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Im Schatten von Stars und Regisseuren
04.12.2018 - 00:00 Uhr
Von Gisela Brüning

Baden-Baden - "Aenne Burda - Wirtschaftswunderfrau" titelt der Zweiteiler, der am 5. und 12. Dezember, jeweils um 20.15 Uhr von der ARD im Fernsehen ausgestrahlt wird. Trailer in den Vorschauen und Medienberichte weisen seit geraumer Zeit auf das Filmereignis hin, das eine der bekanntesten Unternehmerfrauen der Nachkriegszeit zum Leben erweckt. Unter der Regie von Francis Meletzky übernahm die Schauspielerin Katharina Wackernagel die Rolle der Aenne Burda, die in der Tristesse der Nachkriegszeit den Wunsch der Frauen nach Schönheit und Farben, nach Eleganz und tragbarer Mode mithilfe genial erdachter Schnittmusterbögen und Anleitungen umsetzte. Die Idee zu diesem Film und das Drehbuch kommen von Regine Bielefeldt.

Deren Urheberschaft und Leistung werden kaum von der Öffentlichkeit registriert. Zumindest vermittelt die Autorin im BT-Gespräch diesen Eindruck, und einmal für dieses Thema sensibilisiert, stellt man fest, dass auch Hollywood hohe Einnahmen durch die Namen der Stars und Star-Regisseure generiert, während es den Drehbuch-Autoren relativ wenig Publicity gönnt. "Wir stehen immer im Schatten", beklagt sich Bielefeldt über ihr Los und das der Kollegen, die mit ihrer Erzählkunst erst eine Produktion ermöglichen. "Teil meines Berufes ist, zu propagieren, dass es diesen überhaupt gibt", denkt sie Strategien an, diesen Missstand zu ändern.

Seit 1996 ist sie als freie Autorin tätig, nachdem sie an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover und an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) in Potsdam-Babelsberg das Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaft beendet hatte. Berufsbegleitend besuchte sie die "Drehbuchwerkstatt München".

Seit elf Jahren lebt Bielefeldt mittlerweile mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Baden-Baden. Den sportlichen Ausgleich findet sie zweimal wöchentlich als Trainerin beim Sportclub Heel, wo sie die Jüngsten fit macht. Diese Tätigkeit ist ein Indiz für die engagierte Mutter und auf Effizienz und Disziplin gepolte Frau, die sich von der Bank aus zunächst für die Belange der Kleinen einsetzte und nach dem Erwerb des Trainerscheins aktiv mitwirkt. Ansonsten ist sie eine straff organisierte Arbeiterin, die pro Jahr durchschnittlich drei Drehbücher schreibt oder als Roman-Adaption für die Verfilmung aufbereitet. Aus ihrer Feder stammen etliche Folgen bekannter Serien, auch Krimis oder abendfüllende Sozialdramen wie "Blutgeld" oder "Im falschen Leben" oder "Keine Zeit für Träume".

"Seit meiner Kindheit ist mir Aenne Burda ein Begriff, denn auch meine Mutter vertraute den Burda-Schnitten und hat viel und gut genäht, was wir Geschwister - kleine Ignoranten - nicht sehr zu schätzen wussten", zeigt Regine Bielefeldt späte "Reue". Die neue Heimat im Südwesten inspirierte sie wohl zu dem Stoff, der ihr mit Aenne Burda (1909-2005) eine temperamentvolle unternehmerische Frau vorstellte. Im Einvernehmen mit der Familie recherchierte Bielefeldt, und selbst Sohn Hubert validierte die Schilderung des Entwicklungsprozesses seiner Mutter, die als betrogene Ehefrau ihre Satisfaktion in der radikal durchgesetzten Selbstverwirklichung als Unternehmerin fand.

Nachdem die Premiere des Films in Offenburg ein großer Erfolg war, setzt Regine Bielefeldt auf ein ebenso positives Echo der Fernsehausstrahlung - und darauf, dass der Beruf der Drehbuchautoren eine stärkere Beachtung finden wird.

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