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Grundschulen telefonisch schwer erreichbar
Grundschulen telefonisch schwer erreichbar
12.12.2018 - 00:00 Uhr

Von Harald Holzmann

 

Baden-Baden - Die Sekretariate der kurstädtischen Grundschulen sind nicht während der gesamten Unterrichtszeit besetzt. Das führte kürzlich zu Problemen an der Grundschule in Lichtental. Wegen eines Notfalls wollte eine Mutter die Schule telefonisch erreichen - und schaffte das nicht.

Ihre Tochter sei fünf Minuten nach Unterrichtsbeginn in der Schule eingetroffen, schreibt die Mutter. Weil ihre Klasse schon gemeinsam zum Sportunterricht aufgebrochen war, habe das Mädchen alleine im Schulgebäude Angst bekommen. Aus Panik habe sie sich in der Schultoilette eingeschlossen und mit ihrem Nothandy die Mutter angerufen.

"Ich habe versucht, ihr am Telefon die Angst zu nehmen und sie dazu zu überreden, doch an eine der geschlossenen Türen zu klopfen und um Hilfe zu bitten. Leider ist mir das nicht gelungen", so die Mutter weiter. Daraufhin habe sie versucht, jemanden zu erreichen. "Ab acht Uhr habe ich mehrmals versucht, über die Telefonnummer der Klosterschule das Sekretariat zu erreichen, um jemanden zu meiner Tochter zu schicken. Das Telefon klingelte jedes Mal durch." Also sei sie aus der Cité in die Schule gefahren, um die Kleine aus der Schultoilette zu holen und Lehrer zu informieren.

Auf BT-Nachfrage hieß es von der Stadtverwaltung, dass das Sekretariat in der Grundschule Lichtental tatsächlich an diesem Tag erst ab 8.30 Uhr besetzt war. Die Arbeitszeiten einer der beiden eingesetzten Schulsekretärinnen betrage demnach 18,3 Stunden an vier Tagen - also etwa 4,5 Stunden pro Tag. Eine weitere Kraft sei an einem Wochentag jeweils zwischen drei und vier Stunden lang im Einsatz. In den Unterrichtszeiten, in denen das Sekretariat nicht besetzt ist, sei ein Anrufbeantworter geschaltet. "Im konkreten Fall hat diesen allerdings aus Krankheitsgründen niemand aktiviert", so die Stadt-Pressestelle weiter.

Der Fall werde nun zum Anlass genommen, das System intern zu überdenken. "Wir werden einen intensiven Blick auf die Stellschrauben werfen", hieß es. Eine volle Besetzung der Sekretariate während der gesamten Schulzeit sei aber nicht vorgesehen. Das städtische Fachgebiet Organisation, das den Grundschulen die jeweilige Anzahl von Sekretariatsstunden zuteilt, gehe nach einer landesweit gültigen Berechnungsgrundlage vor, die beispielsweise die Größe der Schule und den Migrationsanteil bei den Schülern als Grundlage habe, heißt es aus dem Rathaus weiter. Konkret für die Grundschule Lichtental habe es zu Jahresbeginn 2018 sogar eine Wochenstunde mehr gegeben.

Die betroffene Mutter, die sich an die Verwaltung und an Stadträte gewandt hat, findet das nicht genug. Für die Eltern sei es eine absolute Selbstverständlichkeit, dass bei laufendem Schulbetrieb eine Schule vollumfänglich erreichbar ist. Es könne immer zu Notfällen kommen, "die weniger glimpflich ausgehen als bei mir", so die BT-Leserin weiter.

CDU-Vorschlag: Notfallhandy für Lehrer

CDU-Fraktionschef Ansgar Gernsbeck will sich für eine Lösung des Problems einsetzen. Er schlägt vor, dass Lehrer in den Zeiten, in denen das Sekretariat der Schule nicht besetzt ist, ein Notfallhandy mit sich führen. "Ich halte es für unabdingbar, dass an einer Schule zu jeder Zeit während des Schulbetriebs, auch während der Betreuungszeiten vor und nach dem Unterricht, ein Ansprechpartner erreichbar sein muss", schreibt er. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten dürfe das kein Problem sein.

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