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Gesangverein Yburg nach
Gesangverein Yburg nach
19.11.2018 - 00:00 Uhr
Baden-Baden (cn) - Ein Hauch von Wehmut kam am Samstag bei den Mitgliedern des Gesangvereins Yburg 1869 auf, als im Neuweierer Schützenhaus das "Schifferlied" mit den Textzeilen "es löscht das Meer die Sonne aus" erklang. Kurz zuvor hatten die anwesenden Mitglieder einstimmig für die Auflösung des Vereins votiert, der vor rund 150 Jahren aus der Taufe gehoben worden war.

Das Lied von Friedrich Silcher, das aus den Lautsprechern erklang, war eine Aufnahme des Männerchors des GV Yburg aus den 1960er Jahren. Schon damals war die Anzahl der aktiven Sänger rückläufig, so dass 1977 ein wegweisender Beschluss gefasst wurde. Fortan durften Frauen in dem gemischten Chor mitsingen. Mit einer Zahl von 88 Sängern verbuchte 1978 der Gesangverein Yburg den höchsten Stand akt iver Mitglieder seiner Geschichte. Doch in den Jahren danach sank die Zahl stetig.

Der Vorstand versuchte, aus eigener Kraft Anstrengungen zu unternehmen, um neue Sängerinnen und Sänger zu gewinnen. Die Werbung habe nicht viel gebracht, es habe nur Absagen gegeben. Zwar fanden ein oder zwei Personen den Weg zum Chor, aber die tieferen Männerstimmen schwanden immer mehr, legte der Vorsitzende die Entwicklung dar. Zuletzt sangen zehn Frauen und drei Männer im Chor.

Ein Jahr vor dem 150-jährigen Bestehen zogen die Verantwortlichen des Vereins nun die Reißleine. Ohne eine Grundausstattung an Bass- und Tenorstimmen hätte laut dem Vorsitzenden Robert Fritz nicht einmal ein Jubiläumskonzert veranstaltet werden können. Angefangen von der Festorganisation bis hin zu einem Konzert wären Personalkapazitäten notwendig, über die der Verein schlichtweg nicht verfüge, schilderte Fritz die Situation.

Vor der Mitgliederentscheidung, den Verein aufzulösen, berichtete Schriftführerin Ulrike Knopf zum letzten Mal über die Aktivitäten im Laufe des vergangenen Jahres. Demnach wurde im Frühsommer die Tätigkeit der Dirigentin beendet und es fanden keine Chorproben mehr statt. Allerdings trafen sich die Aktiven zu gemeinsamen Unternehmungen wie Radausflügen. Der gesellige Part wurde Ende Juni mit einem mehrtägigen Vereinsausflug nach Holland gekrönt.

Die Schriftführerin informierte über den aktuellen Mitgliederstand: Von insgesamt 117 Mitgliedern sind zehn Sängerinnen und drei Sänger. Der Verein hat neun Ehrenmitglieder, von denen eines noch aktiv mitsang. Von Silvia Steger erfuhren die Anwesenden, dass der Verein noch über ein Vereinsvermögen von rund 3 000 Euro verfügt. Formaljuristisch geht nach einem Jahr das verbliebene Vereinsvermögen an die Stadt. Die Mitglieder sprachen sich per Beschluss dafür aus, dass die Summe den Jugendabteilungen in Neuweier zugesprochen wird.

Klaus Bloedt-Werner wohnte in seiner Funktion als stellvertretender Ortsvorsteher der denkwürdigen Versammlung bei. "Es geht ein Stück Kulturgut verloren", sagte Bloedt-Werner. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass in Zukunft das Singen im Rebland bei jungen Leuten auch wieder in Mode kommen könnte. Er dankte den Mitgliedern für ihren Einsatz mit einem "herzlichen Vergelt's Gott".

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