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Viele Nachwuchsmusiker stellen sich der Prüfung
Viele Nachwuchsmusiker stellen sich der Prüfung
06.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Alois Huck Sinzheim - Klarinettentöne und Posaunenklänge drangen aus den Schulräumen auf die Flure, auf denen die nächsten Jungmusiker auf ihre Prüfung warteten. Am Samstag war die Sinzheimer Lothar-von-Kübel-Realschule das Mekka für rund 180 Prüflinge, die sich den Anforderungen für das Jungmusikerleistungsabzeichen (JMLA) im Blasmusikverband Mittelbaden stellten.

Von 49 Vereinen aus den vier Bezirken des Verbands waren die Nachwuchsmusiker gekommen. 32 Musikexperten, vom Dirigenten bis zu erfahrenen Jugendleitern mit Zusatzausbildung, nahmen die theoretische und die praktische Prüfung ab, darunter auch Monika Gutmann, die seit 20 Jahren das Jugendorchester des Bezirks Yburg-Windeck leitet.

Das Ablegen des JMLA kann für Nachwuchsmusiker die Eintrittskarte in das große Orchester ihres Blasmusikvereins bedeuten. 106 Prüflinge stellten sich den Anforderungen für das bronzene und 77 für das silberne Abzeichen. So viele "Silberlinge" gab es seit vielen Jahren nicht mehr, bestätigten die Verbandsjugendleiterinnen Svenja Krimmel und Beate Schmidt zusammen mit Schriftführerin Tanja Riedinger und Beate Ziegler, die unter anderem für den Bereich Finanzen zuständig ist. Sie sind für den Ablauf der Prüfungen verantwortlich, was fast schon eine generalstabsmäßige Planung voraussetzt. Doch sie verfügen alle über eine vieljährige Erfahrung, als Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf.

"Zusammen mit der Jugendleitung des Musikvereins Sinzheim, die für die Verpflegung der Prüflinge sorgt, ist es die Schule, die ideale Bedingungen bietet ", schwärmte Dirigent Sigi Detschermitsch, einer der erfahrenen Prüfer. "Dafür sind wir alle der Schulleitung sehr dankbar, die uns seit vielen Jahren die Räume zur Verfügung stellt", pflichtete ihm eine Kollegin bei.

Unterdessen werteten Prüfer bereits die ersten Prüfungsbögen der theoretischen Prüfung aus. Somit konnten gegen Abend die Urkunden vorbereitet werden, die den erfolgreichen Prüflingen am Sonntag, 25. November, um 14.30 Uhr in einer Feierstunde im Bénazetsaal des Kurhauses Baden-Baden überreicht werden. Jungmusiker, die die Prüfung nicht bestanden haben, können im Frühjahr eine Nachprüfung ablegen und werden dann im nächsten Jahr geehrt.

Die zwölfjährige Jana Kister vom Musikverein Kappelwindeck hat das JMLA in Bronze geschafft. Seit dreieinhalb wird sie von Bernd Brommler, einem erfahrenen Berufsmusiker am Tenorhorn, unterrichtet. Wie fast alle Ausbilder, war er bei der Prüfung dabei, die von Klaus Kögel und Rainer Ernst abgenommen wurde.

Auch der zwölfjährige Johannes Huber vom Musikverein Sinzheim (MVS) hat mit seiner Posaune das JMLA in Bronze bestanden. Er war in der ersten Bläserklasse, die 2014 beim MVS startete. David Stephan vom Musikverein Muggensturm hat mit seiner Klarinette das silberne Abzeichen erreicht.

Dabei hat der 13-Jährige erst vor drei Jahren die Liebe zur Musik entdeckt. Vermutlich hat er das Talent geerbt, denn sein Vater Peter spielt Tenorhorn im Verein. Auch Sophie Schoch vom MV Forbach wird in knapp zwei Wochen auf die Kurhausbühne gerufen, um aus den Händen von Präsidiumsmitgliedern die Urkunde entgegenzunehmen.

Die Prüfungen zu allen Leistungsabzeichen bestehen aus einem praktischen Teil am Instrument, einem schriftlich-theoretischen Teil und einem Teil Rhythmik und Gehörbildung. Im praktischen Prüfungsteil müssen die Prüflinge drei Tonleitern spielen, vom Blatt spielen und zwei von vier Stücken aus den Literaturlisten vortragen, die sie in der Prüfungsvorbereitung geübt haben.

Die gute Vorbereitung auf die Prüfung seien das A und O, darin waren sich die Prüfer einig. Um den Kandidaten das Lampenfieber zu nehmen, bereiten manche Vereine ihre JMLA-Aspiranten in gestellten Prüfungssituationen auf das Prozedere vor. In der Rhythmik und Gehörbildung wird unter anderem ein rhythmisches Diktat gefordert. Darüber hinaus müssen Aufbau und Struktur von Dur-Tonleitern bekannt sein. Der Quintenzirkel ist ebenfalls Teil der Prüfung. Die Anforderungen für das silberne Abzeichen sind bedeutend größer.

Wer das seltene goldene Abzeichen schafft, ist in den Vereinen ein musikalischer Leistungsträger und hat gleichzeitig das Rüstzeug für die Dirigentenausbildung (C3). Dieser Prüfung stellten sich etliche Musiker des Mittelbadischen Blasmusikverbands an der Musikakademie des Bundes Deutscher Blasmusikverbände in Staufen. Auch sie werden am 25. November im Baden-Badener Kurhaus ausgezeichnet und wie alle anderen mit großem Beifall für ihre Leistung belohnt werden.

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