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Überfall auf Juweliergeschäft: Prozessauftakt am Landgericht
Überfall auf Juweliergeschäft: Prozessauftakt am Landgericht
10.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Werner Frasch

Baden-Baden - Ein Millionenraub am helllichten Tag in einem Juweliergeschäft in der Sophienstraße im Januar sorgte für Aufsehen. Die Polizei war rasch vor Ort. Eine sofortige Fahndung, die weiträumige Absperrung des Tatorts und eine geknebelte Angestellte, die sich mit Mühe befreien konnte und unter Schock in der benachbarten Edel-Boutique Hilfe suchte, hatten etwas von der Dramatik eines Fernseh-Krimis. In diesem Stil ging es weiter. Deutliche Fotos von vier Tatverdächtigen wurden veröffentlicht. Eine Überwachungskamera hatte sie aufgenommen. Nach dem Zeugenaufruf im BT meldete sich ein Passant, der zum Tatzeitpunkt beobachtete, wie zwei Männer den Laden betraten und eine Verkäuferin kurz darauf eine Uhr aus der Auslage entnahm. Das Geschehen im Laden konnte er allerdings nicht verfolgen. Wenige Stunden nach der Tat wurden in der Nähe von Basel zwei 22 und 57 Jahre alte Männer festgenommen, deren Fahrzeug durch ein gefälschtes Kennzeichen aufgefallen war. Kriminaltechnische Feinarbeit brachte ans Licht, dass Fingerabdrücke an dem Wagen mit Spuren an einem VW Golf übereinstimmten.

Überfall-Opfer bis heute arbeitsunfähig

Dieser war wenige Tage vor der Tat in der Kurstadt in einem Wald bei Selbach abgestellt worden, nachdem er in einen Unfall in der Baden-Badener Schloßstraße verwickelt war. Schon damals hatten die Streifenbeamten den Verdacht, eine Straftat könne im Spiel sein (wir berichteten).

Seit gestern stehen die beiden aus Litauen stammenden Männer mit einem weiteren Tatverdächtigen vor dem Landgericht. Seit ihrer Festnahme sind sie in Untersuchungshaft. In dem auf fünf Verhandlungstage angesetzten Prozess soll geklärt werden, ob sie die Tat begangen haben. Sie stehen unter dem Vorwurf des schweren Bandendiebstahls in zwei Fällen sowie des schweren Raubes in Tateinheit mit Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, Uhren, Schmuck und wertvolle Mobiltelefone im Wert von 1,1 Millionen Euro geraubt zu haben, darunter eine mehr als 70 000 Euro teure Uhr, die zur Reparatur im Tresor des Geschäfts aufbewahrt wurde. Offenbar konnten die Täter aus dem Vollen schöpfen, der Tresor war geöffnet und enthielt neben Preziosen auch Bargeld. Sprachprobleme zwischen der Verkäuferin und ihren "Kunden" gab es nicht, alle sprachen Russisch. Nachdem die Männer, angeblich Vater und Sohn, unter dem Vorwand, eine Uhr kaufen zu wollen, das Geschäft betreten und sich Ware aus dem Tresor hatten vorlegen lassen, drängten sie die Angestellte in die Toilette des Ladens, so die Anklage. Sie fesselten die Hände der Frau mit Klebeband und Kabelbinder. Auf dem Fußboden versprühten sie Schaum mit ätzendem Geruch. An den Folgen dieser Behandlung leidet die Überfallene nach ihren Angaben heute noch. Sie ist arbeitsunfähig und ihr Arbeitsverhältnis wurde aufgelöst.

Der Prozess wird am 16. November ab 9 Uhr fortgesetzt.

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