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Doch keine Arvato-Erweiterung
Doch keine Arvato-Erweiterung
29.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Sarah Reith

Baden-Baden - Hunderte zusätzliche Arbeitsplätze und eine immense Investition in den Standort Baden-Baden: Das hatten die Befürworter des Arvato-Neubaus auf dem Grundstück gegenüber dem jetzigen Firmensitz erhofft. Jetzt sind die Pläne, die insbesondere von Anwohnern auch kritisch gesehen wurden, vom Tisch: Die Firmenleitung von Arvato Financial Solutions hat sich gegen eine Umsetzung entschieden.

Stets war von Unternehmensseite betont worden, dass die Entscheidung zur Erweiterung in Baden-Baden noch nicht getroffen sei. Jetzt ist sie gefallen: Arvato nimmt die Bauoption auf dem städtischen Gelände gegenüber dem Hauptgebäude, Ecke Murgstraße/Rheinstraße, nicht in Anspruch.

Oberbürgermeisterin Margret Mergen bedauert dies: Die Stadt habe viel Zeit und Energie in die Erweiterungspläne investiert, wird sie in einer Mitteilung der Verwaltung zitiert. Schon 2017 hatten sich Bauausschuss und Gemeinderat mit dem Vorhaben befasst und die Aufstellung eines Bebauungsplans als Voraussetzung für dessen Realisierung beschlossen. Auch der Gestaltungsbeirat hatte die Entwürfe gebilligt.

Angedacht waren ein Bürogebäude mit 250 Arbeitsplätzen entlang der Murgstraße sowie eine daran angebaute Parkgarage entlang der Briegelackerstraße. Als Begründung, warum es zu dieser Erweiterung nun nicht kommen soll, nennt das Unternehmen Probleme bei der Personalsuche: Man finde in Baden-Baden nicht genug Mitarbeiter für die spezifischen Stellenprofile, erläuterte Unternehmenssprecher Dario Artico auf BT-Nachfrage. Mit den Mitarbeitern, die man neu gewinne, könne lediglich der derzeitige Stand von knapp 1 000 Mitarbeitern gehalten, aber nicht in größerem Maß zusätzliches Personal aufgebaut werden. Entsprechendes Personal finde man eher in größeren Städten.

Vor diesem Hintergrund sehe man aktuell auch von einer Erweiterungsoption des Unternehmens auf dem firmeneigenen Grundstück ab: In den vergangenen Jahren war neben dem Neubau auf der gegenüberliegenden Straßenseite auch darüber gesprochen worden, in einem bisherigen Innenhof einen weiteren Gebäudeflügel an das Bestandsgebäude anzubauen. Dort hätten zusätzliche 150 Arbeitsplätze geschaffen werden können.

Baden-Baden bleibe aber "einer der wichtigsten Standorte" für Arvato Financial Solutions, wird Geschäftsführer Kai Kalchthaler in einer Mitteilung zitiert. Das zeige sich schon daran, dass man das bestehende Gebäude 2016 gekauft habe. Wie berichtet, ist das Unternehmen seit 2009 eine 100-prozentige Tochter der Bertelsmann-Gruppe. Um die Firma langfristig an Baden-Baden zu binden, hatte Unternehmensgründer Sigmund Kiener 2016 das Bestandsgebäude sowie das Parkhaus, die bis dahin von der Bertelsmann AG nur angemietet gewesen waren, an diese verkauft. Die Erweiterungsoptionen am Standort hatte die Firma damals zur Bedingung für den Kauf gemacht. Man wolle weiterhin langfristig in Baden-Baden bleiben und investiere auch, heißt es nun vonseiten des Unternehmens: So seien ein Ausbau der Kantine sowie weitere Renovierungsarbeiten am bestehenden Gebäude vorgesehen.

Dass der Standort auch in Zukunft gesichert ist, ist auch der OB ein Anliegen. Zudem eröffnet sich laut Mergen nun auf dem Gelände gegenüber dem Unternehmen eine "Chance der städtebaulichen Entwicklung". Sie lasse verwaltungsintern prüfen, welche Möglichkeiten es dort gebe, sagte sie gegenüber dem BT - sei es nun für Büro- oder für Wohnbebauung. Ein Gesamtkonzept für das Areal, das auch dem jeweiligen Projekt entsprechende Parkmöglichkeiten beinhalte, biete sich an.

Auf dem zusammenhängenden städtischen Grundstück befinden sich derzeit noch ein Wohngebäude sowie ein Gebäudetrakt, in dem sich früher das städtische Grundbuchamt befand. Der Wohnblock steht laut Mergen aber bereits "weitgehend leer" - man habe das Areal für die Arvato-Pläne schnell zur Verfügung stellen wollen.

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