprechend. Inzwischen arbeiten weibliche Flüchtlinge sogar bei der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe mit. Die Integrationsbeauftragte sprach gezielt von zugewanderten Personen, da sie die Erfahrung gemacht hat, dass auch Leute die Angebote nutzen, die abseits vom Flüchtlingsdasein schon länger hier wohnen.

So stieß beispielsweise ein Trommelworkshop für Frauen auf reges Interesse. Dem Workshop folgte ein achtwöchiger Trommelkurs. "Die Frauen sind allmählich aus sich herausgegangen, sie haben sich geöffnet", machte Michaele Schossier die Erfahrung. Manche hätten mit der Zeit im Kreise der bekannten Gesichter sogar auf ihr Kopftuch verzichtet. Die gemeinsamen Erlebnisse des Trommelkurses haben sich herumgesprochen. "Es wurde zwischenzeitlich nach einem Trommelkurs für Männer gefragt", erzählte die Integrationsbeauftragte.

Michaele Schossier weiß um den schwierigen Spagat zwischen den gesellschaftlich traditionellen Rollen von geflüchteten Frauen und Männern aus archaischen Kulturkreisen einerseits und der Annäherung an europäische kulturelle Werte andererseits. Frauen müssten sich an die neuen Freiheiten erst gewöhnen, "der Zeitaspekt ist wichtig", sagte die 59-Jährige mit einem ungetrübten Realitätssinn für das Machbare. Zwar verändere sich die Gesellschaft mit jedem Menschen der komme, aber es hätten unter der Maßgabe der verbrieften Grundrechte die Werte und Normen zu gelten, die unsere Kultur ausmachten, betont sie. Einschlägige Erfahrungen sammelte Michaele Schossier bei ihrer ehemaligen Arbeitsstelle in der Stabsstelle Integration als Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Rastatt.

Im Oktober steht in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Integration ein Schwimmkurs für Frauen an. Apropos Arbeitskreis, die Integrationsbeauftragte arbeitet mit den Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit eng zusammen. Sämtliche Aktionen und Angebote werden gemeinsam koordiniert. Michaele Schossiers Aufgabe ist es auch, die Ehrenamtlichen zu motivieren und bei der Stange zu halten. "Ich bin ein Optimist", sagte sie über sich selbst. Die Installation ihrer Stelle sieht sie als Wertschätzung der ehrenamtlichen Integrationsarbeit.

Die Integrationsbeauftragte steht als zentrale Ansprechpartnerin für Schulen, Vereine und Betriebe zur Verfügung. Wenn es darum geht, Flüchtlinge in Arbeit zu bringen, weiß sie über die rechtlichen Vorgaben und zuständigen Stellen Bescheid und kann Betriebe lotsen. Flüchtlinge in den Arbeitsprozess einzugliedern, damit sie auf eigenen Füßen stehen, mag zwar das politische Ziel sein, aber die Integrationsbeauftragte weiß auch, dass der allererste Schritt überhaupt der vollständige Erwerb der deutschen Sprache sein muss. Deswegen steht auf der Agenda, einen permanenten Gesprächskreis "Deutsch für Zugewanderte" zu initiieren. Auch hier bringt Schossier eine fachliche und pädagogische Qualifikation mit, die sie für ihre Tätigkeit befähigt, denn Deutsch als Zweitsprache studierte sie einst zusätzlich zu ihrem Hauptstudium der Bibliothekswissenschaften.

Bei der strategischen Aufgabe von Suchen, Knüpfen und Bündeln von Kontakten sowie dem Ausloten von Erwartungshaltungen kommt Schossier ihre aufgeschlossene, kommunikative Art zugute. "Ich möchte Einheimische und Zugewanderte zusammenbringen, um sich besser kennenzulernen", sagte sie, und dieses Bemühen samt den Ergebnissen möchte sie durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit der Bevölkerung kommunizieren. Ihre 50-Prozentstelle wird finanziell vom Land getragen und ist zunächst auf drei Jahre befristet.

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