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Was soll aus der Trinkhalle werden?
20.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Nina Ernst

Baden-Baden - Wozu soll sie verwendet werden? Auf was soll Wert gelegt werden? Diese Fragen stellen sich zurzeit für die Trinkhalle. Nachdem die Touristinfo und der Ticketservice im Sommer dort ausgezogen sind, hatte Steffen Ratzel, Chef der Bäder- und Kurverwaltung (BKV), angekündigt, die Trinkhalle touristisch aufwerten zu wollen.

Und wir fragen Sie, liebe Leser: Haben Sie Ideen, die Sie der BKV zwecks Umnutzung und Umgestaltung mit auf den Weg geben wollen? Wir sind gespannt, was Ihnen vorschwebt und sind überzeugt, dass auch die BKV mit großem Interesse die Vorschläge verfolgen wird. Und vielleicht ist ja das eine oder andere Bahnbrechende dabei, das der BKV-Chef noch nicht auf seiner Agenda hat.

Einige seiner Gedanken hatte Ratzel schon im April dem BT verraten. Es sei ihm ein wichtiges Anliegen, das Thermalwasser anders zu präsentieren und wieder zum Trinken freizugeben, hatte er damals betont. Nun bekräftigte Ratzel sein Vorhaben: "Es ist unser Bestreben, das zu schaffen." Denn vor 180 Jahren, also seit es eine Trinkhalle in der Kurstadt gibt, hatte die Trinkkur in Baden-Baden eine ganz besondere Bedeutung. Schon 1824 hatte Friedrich Weinbrenner eine Trinkhalle auf dem Areal des heutigen Friedrichsbades am Marktplatz bauen lassen. 1842 wurde diese dann durch einen von Heinrich Hübsch konzipierten Neubau an der jetzigen Stelle neben dem Kurhaus ersetzt. 1852 hieß es in einem Reiseführer: "Die Halle ist geräumig und luftig und in jeder Beziehung ihrem Zweck vollkommen entsprechend. Was geschmackvolle reiche Ausstattung betrifft, so steht sie dem Säulengang in keiner Beziehung nach. Die hohe gewölbte Decke wird von einer einzigen Marmorsäule gestützt, die in dem Herzogthum Nassau gebrochen und zugerichtet wurde. Den Säulenfuß umgeben vier schöne eiserne Brunnenschalen, in welche aus verschiedenen Röhren heißes Mineralwasser und frisches Quellwasser fließen." 59 Grad heiß war damals das Thermalwasser aus der Friedrichsquelle, das es hier zu trinken gab. Thermalwasser-Trinkkuren waren bei der damaligen Gesellschaft absolut "in": Man "wandelte" durch die Wandelhalle und nahm in kleinen Schlückchen das Thermalwasser aus Kännchen, Flaschen, Tassen oder anderen Gefäßen ein - während man anregende Gespräche mit Freunden, Bekannten oder "Leidensgenossen" führte.

1950 kam es zu einer umfassenden Renovierung und Modernisierung der Trinkhallen-Einrichtung, und der umgestaltete Brunnen wurde zum Herzstück. 2001 hielten dann unter dem neuen Besitzer, der BKV, das Bistro und die Touristinfo Einzug. 2013 wurde der Brunnen auf Anweisung des Regierungspräsidiums als Trinkbrunnen stillgelegt. Auf Anregung von Steffen Ratzel sind nun im August und September der Ticketservice (in die Fußgängerzone) und die Touristinfo (in die Kolonnaden) umgezogen.

Konzepte werden im Winter erarbeitet

Über die Wintermonate will man laut Ratzel Konzepte für die Zukunft entwickeln. Die Stadt habe kürzlich die "Überbleibsel der letzten Nutzung" entfernt, der Mietvertrag werde nun aufgehoben. Ratzel schwebt künftig beispielsweise eine stärkere kulturelle Nutzung vor. Man müsse schauen, was sich umsetzen lasse, eng abgestimmt mit dem Denkmalschutz. "Genauigkeit geht vor Schnelligkeit", so Ratzel. Das Café in der Trinkhalle solle zudem erhalten werden.

Was haben Sie für Vorstellungen, liebe Leser? Schicken Sie uns eine E-Mail mit dem Stichwort "Trinkhalle" an die E-Mail redbad@badisches-tagblatt.de.

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