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Tony Marshall trennt sich von Garderobe
Auch zu haben: Dieses dunkelgraue Designer-Sakko mit blauen Streifen.  Foto: Gareus-Kugel
29.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Baden-Baden - Ein giftgrünes Sakko aus edlem Samt, der Anzug eines bekannten Designers aus Baden-Baden, ein schwerer Wollmantel, gekauft in Chicago: Jedes einzelne Stück hat seine eigene kleine Geschichte, sagt Tony Marshall.

Was in den Schränken im Keller des Hauses in der Großen Dollenstraße 37d hängt oder liegt, ist der Spiegel einer seit mehr als fünf Jahrzehnten andauernden erfolgreichen Karriere im Musikbusiness. Vor Kurzem hat der Sänger und Künstler Tony Marschall begonnen, sich von den Kleidungsstücken zu trennen. Unter dem Motto "Heute hau'n wir auf die Pauke" hat Marshall zwei Tage lang seine TV- und Bühnengarderobe mithilfe einer BT-Kleinanzeige zum Verkauf angeboten.

Das Outfit und die Schuhe, die dort ordentlich auf Bügeln hängen oder in Schubkästen lagern, waren zu ihrer Zeit echte Modehighlights, jedes Teil für sich ein Hit. Hosen mit Schlag, Lederblousons, rund 2000 Krawatten, von breit bis schmal, in Lederausführung oder Seide. In einem Karton weiter stapeln sich die Hemden, viele noch nicht getragen, wie der Künstler ausführt. Etwas wehmütig schaut dieser auf eine hellbraune Lederjacke, dreht den Bügel, auf dem sie hängt, hin und her und meint: "So etwas passte mir einmal." Doch auch der dreiteilige Anzug mit den leuchtend blauen Streifen eines bekannten Designers aus Baden-Baden hat nicht mehr die passende Größe. Seit 56 Jahre steht Marshall auf der Bühne. Da kommt einiges zusammen.

Wurde zur Hitparade nach Berlin eingeladen, so ging das selten ohne neues Outfit einher, meinte Marshall im Gespräch. Die Orientierung gaben andere Schlagersänger. "Was für Klamotten tragen Chris Roberts oder Jürgen Marcus? Es war einfach wichtig, zu jedem neuen Lied ein neues Outfit zu präsentieren", sagt Marshall und fügt ergänzend hinzu, dass die meisten der Teile für viel Geld von Berlinern Designern geschneidert wurden. Einige Sahnestücke habe er seinen Kindern zur Erinnerung überlassen.

Die tollste Mode trugen damals allerdings die Afroamerikaner, meint der Sänger und erzählt von seinem Engagement in Chicago und der Diskriminierung der afroamerikanischen Kollegen zu der damaligen Zeit.

Es fällt Marshall schwer, die Sachen wegzugeben. Die einen Schrank weiter liegenden Schuhe, einst unterwegs auf den Bühnen der Welt, werden bald vom Schuhmuseum Pirmasens abgeholt. Der Erlös des Kleiderverkaufs fließt uneingeschränkt in die 1999 gegründete Tony-Marshall-Stiftung. Sie beschäftigt sich unter anderem mit der Schaffung von behindertengerechten Wohn- und Arbeitsplätzen.

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