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"Mineralwasser statt Sekt" soll bei Trinkhallen-Eröffnung fließen
'Mineralwasser statt Sekt' soll bei Trinkhallen-Eröffnung fließen
14.01.2019 - 00:00 Uhr
Baden-Baden (gib) - Ob in stolzer Prosa, die BKV-Chef Steffen Ratzel für seine Neujahrsrede wählte, oder in launiger Poesie, mit der Baden-Württembergs Finanzministerin Edith Sitzmann eingangs für Heiterkeit unter den etwa 120 geladenen Gästen des Neujahrsempfangs der Bäder- und Kurverwaltung (BKV) sorgte, konnten beide Redner am Sonntagvormittag ihrer Zuhörerschaft viel Positives verkünden.

Schmetternder Trompetenklang des "New Sound Jazz-Trios" aus Sinzheim gab schon mal die Richtung vor, mit der Ratzel, seit August 2016 als Nachfolger von Karlheinz Hillenbrand Leiter der BKV, der Stadt seinen progressiven Stempel aufdrücken will. Als erstes Zeichen eines neuen Konzepts entdeckten Neuankömmlinge an den Eingängen der Kurhausgarage Infosäulen, die auf die neue Zeit, das "Parken als Kunsterlebnis" und den neuen Pächter der Garage aufmerksam machten. Wie berichtet, ist seit Anfang Januar nicht mehr die städtische Parkgaragengesellschaft PGG für das Parkhaus zuständig, sondern die landeseigene Parkraumgesellschaft (PBW). Im Hinblick auf Elektromobilität und digitale Bezahlsysteme solle die Garage zur komfortabelsten des ganzen Landes aufgerüstet werden, kündigte Ratzel nun beim Neujahrsempfang an.

Auch wenn der BKV-Chef seinen Blick auf das "arbeitsreiche und intensive 2019" lenkte, zog er zuvor Bilanz des Erreichten. Er verwies auf erfolgreiche Veranstaltungen im Kurhaus und Kurgarten, wie die 50. "Sportler des Jahres"-Gala, das "New-Pop-Festival" und den Christkindelsmarkt. Die meisten erwähnten Ereignisse im "Aushängeschild des schönen Ländles" (Sitzmann) sollten den Anwesenden dank der regelmäßigen BT-Berichterstattung nicht neu gewesen sein.

Als markante Daten während der kommenden zwölf Monate nannte Ratzel den 22. Januar, an dem Oberbürgermeisterin Margret Mergen in Paris den Antrag für die Aufnahme Baden-Badens in die Liste der Weltkulturerbe-Stätte einreichen wird. Für den 21. Juni 2019 wartete er mit der Überraschung eines Gratiskonzerts im Bénazetsaal auf, das vom Nationalorchester des französischen Staatspräsidenten gestaltet werden wird.

Für die seit dem Umzug der Tourist-Info und des Ticket-Services leerstehende Trinkhalle kündigte Ratzel Großes an. Eine Studiengruppe des KIT der Karlsruher Universität untersuche das historische Kleinod auch mit Blick auf eine mögliche künftige Nutzung (wir berichteten), zudem verfolge man weitere Pläne. So hoffe er, dass zur Wiedereröffnung im Jahr 2020 den Gästen "Mineralwasser anstelle von Sekt" gereicht werden könne. Das sei zudem billiger als der Alkohol, scherzte Ratzel.

Wie berichtet, wurde im Auftrag der BKV eine Zulassung des Baden-Badener Thermalwassers als "natürliches Mineralwasser" beantragt. Im Erfolgsfall könnte das Trinken des Wassers auch in der Trinkhalle wieder gestattet werden. Das bürokratische Verfahren gebe Anlass zu Optimismus, sagte Ratzel gestern.

Schließlich stellte der BKV-Chef die Restaurierung des zu Bruch gegangenen Kandelabers vorm Kurhaus für die nächsten zwei Jahre in Aussicht, bevor er die Finanzministerin Edith Sitzmann einlud, in ihrem "eigenen Wohnzimmer" das Wort zu ergreifen. Die Grünen-Politikerin, die eingangs Johann Peter Hebel zitierte, wechselte von der Poesie zum amtlichen Rapport und machte schnell klar, dass es ihr nicht nur ums "Wohnzimmer" ging, sondern um insgesamt 8 000 landeseigene Immobilien, die teilweise, ebenso wie zahlreiche Straßen, einer Sanierungsoffensive bedürften. Die Finanzministerin verwies auf den "wetterfesten Haushalt" der Regierung und die erstmalige Durchsetzung einer Schuldentilgung, die es "noch nie gegeben" habe. Zum Ausklang legte sich das Jazz-Trio wieder mächtig ins Zeug, und die kalten Platten kreisten, während man sich bestens unterhielt.

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