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"Haus am See": Kritik am geplanten Neubau
11.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Christa Hoffmann

Sinzheim - Der geplante Neubau auf dem Areal des Hotels "Haus am See" im Sinzheimer Ortsteil Vormberg stößt auf Widerstand in der Nachbarschaft. Die Aussichtsterrasse werde verbaut, statt eines Wohnhauses mit Büro sei ein "Bürokomplex mit Wohnung" vorgesehen, und das Gesamtvolumen sei zu groß, lauten einige ihrer Argumente. Der Bauherr Thomas Zgraja weist dies zurück und erklärt, dass die Pläne mit den entscheidenden Stellen abgeklärt seien und sich an den Vorgaben der Landesbauordnung orientierten.

Bürgermeister Erik Ernst teilte auf BT-Anfrage mit, dass Anfang Februar ein Vor-Ort-Termin mit den Mitgliedern des Technischen Ausschusses und den direkten Anliegern geplant sei, um sich ein Bild von dem Vorhaben zu machen. Auch deshalb, weil Anwohner bei ihm vorstellig geworden seien.

Ursprünglich war vom Neubau eines "Wohnhauses mit Büro" auf dem Grundstück des Hotels "Haus am See" in Sinzheim die Rede. Im September vergangenen Jahres billigte der Gemeinderat dann aber den Entwurf für ein "Wohn- und Bürogebäude". Viele Anlieger haben sich bei der anschließenden Offenlage der Pläne diese genau angeschaut, fürchten den Bau eines "Bürokomplexes mit Wohnung" und sind empört und verärgert, wie einige, darunter Heike Ahlsdorff und Christina Jörger, jüngst in einem BT-Gespräch mitteilten. Der Bauherr betont, dass er in den vergangenen Monaten auf die Anwohner zugegangen sei. Fakt sei aber, dass ein Bürobetrieb in einem allgemeinen Wohngebiet zulässig sei.

Dennoch: Bei der Gemeinde sind während der Offenlage der Pläne bis Ende November 2018 rund 70 Einwendungen eingegangen. "Ein Aufbegehren, das Gemeindeverwaltung und das Kontrollorgan Gemeinderat nachdenklich machen muss", so die Meinung einer Interessengemeinschaft aus direkten Anliegern und anderen Vormberger Bürgern.

Hotel und Gaststätte des "Hauses am See" hatten den Besitzer gewechselt, waren saniert und im Mai 2018 wiedereröffnet worden. Dafür hatte der Eigentümer auch Mittel aus dem Leader-Förderprogramm bekommen. Dies stünde aber nicht im Widerspruch zu seinem Vorhaben, sagt Zgraja.

Auf dem etwa 1 750 Quadratmeter großen Grundstück, das im Bebauungsplan als "Sondergebiet Erholung" eingestuft ist, sehen die Bürger allerdings die dort gewünschte touristische Nutzung des Areals am Bergsee in Gefahr, weil "die exponierte Aussichtsterrasse des verpachteten Restaurants durch den Bau geschäftsschädigend verbaut wird", heißt es in einem Schreiben. Nur einen Meter neben der Terrasse solle etwa sechs Meter hoch das neue Haus entstehen. Damit werde auch die beworbene Aussicht bis ins Rheintal und zu den Vogesen zugebaut. Bauherr Thomas Zgraja betont, das der wesentliche Blick ins Rheintal erhalten bleibe, lediglich jener in die Weinberge beeinträchtigt werde.

Der Planentwurf sieht ein Flachdachhaus mit Tiefgarage, eine Etage für Büroraum (227 Quadratmeter) und darüber eine Wohnung für den Bauherrn (155 Quadratmeter), den Bauprojektentwickler und Immobiliendienstleister Thomas Zgraja, vor. Den direkten Unterliegern im Tannenweg rückt das Haus mit etwa 2,80 Meter Abstand von ihrem Grundstück sehr nah auf die Pelle. Und die 2,80 Meter sollen für zwei Stellplätze in Anspruch genommen werden. Der Bauherr argumentiert, dass in der Landesbauordnung sogar nur ein Abstand von 2,50 Meter vorgeschrieben sei. Hinzu komme noch das Gartenhaus, sagt Iris Gombold-Moench, dessen Größenangabe mit 37,33 Quadratmeter die Anwohner außerdem bezweifeln.

In Vormberg seien bisher nur Satteldächer erlaubt gewesen, betont Heike Ahlsdorff. Und die Häuser seien terrassenförmig angeordnet. Dieses Prinzip werde hier aufgegeben, kritisiert sie. Und Anwohner Winfrid Mirau beklagt grundsätzlich die zunehmenden Großbauten in Vormberg, nicht nur bei den Mehrfamilien-, sondern auch bei den Einfamilienhäusern. Nach seiner Ansicht geht der "Gesamtcharakter Vormbergs" verloren. Nicht zuletzt bei der Tiefgarage, die viel weiter in die Erde eingegraben werden müsse, wie das bei den Nachbarbauten der Fall sei. "Vormberg wird kaputt gebaut", meint sein Mitstreiter Peter Fischer und fügte hinzu, dass bei den Neu- oder Umbauten viel zu wenig Stellplätze verlangt worden seien - auch beim "Haus am See". Die Folge aus seiner Sicht: "eine katastrophale Infrastruktur".

Thomas Zgraja hat durchaus Verständnis dafür, dass die Anlieger nach Jahrzehnten des Stillstands nicht erfreut seien über die geplanten Veränderungen. Aber in mehreren Gesprächen mit den Fachleuten sei geklärt worden, dass seine Pläne "alle im gesetzlichen Rahmen" seien. Dennoch betont er weiterhin seine Gesprächsbereitschaft.

Der Bürgermeister wies zudem darauf hin, dass der Eigentümer unabhängig von der geplanten Bebauungsplanänderung bereits jetzt ein Baurecht auf dem Grundstück habe.

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