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Reise in die Welt der Worte
Reise in die Welt der Worte
09.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Janina Fortenbacher

Baden-Baden - Mucksmäuschenstill ist es am Donnerstag im Veranstaltungssaal der Stadtbibliothek , als die sieben Schulsieger des 60. Vorlesewettbewerbs ihre Plätze einnehmen. Dort lesen die Sechstklässler im Regionalentscheid vor der Jury um die Wette. Dabei kommt es nicht nur auf die Lesesicherheit, sondern auch auf Betonung und Interpretation an. In zwei Runden versuchen die Schüler, die Jury zu überzeugen.

Höchst konzentriert und ziemlich aufgeregt sitzen die sieben besten Leser der Baden-Badener Gymnasien und Realschulen vor der Jury, die sich in diesem Jahr aus Kinderbibliothekarin Ilka Hamer, Buchhändlerin Bettina von Falkenhayn, Julia Lösle-Bernhard, Lehrerin an der Theodor-Heuss-Förderschule, Ankica Rukavina vom Bildungsbüro und Vorjahressieger Linus Ernst zusammensetzt. Das übrige Publikum - Freunde, Lehrer und Familienmitglieder der Vorleser - verstummt augenblicklich, als Viktoria Braun (Realschule am Pädagogium) ihr Buch "Winston" von Frauke Scheunemann aufschlägt. Mit ihrer Geschichte über einen mutigen Kater gibt sie den Startschuss für die erste Runde, in der die Schüler rund drei Minuten lang aus einer selbst ausgewählten Lektüre vorlesen müssen. Danach geht es der Reihe nach weiter: Victoria-Catrin Brunner (Gymnasium am Pädagogium) liest aus "Rocky, die Gangster und ich" von Fritz Fassbinder vor. Immer der Nase nach geht es bei Juli Janitz (Markgraf-Ludwig-Gymnasium), die ihre Zuhörer mit "Die Duftapotheke" von Anna Ruhe auf eine Reise durch unterschiedliche Gerüche schickt. Luca Mirb vom Gymnasium Hohenbaden sorgt mit den Abenteuern von "Scarry Harry" (Sonja Kaiblinger) für Gruselstimmung, und Anna Hagel (Klosterschule vom Heiligen Grab) entführt die Anwesenden mit "Der Weltenexpress" von Anca Sturm in eine spannende Welt voller außergewöhnlicher Kinder. Mit "Der König von Narnia" von Clive St. Lewis erkundet Jennifer Hillert (Realschule Baden-Baden) ein geheimnisvolles Land. Valentin Heck beendet die erste Runde mit der humorgeladenen Geschichte "Ein ganz schön starker Plan" von Arne Svingen.

Danach heißt es Durchatmen - der erste Teil ist überstanden und die Jury zieht sich zur Beratung zurück. Einfach dürfte die Punktevergabe allerdings nicht werden, denn alle Teilnehmer hätten hervorragend gelesen, meint Ilka Hamer. "Ich habe mich auch sehr lange vorbereitet", merkt Victoria-Catrin an. Mit der Aufregung sei das allerdings so eine Sache. Um das Lampenfieber in Schach zu halten, hat Victoria-Catrin deshalb einen Trick: "Ich denke immer an meinen Hund. Das beruhigt mich", meint sie und beginnt zu lächeln. Nervosität ist auch für Juli kein Fremdwort: "Wenn ich aufgeregt bin, lese ich immer zu schnell", gesteht sie. Dann gestikuliert ihr ihre Mutter, die im Publikum mitfiebert, dass sie ruhig bleiben soll.

Luca habe sich das Lesen schon im Kindergarten beigebracht, erzählt er. Am meisten interessiere er sich für Fachbücher. Um sich auf den Wettbewerb vorzubereiten, habe er immer wieder die Zeit gestoppt. Viktoria übe nach einem ganz besonderen Schema, verrät sie: "Ich nehme mich selbst auf und höre mir an, wie es klingt." Außerdem habe ihre Freundin Helena sie bewertet.

In der zweiten Runde zeigt sich schließlich, wer auch mit fremden Texten gut umgehen kann. Dafür müssen die Sechstklässler aus "Mr Griswolds Bücherjagd" von Jennifer Chambliss Bertman vorlesen. Der zweite Teil gestaltet sich schwieriger und bringt den ein oder anderen kurz ins Stottern. Am Ende hat Juli Janitz die Nase vorn. Sie meistert die Aufgabe am besten: "Juli hat den fremden Text mit einer super Lesetechnik wiedergegeben", meint Julia Lösle-Bernhard anerkennend. Sie habe sinngemäße Betonungen verwendet und sogar eine Ironie erkannt und umgesetzt.

Die Baden-Badener Siegerin nimmt im Frühling am Bezirksentscheid teil, vielleicht geht es dann weiter zum Landesentscheid. Zum Finale reisen die Landesbesten im Juni nach Berlin, wo Deutschlands bester Vorleser gekürt wird.

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