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Prinzessin Kim I. regiert auch gern ohne männliches Pendant
08.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Conny Hecker-Stock

Baden-Baden - Der Schriftzug "Weil ich es kann" prangt als Button unübersehbar an der Schärpe ihrer Lieblichkeit, Prinzessin Kim I. Der von Tobias Schindler von der Baden-Badener Narrenzunft bei der Proklamation der närrischen Regenten geprägte Spruch gefällt ihr einfach zu gut. Bringt er doch auf den Punkt, warum sie sich traut, auch ohne männliches Pendant an ihrer Seite die Narren der Kurstadt zu regieren.

Dieses Selbstbewusstsein wurzelt sicherlich auch in ihrer Historie, steht Kim Kraus doch bereits für die dritte Generation einer fastnachtsverrückten Familie. Begonnen bei Oma Jutta Bauer, die den legendären Lichtentaler Hausfrauen angehörte. Nach deren Auflösung 1986 wollten die Mädels einen Prinzessinnenclub, der sich auf ihre Initiative hin gründete - purer Zufall, dass der Prinzenclub da gerade seinen närrischen elften Geburtstag feierte. Jutta Bauer leitete den Prinzessinnenclub 22 Jahre lang, bevor sie das Zepter an ihre Tochter Ulli Kraus und Gaby Brüx übergab. Kims Mutter Ulli Kraus stellte 1983 zusammen mit Christian Grimm vom Deutsch-Französischen Carneval-Verein das Prinzenpaar des Festkomitees.

Die heute 24-jährige Kim Kraus war erst ein paar Monate alt, als sie bereits mitgenommen wurde zur Eröffnung der Fastnacht am Ooser Narrenbrunnen, was dem Badischen Tagblatt damals ein Foto wert war. Als Till Eulenspiegel durfte die Siebenjährige bereits beim Umzug mitlaufen, "ein tolles Gefühl", wie sie sich erinnert. Auch bei der alljährlichen Baumpflanzung und dem Empfang auf dem Balkon der Sparkasse war sie immer dabei.

Das närrische Suppenessen in ihrem Heimatstadtteil Oberbeuern liebte sie immer besonders. Da half sie schon als kleines Mädchen beim Gläserabräumen und genoss die gute Stimmung. "Ich bin sowieso immer gerne unter Menschen", sagt sie schmunzelnd. Sehr stolz war Kim I. immer dann, wenn sie Fastnachtsorden von den Großen bekommen hat.

Als Siebzehnjährige fand sie durch Freunde zu den Yburg-Dämonen Varnhalt, wo sie ihre heutige beste Freundin Annabelle kennenlernte. "Wir sind die Grausligen", beschreibt sie das Häs der Gruppe. Viele kleine Kinder fangen an zu weinen, wenn sie auftauchen. Doch dann nimmt Kim Kraus ihre Maske ab und nähert sich dem Narrensamen ganz vorsichtig, um zu verdeutlichen, dass sie eine ganz Liebe ist.

Kim I. hatte schon immer den Wunsch, Stadtprinzessin zu werden und trat in diesem Jahr selbstbewusst von sich aus an Christian Grimm heran. Ihrer Mutter hat sie zuerst gar nichts verraten, die Reaktion der Oma war eindeutig: "Dass ich das noch erleben darf ...." Nachdem der auserkorene Prinzgemahl kurzfristig aus beruflichen Gründen abgesprungen war, kam einige Hektik auf, doch Kim I. blieb ganz entspannt. OCV-Präsident Matthias Hartmann und seine Frau Conny leisteten ihr im Vorfeld Schützenhilfe, für ihre Reden spitzt der gute Freund der Familie, Werner Schlindwein, die Feder. Ihr Orden in Form einer Eule steht für das Wappentier der Oberbeuerner.

"Mir reichen zwei Männer", sagt Kim I. kess und meint damit Prinzessinnenführer Nicolas Grimm und ihren Fahrer Mario Dunger, der gut auf sie aufpasst. Während der Hauptfastnachtswoche hat sie Urlaub genommen von ihrem Job als Physiotherapeutin für schwere neurologische Fälle beim Mediclin Reha-Zentrum Gernsbach. Zusätzlich studiert sie Gesundheitsmanagement, vorausschauend, falls sie ihren körperlich belastenden Beruf eines Tages nicht mehr ausüben kann. In ihrer Freizeit liest sie gern, unternimmt viel mit Freunden und isst für ihr Leben gerne, auch wenn man ihr das überhaupt nicht ansieht. Und sie betont ausdrücklich, wenn auch mit einem Augenzwinkern, kein Single zu sein.

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