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Seit langem mit dem Beruf geliebäugelt
05.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Alois Huck

Sinzheim - Die Pfarrgemeinde St. Martin hat einen neuen Mesner. Der 34-jährige Manuel Seifermann hat vor gut einem Monat die Stelle angetreten und ist der Nachfolger von Ewald Burkard, der sieben Jahre in der Pfarrkirche und im Pfarrzentrum seine Arbeit verrichtet hatte.





"Ich kenne Manuel Seifermann noch als Ministrant", erinnert sich Dekan Martin Schlick. "Er war damals schon einer, der sich engagierte." Manuel Seifermann war in seiner Ministrantenzeit Gruppenleiter, und bei den Sommerlagern gehörte er zum Leitungsteam. Schon als Messdiener hat ihm imponiert, welche Aufgaben ein Mesner zu bewältigen hat. Seither "liebäugelte" er mit dem Beruf. Als im Sommer die Stelle ausgeschrieben war, war er einer der Bewerber und erhielt die verantwortungsvolle Stelle.

Nach dem Abitur an der Heimschule Lender in Sasbach hat Manuel Seifermann den Zivildienst beim Spastikerverein Offenburg absolviert. Er betreute von morgens bis abends einen der sechs Spastiker, die in Gamshurst in einer Wohngruppe lebten. Nach der Zivi-Zeit ließ er sich von 2006 an drei Jahre lang in Lebach im Saarland zum Gesundheits- und Krankenpfleger ausbilden. Seit 2009 war er OP-Krankenpfleger in den ViDia-Kliniken in Karlsruhe. Das sind die fusionierten christlichen Kliniken St.-Vincentius und Diakonissenkrankenhaus.

"Die ersten Wochen in seinem neuen Beruf sind wie ein Crash-Kurs", bestätigte Ewald Burkard, der bis zum Jahresen de täglich mit Manuel Seifermann zusammenarbeitete. Und auch im neuen Jahr steht er ihm mit Rat und, "wenn es klemmt", auch mit Tat zu Seite. Zunächst ging es aber darum, in der Kirche die Weihnachtstage vorzubereiten. Ein gutes Dutzend Tannen waren aufzustellen, teilweise mit großen Strohsternen zu schmücken, und die große Weihnachtskrippe aufzubauen und einzurichten.

Dann standen die Weihnachtsgottesdienste an, wobei die Kinderchristmette auch vom Mesner ein Stück Flexibilität und notfalls Improvisationsvermögen forderte. In der Fastenzeit werden drei der vier Altäre geschlossen, der Palmsonntag, die Karwoche und die Osterfeiertage mit dem Herrichten des Osterfeuers werden weitere wichtige Aufgaben sein.

"Vor allem die Feiertage haben es in sich", erklärte der scheidende Mesner. Dabei helfe ein gutes Netzwerk, auf das man zählen könne. Weißer Sonntag und Pfingsten, aber auch Kirchweih und Patrozinium sind weitere Feste, bei denen unter anderem der Fahnenschmuck nicht vergessen werden darf. An Fronleichnam ist auf dem Blumenteppich vor dem Rathaus der Altar aufzubauen, und für das Hauptfest an der Mariengrotte muss an alles gedacht werden.

Der Dienst als Mesner erfordere aber auch ein gutes Maß an liturgischem Wissen. Dies wird sich Manuel Seifermann bei zwei Mesnerkursen im Kloster Gengenbach aneignen. Damit er sich zuvor schon theoretisch mit seiner Aufgabe befassen konnte, übergab ihm Ewald Burkard das Handbuch für Sakristei und Kirchenraum mit dem Titel "Nicht nur Glockenläuten". Das Läuten der Glocken geht meist automatisch, aber vor und bei den Gottesdiensten, vor allem aber an hohen Feiertagen morgens um 6 Uhr müssen sie per Knopfdruck in der Sakristei eingeschaltet werden.

Neben dem Dienst in der Kirche, zu der auch die Reinigung im Kirchenraum, der Sakristei und das Sauberhalten im Außenbereich gehören, ist Manuel Seifermann auch für das Pfarrzentrum als Hausmeister zuständig. Pfarrsaal, Gruppenräume und Kegelbahn reinigen, Überwachung der Heizung, bei Veranstaltungen nach dem Rechten sehen: Groß ist der Aufgabenbereich bis hin zum Schneeschippen und Rasenmähen.

"Die Arbeit ist interessant und abwechslungsreich" bestätigte Ewald Burkard. Er habe nie bereut, vor sieben Jahren "die beste Entscheidung" getroffen zu haben. Dabei kam dem Schreinermeister bei seiner Arbeit sein handwerkliches Können zugute. Neben seinen Fähigkeiten, die er als Maler beim Renovieren einiger Räume im Pfarrhaus bewies, hat er vor zwei Jahren dem großen Pfarrsaal ein neues, freundliches "Outfit" verpasst und vor wenigen Wochen auch der Kegelbahn eine Verjüngungskur gegönnt.

Von seinen Mesnerkollegen im Dekanat Baden-Baden/Bühl war er 2013 zum Dekanatsleiter gewählt worden. Rückblickend ist er dankbar, dass er in Pfarrer Martin Schlick einen "tollen Chef" hatte, mit dem er vertrauensvoll zusammenarbeitete. "Was auf Gegenseitigkeit beruhte", pflichtete ihm Dekan Schlick bei. Im Januar wird Ewald Burkard bei einem Pfarrabend offiziell verabschiedet.

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