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Leser klagen über Chaos bei Postzustellung
17.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Harald Holzmann

Baden-Baden - Bei der Postzustellung in Mittelbaden hapert es an allen Ecken und Enden. Das geht aus Beschwerden und Stellungnahmen hervor, die uns Leser aus der gesamten Region zugeschickt haben , nachdem wir über Probleme bei der Zustellung in Baden-Badener Stadtteilen berichtet haben. Wenn die Berichte der Leser stimmen, die wir aus Platzgründen nur auszugsweise veröffentlichen, dann verstößt die Post flächendeckend gegen gesetzliche Vorgaben.

In Baden-Baden und Umgebung gibt es offenbar etliche Bezirke, in denen Post nicht täglich zugestellt wird. Das geht aus vielen Zuschriften hervor. "In Lichtental, in der Frankreichstraße haben wir den Eindruck, dass am Samstag und Montag die Zustellung nur sporadisch erfolgt", schreibt uns Ulrich Freitag. "Wir wohnen in Geroldsau und haben in letzter Zeit sehr schlechte Erfahrungen gemacht", berichtet Detlef Heusler. Ende Oktober habe er von Mittwoch bis Samstag überhaupt keine Post bekommen - "obwohl wir mehrere Abos erwartet haben. Erst am Montag kam dann ein gehäuftes Päckchen mit der erwarteten Post bei uns an", schreibt er. "Auch hier in Kuppenheim ist immer wieder zu beobachten, dass die Post nicht rechtzeitig liefert. Montags kommt oft gar nichts an", teilt Stefan Hörig mit.

Seit mehreren Jahren montags keine Post

"Letzte Woche kam Montag und Dienstag keine Post, dafür quoll am Mittwoch mein großer Briefkasten über. Dass keine Zustellung erfolgte, weiß ich deshalb, weil ich als Stadträtin sehr viel Post bekomme. Speziell montags gibt es seit Monaten in Geroldsau oft keine Zustellung", schreibt Stadträtin Astrid Sperling-Theis. "Ich bekam im Oktober zwei Einladungen per Post und habe mich geärgert, dass beide Veranstaltungen zu dem Zeitpunkt bereits vorbei waren. Bisher hatte ich die Absender im Verdacht - nach Ihrer Berichterstattung bin ich schlauer", schreibt Michael Hug aus Oosscheuern. "Wir wohnen in Rastatt-Rheinau. Wir haben ebenfalls massive Probleme. In der Regel erhalten wir ein bis zweimal pro Woche Post, mehr nicht", teilt Rudi Müssig mit. "Wir bekamen die ganze letzte Woche keine Post zugestellt, dafür aber am Montag ein ganzes Bündel, unter anderem auch eine Terminerinnerung für letzten Donnerstag", schreibt Familie Walter aus Lichtental. "In Ebersteinburg bekommen wir seit mehreren Jahren montags keine Post", beklagt sich Alexander Witte. "Ich wohne in Ötigheim, im letzten Drittel eines Zustellbezirkes. Auch wir sind betroffen. Dies zieht sich bereits seit Mai hin. An einigen Tagen wird abgebrochen, und anstatt am anderen Tag die Post zuzustellen, bekommen wir gar keine. Der Spiegel kommt acht Tage zu spät, die Fernsehzeitschrift ist abgelaufen, das Rezept vom Doktor überfällig. Wir haben auch schon mehrmals eine Woche lang keine Post erhalten", schildert Gerda Kühn.

"Tagelang bekomme ich keine Post, dann quillt der Briefkasten über. Ich habe mehrfach Briefe mit Einladungen erhalten und konnte die Termine nicht wahrnehmen, konnte mich aber auch nicht entschuldigen, da die Briefe mitunter fast zehn Tage gebraucht haben. Mehrfach habe ich die Briefausträger angesprochen, aber man bekommt ja immer dieselbe Antwort: kein Personal, Krankheitsfälle! Die können ja nichts dafür, müssen sich aber die Beschwerden anhören", schildert Stadträtin Margit Ooser aus Oosscheuern. "Mein Freund ist Anfang Oktober in Hamburg verstorben. Seine Frau schickte mir die Traueranzeige, abgestempelt in Hamburg am 14. Oktober. Sie erreichte mich am 20. Oktober, einen Tag nach der Beerdigung", schreibt Jürgen Becherer. Und Olaf Köpke schildert: "Die Postzustellung macht seit einiger Zeit den Eindruck völliger Beliebigkeit. Im Sommer kam die Post eine Woche lang nicht. Anschließend befand sich ein Wust zerknüllter Post im Briefkasten. Wir haben die Post auch schon in der Box für unsere Mülleimer gefunden." Wenige Tage später schreibt er erneut: "Heute erhielten wir seit langem mal wieder Post. 19 Postsendungen lagen im Briefkasten." Darunter seien die Einladung der AWO zur Versammlung vom 29. Oktober und Wahlbriefe für die Wahl des SPD-Vorsitzenden vom 31. Oktober gewesen. "Die Wahl ist längst abgeschlossen und wir konnten nicht teilnehmen", so Köpke. Auch Günter Hutt und Justa Reiser-Hutt aus Oosscheuern stellen fest: "Wenn man auf wichtige Nachrichten wartet, ist man verlassen. Wenn wir Glück haben, bekommen wir zweimal in der Woche Post." "In Hügelsheim bekomme ich seit gut einem Jahr am Montag keine Post", schreibt Kornelia Schneider.

"Briefträger wirken



unfassbar gehetzt"

"Wir wohnen in Balg. Wir haben oft Post im Briefkasten, die uns gar nicht betrifft. Es stellt sich die Frage: Wer bekommt unsere Post? Die Zusteller wechseln permanent", heißt es von Franziska Bähr. "Den Vogel abgeschossen hat unsere Zustellerin, indem sie die Briefe und anderen Postsendungen unserer Wohngemeinschaft (acht Mieter) alle in einen, nämlich meinen Briefkasten steckte. Als ich sie traf, fragte ich, warum das passiert ist. Die Antwort: Ich war an dem Tag spät dran", berichtet Ursula Gerhold, die in der Weststadt wohnt.

"Ich habe am 27. Oktober einen Brief erhalten, der am 10. Oktober losgeschickt wurde und in dem es um einen wichtigen Einstellungstest ging", schreibt Lena Rubischon. "Immer wieder finden wir auch Briefe bei uns im Briefkasten, welche weder unseren Namen noch unsere Hausnummer tragen. Die Briefträger an sich sind immer sehr freundlich, aber wirken auch unfassbar gehetzt und man sieht, dass sie unter enormem Druck stehen", meint sie.

Insbesondere beklagen sich Abonnenten von Zeitschriften, dass sie die von ihnen bestellten Hefte mehrere Tage nach dem Erscheinen erhalten. "Wir wohnen in Gernsbach-Lautenbach und machen seit vier Jahren schlechte Erfahrungen. Wir beziehen drei Abonnements - jeweils Donnerstag, Freitag und Samstag. Wir haben aufgehört zu zählen, wie oft wir diese nicht erhalten haben", schreibt Hilde Herrmann. "Ich habe meine Praxis in Lichtental. Es ist von Tag zu Tag sehr unterschiedlich. Heute bekam ich keine Post. Gestern war es dagegen immens viel. Ich beziehe Fachzeitschriften, die täglich erscheinen. Gestern bekam ich drei oder vier auf einmal, was unterstreicht, dass ich in den letzten Tagen keine Post bekommen habe", schreibt uns Arzt Patrick Fischer."Ich wohne in der Traubenstraße und erhalte den Spiegel oft verspätet, manchmal montags, andermal am Dienstag oder auch mal gar nicht. Das betrifft auch den Stern, der immer mal wieder einen Tag zu spät komnt", teilt Rosemarie Trauschütz mit. "Ich werde nach und nach meine Abos kündigen und im Bahnhofsbuchhandel meine Magazine holen", zieht Hans-Joachim Bunge für sich ein Fazit aus den Missständen. Er wohnt in Baden-Baden in der Straße Beim weißen Weg.

"Mein Geburtstag war am 19. Oktober. Ich bekomme immer sehr viel Post. Leider kam überhaupt nichts bei mir an. Am 26., also eine Woche später, erhielt ich endlich neun Bücher, Briefe und Karten. Der aufarbeitende Postbote erklärte mir, dass der für uns zuständige Austräger die Briefe bis zu einer bestimmten Hausnummer austrug, seine Arbeitszeit ausgeschöpft war und er dann aufhörte. Statt dass er am nächsten Tag dort weitermachte, wo er aufhörte, fing er wieder von vorne an", schildert Irmi Baudistel aus Oosscheuern.

"Vor einigen Monaten wartete ich auf ein Visum. Dieses wurde von der Botschaft in allerletzter Sekunde an einem Freitagabend in die nächste Postfiliale gebracht - Zustellung per Express, da ich am folgenden Dienstag um 15.06 Uhr von Frankfurt fliegen wollte. Es war davon auszugehen, dass Pass und Visum am Samstag, spätestens am Montag bei mir ankommen würden. Da aber montags hier seit längerer Zeit keine Post ausgetragen wurde, landete der Brief am Dienstag um kurz nach zehn Uhr in meinem Briefkasten", schreibt Monika Dehmers-Hoefele aus Baden-Baden.

Auch die Art und Weise der Zustellung lässt oft zu wünschen übrig: "Ziemlich ärgerlich finden wir es, wie mit unserer Post umgegangen wird. Heute lag eine Büchersendung, die an uns adressiert war, auf dem Briefkasten - jeder hätte sie wegnehmen können. Und dies, obwohl wir zu Hause waren und der Briefträger nur hätte klingeln müssen. Ein anderes Mal wurde ein Umschlag so in den Briefkasten gesteckt, dass über die Hälfte davon herausragte und durch Regen nass wurde. Als wir uns bei der Post beschwerten, bekamen wir zu hören, dass der Zusteller nicht wegen jeder Kleinigkeit klingeln könne. Es wurden uns Briefmarken als Schadenersatz angeboten - die wir allerdings nie bekommen haben", schreiben Christel Tlaskal und André Cersovsky aus Rastatt.

Wenn der Postbote



kein Deutsch spricht

"Auch wir, wohnhaft in der Bernhardstraße in Baden-Baden, haben unfassbar schlechte Erfahrungen mit der Postzustellung gemacht. Es wurden bei uns Briefsendungen eingeworfen, die nicht für uns bestimmt waren, wo weder der Name des Empfängers sowie der Name der Straße stimmte. Wir haben diese Briefsendungen wieder bei der Post zurückgegeben. Bei Beschwerden am Postschalter wurden die Achseln gezuckt und der Hinweis gegeben, der Mann spreche ja kein Deutsch, da könne man nichts machen. Wir erhalten sowohl private als auch geschäftliche Postzustellungen. Hier sind in den vergangenen Wochen mehrfach avisierte Sendungen entweder gar nicht oder mit einer Verspätung von vier Wochen eingegangen. Dabei war der Original-Absender-Briefumschlag nicht mehr vorhanden und das steuerrelevante Dokument war ohne Kommentar in einen neutralen Umschlag ohne Absender gesteckt", schildern Johanna und Wolfgang Depping. "Dass der Nachbar unseren Steuerbescheid in seinem Briefkasten vorfand, finde ich einfach untragbar. Der Nachbar hat ihn auch geöffnet, weil er in der Masse der eigenen Post nach seinem Urlaub die Anschriften nicht mehr genau geprüft hat", schreibt Anita Welti.

Auch Unternehmen in der Region sind von den Problemen betroffen. Beispielsweise heißt es in einer Mail von der Baugenossenschaft Familienheim, dass öfters "Wohnungskündigungen erst nach dem möglichen Kündigungsdatum bei uns eingehen, obwohl sie rechtzeitig versandt wurden. Auch Handwerkerrechnungen, teilweise mit Skonto, kamen zu spät bei uns an. Auch sonstige Unterlagen haben wir erst spät erhalten, da die Post teilweise erst nach 14 Tagen und dann unvollständig ausgetragen wurde."

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