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Gutachter: Dame war schon früh geschäftsunfähig
Gutachter: Dame war schon früh geschäftsunfähig
17.10.2018 - 00:00 Uhr
Baden-Baden (nie) - Viel Bekanntes, wenig Neues gab es gestern im Prozess vor dem Landgericht Baden-Baden gegen eine Rechtsanwältin und einen Steuerberater, die sich um das Vermögen einer wohlhabenden Dame bereichert haben sollen. Der Gutachter, der auf Wunsch der Verteidigung schon monatelang der Verhandlung beiwohnt, wich jetzt in seinem Schlussvortrag nämlich in keiner Weise von seinem Zwischenbericht hinsichtlich des gesundheitlichen Zustands der im Jahr 2015 verstorbenen alten Dame ab.

"Ich kann nur wiederholen, dass die Verstorbene schon 2010/2011 geschäftsunfähig war", fasste der Gutachter unmissverständlich zusammen. Die seit August gehörten Zeugen hätten seine Einschätzung manifestiert, die er bis dato aus den Aussagen von Medizinern gefasst hatte. Und zwar, dass schon vor 2014, dem Jahr, in dem der Angeklagten erstmals ein verändertes Verhalten der von ihr betreuten Dame aufgefallen sei, eine Demenzerkrankung vorlag.

Dass der Verteidigung die Meinung des Gutachters und dessen Arbeitsweisen nicht passten, machte sie durch zahlreiche Nachfragen deutlich. Denn in dem Verfahren soll hauptsächlich geklärt werden, ob die alte Dame im Zeitraum, in dem sich die Angeklagten um sie kümmerten, noch testierfähig war oder bereits dement.

Weitere Termine bis Jahresende festgesetzt

Die Verteidigerin des Angeklagten prangerte an, dass der Sachverständige zu wenig von den Einlassungen der Angeklagten bezüglich der Gesundheit der laut Anklage betrogenen Dame in sein Gutachten habe fließen lassen, und er sich sehr auf die Zeugenaussagen und die ärztlichen Tests versteift habe. "Die Kammer geht davon aus, dass der Gutachter die Einlassungen der Angeklagten ausreichend in seinem Bericht berücksichtigt hat", lehnte der vorsitzende Richter Wolfgang Fischer den Antrag ab, der Gutachter solle seine Ausführungen berichtigen.

Dagegen wurde gestern kurzfristig ein von der Verteidigerin geforderter Zeuge wiederholt geladen. Der Arzt, der den Ehemann der alten Dame 2011 während seiner tödlichen Erkrankung betreut hatte, führte gestern aus, dass er versucht habe, die Dame über die Krankheit und Therapieformen zu informieren. Aber er sei sich durch ihr Verhalten und ihre Reaktionen nie sicher gewesen, ob sie die Dramatik, nämlich den baldigen Tod ihres Mannes, begreifen konnte.

Da sich der angeklagte Steuerberater am Nachmittag aufgrund grippeähnlicher Symptome nicht mehr dazu in der Lage fühlte, dem Prozess beizuwohnen, wurde die Befragung des Gutachters unterbrochen. Die Verteidigung kündigte aber an, mit ihren Fragen an den Gutachter noch Stunden füllen zu können. Nächster Verhandlungstag ist am 30. Oktober, sieben weitere Termine stehen bis Jahresende fest.

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