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Wildes Parken und so manche Beschimpfung
Wildes Parken und so manche Beschimpfung
06.12.2018 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Alle Jahre wieder ist der Baden-Badener Christkindelsmarkt nicht nur ein stimmungsvoller Treffpunkt, sondern auch Ausgangspunkt von teilweise unbeschreiblich chaotischen Verkehrsverhältnissen. Und dies scheint eher noch schlimmer zu werden.

Als Manfred Schmalzbauer, Leiter der städtischen Straßenverkehrsbehörde, kürzlich las, dass Tourismus-Chefin Nora Waggershauser beim diesjährigen Baden-Badener Weihnachtsmarkt mit einer Zunahme auf 500 000 Besucher rechnet, beschlich ihn nicht nur pure Freude über die Attraktivität der Veranstaltung. "Bei solchen Zahlen darf man sich nicht wundern über die jetzige Verkehrssituation", sagt er im Gespräch mit dem BT.

Lange Rückstaus auf dem vierspurigen Zubringer, teilweise wildes Verkehrsdurcheinander auf Kaiserallee und Inselstraße, wildes Parken auch im Grünbereich und zwischen Bäumen sowie in gesperrten Feuerwehrzonen, im Blechchaos feststeckende Busse und so manche - gelinde gesagt - mehr als unfreundliche Schreiereien. Dies sind in diesem Jahr wieder einmal vor allem an Wochenenden festzustellende Begleiterscheinungen des Christkindelsmarkts, wobei manche auch das Gefühl haben, dass es immer schlimmer wird.

Am ersten Adventswochenende waren zwei Mitarbeiter des städtischen Gemeindevollzugsdiensts in der Kaiserallee im Einsatz, um hier einigermaßen für Ordnung zu sorgen. Nachdem bereits kurz nach Mittag die Kurhausgarage voll war, mussten die ständig heranrollenden Autos über die Wilhelmbrücke rasch abgeleitet werden.

Doch auch andere Garagen füllten sich dann schnell. Da brauchten die städtischen Mitarbeiter schon gute Nerven, denn "sie wurden auf das Übelste beschimpft", berichtet Manfred Schmalzbauer. Viele Autofahrer wollten sich so kurz vor dem Ziel nicht wegschicken lassen, sondern einfach in der Kaiserallee warten, bis irgendwann ein Platz in der Kurhausgarage frei wird. Dies könne man aber nicht zulassen, so Schmalzbauer, da ja die Busse der Stadtwerke noch durch die Kaiserallee kommen müssen.

Aufgrund dieser andauernd nötigen Verkehrsregelung habe man wenig Zeit, sich auch noch um alle Parkverstöße zu kümmern. Nur im direkten Umfeld habe man zeitweise auch auf den ruhenden Verkehr achten können und - sozusagen nebenbei - etwa 60 Verwarnungen ausgestellt. In entferntere Straße seien die Mitarbeiter des Vollzugsdiensts aber nicht gekommen.

Zusätzliche Veranstaltungen wie etwa im Festspielhaus hätten die Parkplatzsituation am vergangenen Wochenende noch verschärft. "Wir machen das Nötigste, aber es ist einfach schwierig", betont Schmalzbauer. Wenn am 16. Dezember die Sportler des Jahres im Kurhaus gekürt werden, will man zur Verkehrsregulierung zusätzliches Personal aufbieten.

Leiden unter den Zuständen auf den Straßen müssen derzeit auch die Busfahrer. So ging zum Beispiel am Montag am frühen Abend in der Sophienstraße fast nichts mehr - ein Bus in Richtung Gaggenau steckte lange Zeit fest. "Wir haben zurzeit auf vielen Linien Verspätungen", räumt Stefan Güldner, Chef der Baden-Badener Verkehrsbetriebe, ein.

Zu den Baustellen kommt momentan einerseits das gerade durch den Christkindelsmarkt verstärkte "enorme Verkehrsaufkommen" (Güldner), das für Probleme sorgt. Doch auf der anderen Seite sind es besonders die Falschparker, die die Busse aufhalten, weiß man bei den Verkehrsbetrieben. "Die Park-Moral lässt schon sehr zu wünschen übrig", schimpft Güldner und verweist darauf, dass in der Kaiserallee sogar zwischen den Bäumen geparkt werde. Wenn man die Autofahrer darauf anspreche, zeigten sie wenig Einsicht.

Man sei da auf die Unterstützung durch den Gemeindevollzugsdienst angewiesen. Güldner kann in dieser Situation nur nachdrücklich an die Besucher des Christkindelsmarktes appellieren, möglichst auf den Bus umzusteigen.

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