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Autofreie Innenstadt: Baustelle als Test
Autofreie Innenstadt: Baustelle als Test
10.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Harald Holzmann

Baden-Baden - Bürgermeister Alexander Uhlig will den anstehenden Neubau der Fieserbrücke nutzen, um Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob die Kreuzstraße und weitere Teile der Innenstadt künftig komplett für den Durchgangsverkehr gesperrt werden könnten. Somit könnte die Großbaustelle, die wahrscheinlich 2020 in Angriff genommen wird, zum Testfall für die autofreie Innenstadt werden.

Fest steht für Uhlig: Weder der Leopoldsplatz noch die Lichtentaler Allee werden während der wahrscheinlich mehr als ein Jahr dauernden Arbeiten an der Brücke für den Individualverkehr geöffnet. Dass während der Leo-Baustelle und während des Umbaus der Luisenstraße durch die Allee die Busse rollen, sei etwas anderes gewesen. Der öffentliche Personennahverkehr genieße eine besondere Priorität. Er könne sich aber nicht vorstellen, die Lichtentaler Allee für den normalen Autoverkehr freizugeben.

Das Thema ist in den vergangenen Tagen durch einen Brief aktuell geworden, den Uhlig an Werner Schmoll geschickt hat. Es gelte zu überlegen, welche Bereiche der Innenstadt im Zuge von ohnehin anstehenden Baumaßnahmen demnächst autofrei werden müssen, schrieb er an den SPD-Stadtrat. Schmoll hatte Uhlig im November daran erinnert, dass der Bürgermeister in der Rede anlässlich seines Amtsantritts im Gemeinderat für Baden-Baden die Vision einer "autofreien Innenstadt wie in Saas-Fee oder in Zermatt" entworfen hatte (wir berichteten). Schmoll regte vor diesem Hintergrund auch an, dass der Gemeinderat zum Thema "Autofreie Innenstadt" eine Exkursion in den autofreien Schweizer Urlaubsort Zermatt machen sollte.

Für Uhlig ist die ab 2020 anstehende Baumaßnahme an der denkmalgeschützten und maroden Fieserbrücke im Zentrum ein Testlauf für einen Einstieg in das Thema "Autofreie Innenstadt" in Baden-Baden. Die Baumaßnahme werde "die Verbindung zwischen der Lichtentaler Straße über die Kreuzstraße in die Kaiserallee beeinflussen", schreibt er und betont: "Mit Sicherheit lassen sich aus dieser Zwangsmaßnahme weitere Erkenntnisse für eine sukzessive Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs aus der Innenstadt heraus gewinnen."

"Wir werden analysieren, wie wir die Zeit der Bauarbeiten am besten überbrücken können und ob sich die Lösung bewährt", sagt Uhlig. "Ich für meine Person habe jedenfalls noch nie die Notwendigkeit gesehen, überhaupt über die Kreuzstraße mitten durch das Herz der Stadt zu fahren."

Wie autofrei die Innenstadt am Ende tatsächlich werden kann, ist unklar. Werden nur Kreuzstraße und Fieserbrücke gesperrt, der ganze Bereich zwischen Hindenburg- und Augustaplatz oder gar nichts? Ob Baden-Baden mit seinen Bezügen ins Umland und seinen Einrichtungen in der Innenstadt mit Zermatt und Saas-Fee vergleichbar sei, könne sicher bei einer erneuten Exkursion des Gemeinderats und einem Gespräch vor Ort geklärt werden, zeigt Uhlig sich der Idee einer Reise in die Schweiz gegenüber aufgeschlossen. Im Jahr 1988 hat der Baden-Badener Gemeinderat schon einmal Zermatt besucht und sich ein Bild von der dortigen Situation gemacht.

Ihn habe bei seinen eigenen Besuchen dort und in Saas-Fee jedenfalls "das entschiedene und zwangsläufig von jedermann zu akzeptierende Vorgehen der beiden Städte beeindruckt", betont der Bürgermeister. So müssen beispielsweise in Zermatt Individualreisende ihre Autos auf Parkplätzen fünf Kilometer vor dem Ort abstellen. In den Touristenort gelangen sie dann zu Fuß, per Bahn, Taxi oder Limousinenservice.

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