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Rettung in letzter Sekunde
Rettung in letzter Sekunde
17.12.2018 - 00:00 Uhr
Von Christina Nickweiler

Baden-Baden - Die Zeichen zu Beginn der zweiten außerordentlichen Mitgliederversammlung des Schwarzwaldvereins innerhalb weniger Wochen standen klar auf Auflösung des Vereins. Alle Formalien waren vorbereitet worden. Aber in der allerletzten Sekunde erfolgte dann doch die Rettung.

Nach einer mühsamen Suche in den Reihen der rund 45 Anwesenden und mit Blick auf die endgültige Zerschlagung des mehr als 130-jährigen Traditionsvereins, erklärte sich überraschend die bisherige Wegewartin Anita Welti bereit, den Vorsitz zu übernehmen.

Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits einige Mitglieder nach und nach ihre Bereitschaft signalisiert, im Vorstandsteam mitzuarbeiten, aber eben nicht als Vorsitzender oder dessen Stellvertreter. "Was schreckt sie ab?", fragte der vom Hauptverband aus Freiburg angereiste Vizepräsident Werner Hillmann in die Versammlung. Er hob die gesellschaftliche Aufgabe des Schwarzwaldvereins hervor. "Der Schwarzwaldverein bietet eine Heimat. Wir werden nicht kampflos die Ortsgruppe Baden-Baden aufgeben", appellierte Hillmann an das Verantwortungsbewusstsein der Anwesenden.

"Haben Sie Mut", lautete auch die Aufforderung vom Vorsitzenden des hiesigen Bezirksverbandes Hornisgrinde, Jürgen Höll. Zuvor beschloss die Versammlung eine Satzungsänderung, die es von nun an ermöglicht, mehrere Vorsitzende als Führungsteam zu wählen.

Auch wurde das Prozedere von der bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Barbara Kast aufgezeigt, um den Verein aufzulösen. Das Fazit: Ist der Verein erst einmal aufgelöst, würde man die rund 180 Mitglieder verlieren, was eine spätere Neugründung zusätzlich erschweren würde. Auch würden die von vielen Mitgliedern beliebten und regelmäßig unternommenen Mittwochs- und Sonntagswanderungen sofort eingestellt.

In einer von Verzweiflung und Mutlosigkeit geprägten Stimmung gelang Hillmann dann ein rhetorischer Kunstgriff. Er zählte alle Ämter auf, für die es schon Zusagen gab und erhöhte so noch einmal den Druck mit einem Funken Hoffnung: "Soweit waren wir noch nie", stellte Hillmann optimistisch fest.

"Wir müssen eine Zukunftsperspektive haben", begründete Welti dann unerwartet ihre Kandidatur als Vorsitzende. Dieses Signal löste anschließend einen Motivationsschub aus. Die zu Beginn der Sitzung herrschende trübe Stimmung hatte sich plötzlich gewandelt. Es sagten nun weitere Mitglieder spontan zu, im Vorstand mitarbeiten zu wollen. Klaus Merkel erklärte sich bereit, das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden zu übernehmen, und Harold Woetzel sagte zu, fortan als Schriftführer zur Verfügung zu stehen.

Mit Welti verfügt die Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins Baden-Baden nun über eine profunde Kennerin der Örtlichkeiten, des Wesens und der Strukturen des Schwarzwaldvereins. Seit etlichen Jahren arbeitet sie als Wegewartin in der Ortsgruppe mit. Nach ihrer Wahl teilte die neue Vorsitzende mit, dass sie Wert darauflege, dass viele Positionen besetzt seien, um die Aufgaben auf mehrere Personen zu verteilen.

Insofern setzt sich der neue Vorstand nun wie folgt zusammen: Anita Welti (Vorsitzende), Klaus Merkel (stellvertretender Vorsitzender), Harold Woetzel (Schriftführer), Thomas Pauly (Kassierer), Silke Michel (Pressewartin), Gabi Braun (Wegewartin), Ingrid Hahn (Wanderwartin/Kassenprüferin), Michael Bauer (Beisitzer), Hans Lange (Beisitzer), Edith Schulz (Kassenprüferin). Um die Pflege der Internetseite wird sich Herbert Graetz kümmern. Die Positionen für einen Fachwart für Heimatpflege, einen Naturschutzwart und einen Jugendwart blieben noch unbesetzt.

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