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Lesekompetenz - Basis fürs Leben
Tanja Eger und Josua Straß sind unermüdlich in ihrem Bestreben, Kindern den Spaß am Lesen zu vermitteln.  Foto: Rechel
30.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Veruschka Rechel

Baden-Baden - Schon während ihrer Ausbildung zur Buchhändlerin ergab sich für Tanja Eger die Spezialisierung auf Kinderbücher. Nach dem Abschluss übernahm sie in ihrem Lehrbetrieb in Bühl die Leitung der Kinderbuchabteilung. "Ich durfte damals sehr selbstständig arbeiten, was natürlich eine ideale Voraussetzung für meine spätere Tätigkeit war", erklärt die gebürtige Rastatterin.

Im Jahr 2000 fing sie in Marianne Wasserburgers Kinderbuchhandlung "Mäx und Moritz" in Baden-Baden an und war von Anfang an ihre rechte Hand. 2008 wurde das Geschäft als beste Buchhandlung Deutschlands ausgezeichnet, worüber sie sich nicht nur riesig gefreut hat, sondern worauf sie auch zu Recht ein wenig stolz war. Schließlich war sie ja nicht unbeteiligt daran. "Ich hatte in meiner Chefin auch die beste Lehrmeisterin, die man sich vorstellen kann", betont Tanja Eger. Deshalb konnte sie auch nahtlos weiterführen, was diese 1983 gegründet und zur Institution in der Kurstadt gemacht hatte.

Denn nachdem die inzwischen verstorbene ehemalige Inhaberin aus gesundheitlichen Gründen ihr Geschäft an Josua Straß übergeben hatte, wird es von diesem seit 1. Juli 2015 geführt. Tanja Eger ist seither Filialleiterin und mit Leib und Seele ihrer Aufgabe verbunden. Ihr leidenschaftliches Engagement wurde durch das erstmals vergebene "Gütesiegel als ausgezeichneter Lesepartner" bestätigt, mit dem "Mäx und Moritz" kürzlich als eine von 44 Buchhandlungen in Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde. Der bekannte Name ist geblieben, das Konzept hat sich etwas geändert. "Noch zusammen mit Frau Wasserburger hatten Herr Straß und ich beschlossen, aus der Kinder- eine Familienbuchhandlung zu machen", erzählt Tanja Eger - und das bedeutet neue Bereiche wie Ratgeber, Koch-, Hobby- und Bastelbücher. Somit ist das Sortiment jetzt von rund 15000 auf etwa 20000 Titel angewachsen und bietet ein reichhaltiges Angebot für Jung und Alt.

Fast genauso wichtig für die neue Führungskraft ist die jetzige Möglichkeit, das Team als Gesamtheit in den Vordergrund zu stellen, ohne gewisse notwendige Hierarchien zu vernachlässigen. "Früher haben viele Kunden immer nur Frau Wasserburger wahrgenommen und gar nicht realisiert, dass auch jeder einzelne Mitarbeiter von ihren überragenden Kenntnissen profitierte." Sonst könnte es sich Tanja Eger nicht erlauben, regelmäßig während der Geschäftszeit in Schulklassen zu gehen, um im Kleinen zu fördern, was im Großen zu verschwinden droht: die Lesekompetenz. Dafür prädestinieren sie ihre Weiterbildung zur Lese- und Literaturpädagogin ebenso wie kreative Ideen für entsprechende Konzepte.

"Die Kinder sind immer Versuchskaninchen der Schulreformen", klagt sie. Und: "Deshalb ist das Elternhaus letztlich nach wie vor verantwortlich für die Bildung der Kinder." Aber nicht jedes kann dieser Verantwortung gerecht werden, und da sind engagierte Förderer wie Tanja Eger gefragt. Sie bietet beispielsweise ein sogenanntes Büchercasting an, bei dem die Schüler gemeinsam entscheiden, welches der von ihr vorgestellten Bücher Klassenlektüre wird. Oder sie unternimmt mit ihnen eine literarische Reise ins Ungewisse, bei der sie sich aus verpackten Büchern eins aussuchen. "In diesem Fall müssen sie sich auf Geschichten einlassen, die sie unter normalen Umständen nicht gewählt hätten, und finden sie in vielen Fällen trotzdem spannend", so Eger.

"Wir können doch als Gesellschaft nicht tatenlos zuschauen, dass knapp 20Prozent des Nachwuchses nicht mehr sinnentnehmend lesen kann." Das ziehe sich durch alle Gesellschaftsschichten. "Dabei ist die Lesekompetenz Basis für unser ganzes Leben, denn auch zum Erfassen moderner Medien braucht man zunächst eine Lesekompetenz", ist Tanja Eger überzeugt.

Wenn sie bei ihren Buchvorstellungen nur einen Schüler pro Klasse habe, der vorher gemault hat, wie doof er das findet, und der dann auf einmal in der Pause in ein Buch vertieft ist, habe sich ihr Einsatz schon gelohnt. Trotzdem vertritt Tanja Eger die Auffassung: "Lesen darf nicht erst in der Schule stattfinden, sondern sollte schon mit dem Vorlesen im Babyalter beginnen."

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