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Rieslingduft liegt in der Luft
Kellermeister Christoph Zeidler (links) dirigiert mit einer Fernbedienung die Bottiche in die richtige Richtung.
29.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Christina Nickweiler

Baden-Baden - Ratternd fallen in der Halle der Baden-Badener Winzergenossenschaft (WG) die Ketten Richtung Kübel, in denen die Trauben des frisch geernteten Rieslings liegen. Mit zwei Handgriffen befestigt Kellermeister Christoph Zeidler die Halterungen an den Bottichen. Im nächsten Moment steuert er mit einer Fernbedienung den Greifarm, der den Bottich hochzieht.

Dieser wird dann über dem Edelstahltrichter zum Kippen gebracht. Flugs verschwinden mehrere Tonnen Traubenernte in einem Schneckengewinde. Ein fruchtiger Duft liegt in der Halle, in der es in diesen Tagen hoch hergeht.

Hinter einer Glasscheibe schauen Kinder den emsigen Aktivitäten zu. Auf dem Hof reihen sich etliche Traktoren sowie Autos mit Anhängern - voll beladen mit Trauben. "Das wird ein super Jahrgang. Die Menge und die Oechsle stimmen", sagt einer der Winzer, die in diesem Jahr noch einmal in ihrer heimischen, vertrauten Winzergenossenschaft abliefern.

Ende Juli beschlossen die genossenschaftlich organisierten Winzer der Baden-Badener Winzergenossenschaft den Zusammenschluss mit den Bühler Winzern. Im Zuge der Zusammenlegung soll die Traubenannahme in Neuweier langfristig stillgelegt werden. Das bedeutet, dass die Genossenschaftswinzer aus dem Baden-Badener Rebland und aus Sinzheim dann mit ihrem Traktor nach Eisental tuckern müssen, um dort ihr Traubenmaterial abzugeben. "Das wäre schlecht. Völlig unvorstellbar", sagt einer der wartenden Winzer. In Neuweier liefen Annahme und Betrieb reibungsfrei, so dass die Winzer gleich wieder in die Reben zur weiteren Weinlese aufbrechen könnten. In Eisental bei der Affentaler WG dagegen müsse man bei Weinlesen in Jahren mit "normalen" Mengen schon stundenlang warten. "Da geht erst einmal gar nichts mehr", berichtet ein Neuweierer, der sich von einem Winzerkollegen aus Eisental über lange Wartezeiten bei der Traubenannahme hat erzählen lassen. Mehr als 50 Jahre habe er die gesamte Entwicklung des hiesigen Winzerkellers erlebt, fügt er hinzu.

"Das wäre wirklich eine Sünde, eine technisch einwandfreie und funktionierende technische Anlage stillzulegen", sagt ein jüngerer Nebenerwerbswinzer. "Das glaube ich niemals. Neuweier wird immer Traubenannahme bleiben, nicht nur in Spitzenzeiten", zeigt sich ein weiterer Weinbauer aus Varnhalt überzeugt.

Auf dem Hof des Winzerkellers steht ein bekennender "Ur-Winzer", der sich noch gut an Zeiten erinnern kann, als man die großen Bottiche mit der Hand und vereinten Kräften leeren musste. Er hängt an seinen Reben, muss sie aber in den nächsten Jahren wohl aus Altersgründen abgeben. Zwei private Weingüter hätten schon Interesse bekundet, die Reben weiter zu bewirtschaften, erzählt er im Gespräch mit dem BT. Apropos vereinte Kräfte: Die WG-Winzer helfen sich gegenseitig in der Halle, wo die Trauben angenommen werden. "Jeder braucht den anderen", sagt der Neuweierer Leo Vollmer, während er auf dem Anhänger eines anderen Winzers mit anpackt.

Was sagen die WG-Mitarbeiter im Glaskasten oberhalb der Traubentrichter zu den Plänen der Affentaler Winzergenossenschaft, die Technik im Neuweierer Winzerkeller langfristig einzustampfen? "Diese Frage stellt sich nicht", war von Kellermeister Zeidler zu hören. Derzeit müssen er und seine beiden Kolleginnen Sabine Kraus und Helga Bätzler bis früh abends Trauben annehmen.

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