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Schneemann erhebt sich in die Lüfte
16.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Alina Meier

Baden-Baden - Zum zweiten Mal fand eine ganz besondere Ausgabe der Gummibärchenkonzerte der Baden-Badener Philharmonie in Kooperation mit dem französischen Kultusministerium statt. Gleich zweimal hintereinander spielten die Musiker gestern unter der Leitung von Pavel Baleff für jeweils 300 Kinder zwischen fünf und sieben Jahren. Mit Bussen und dem öffentlichen Nahverkehr kamen die kleinen Zuhörer aus Kindergärten und Grundschulen aus dem Elsass sowie Baden-Baden und Umgebung. So fanden beispielsweise Kinder aus Sasbach, Gaggenau, Wissembourg oder Haguenau den Weg in den Weinbrennersaal des Kurhauses.

Unter lauten "Ahs" und "Ohs" betrat die erste Gruppe um 10 Uhr beeindruckt den Saal, großer Trubel und Aufregung herrschten, und die Kinder waren vor allem von den glitzernden Kronleuchtern fasziniert. Spätestens jedoch, als der Orchestermanager Arndt Joosten mit der Begrüßung begann, trat gespannte Stille ein.

Der Hintergrund dieser grenzübergreifenden Konzerte sei die Hoffnung auf langfristige Partnerschaften zwischen den Klassen und Gruppen, so Joosten im Gespräch. Die Philharmonie biete diesbezüglich ein gutes Beispiel für die Kinder, musizierten hier doch Musiker aus 16 Nationen gemeinsam. Man wolle durch die Musik ein gemeinsames emotionales Erlebnis für die Kinder schaffen, so Joosten weiter.

Im Zentrum des Programms stand in diesem Jahr der Zeichentrickfilm "Der Schneemann" von Raymond Briggs aus dem Jahr 1982. Er handelt von einem kleinen Jungen, der sich am Heiligabend einen Schneemann baut. Dieser erwacht in der Nacht zum Leben und nimmt den Jungen mit auf eine spannende Reise an den Nordpol, wo er den Weihnachtsmann trifft und mit Schneemännern ein rauschendes Fest feiert.

Die Besonderheit des Films: Er kommt, bis auf das Lied "Walking in the air" von Howard Blake, völlig ohne Sprache aus. Im Vorfeld hatten die eingeladenen Einrichtungen eine CD mit eben diesem Lied und die passenden Texte in deutscher und französischer Sprache zum Einstudieren mit Kindern erhalten. Wie bereits im Vorjahr, als das französische Märchen über den Elefanten Babar musikalisch umrahmt wurde, begann das Konzert mit der Vorstellung der verschiedenen Instrumente. Joosten erklärte eindrucksvoll auf Deutsch, Posaunistensprössling Lukas Trabold aus dem elsässischen Seltz übersetzte, ebenfalls wie im vergangenen Jahr, ins Französische. Kindgerecht erklärten die beiden zuerst, wie die Schwingungen eines Saiteninstrumentes funktionieren, bevor sich die Streicher, geordnet nach der Klanghöhe ihrer Instrumente, vorstellten. Es schlossen sich dann die Blasinstrumente wie Klarinette, Trompete oder auch die Oboe an, deren Mundstück, zur Belustigung der Kleinen, wie eine quakende Ente klang. Mit der Harfe, die laut Joostens Erklärung die Musik des Himmels spiele, endete die kurze Einführung in die Instrumentenkunde. Anschließend folgte nach einer gemeinsamen Probe des einstudierten Liedes die Vorführung des 26-minütigen Filmes, untermalt durch die Klänge der Philharmonie.

Als der Schneemann sich im Film in die Lüfte erhob, stimmten die bis dahin gebannt lauschenden Kinder kräftig in "Walking in the air" mit ein. Die Solopassagen des Titels brachten Marlene und Jakob Wellnitz, Kinder der Solo-Hornistin des Orchesters, in englischer Sprache dar.

Geplant war laut Joosten zudem noch eine Bildertauschaktion zwischen den deutschen und französischen Kindern. Dazu sollten im Voraus Bilder zum Thema gemalt werden, die dann im Umfeld der Veranstaltung getauscht werden und später die Räume der Partnergruppen und -klassen schmücken sollten. Auch diese Aktion sollte den Gedanken einer langfristigen Partnerschaft stärken, so Joosten.

Eine tolle Idee, die jedoch, zumindest beim ersten Konzert, an logistischen Hindernissen scheiterte. Vor allem die Anreise der elsässischen Kinder verzögerte sich durch widrige Verkehrsumstände deutlich, so dass die Tauschaktion der dadurch entstandenen Hektik zum Opfer fiel. Zeit für die Gummibärchen, die jedes Kind nach dem Konzert traditionell erhält und die der Veranstaltungsreihe ihren Namen geben, blieb glücklicherweise trotzdem.

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