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Stadt will die alten Villengebiete schützen
Stadt will die alten Villengebiete schützen
13.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Zur Erhaltung der stadttypischen historischen Villengebiete lässt die Stadt zurzeit eine Baufibel erarbeiten, die für Bauherrn und Architekten Grundzüge und Empfehlungen zur baulichen Gestaltung enthält. Es soll darüber informiert werden, was baulich möglich ist und was nicht geht. Der Entwurf wird morgen im Bauausschuss vorgestellt.

Die historischen Villengebiete Beutig-Quettig , Annaberg, Schützenstraße und Protestantische Neustadt gehören zu den wesentlichen Bestandteilen der Kurstadt des 19. Jahrhunderts, die in ihrer Struktur und Substanz und somit auch mit ihrem ästhetischen Eindruck, so schreibt die Verwaltung, "größtenteils bewahrt" wurden.

Doch dieses Erbe ist zumindest teilweise bedroht. So stellt man im Rathaus fest, dass zum Beispiel durch Verdichtungen, kubische Neubauten, Garagenbauten und ortsuntypische Einfriedungen eine "schleichende Veränderung" des Charakters der historischen Villengebiete erfolgt. Bebauungspläne und Erhaltungssatzungen reichen teilweise nicht aus, um dieser unerwünschten Entwicklung entgegenzutreten, da auch ein klares Leitbild fehlt. Dies will man nun mit der Baufibel ändern und die städtebauliche Ordnung sichern. Diese Initiative muss auch in Zusammenhang mit der Baden-Badener Unesco-Welterbe-Bewerbung gesehen werden, denn ein Hauptkriterium für die Aufnahme ist dabei die Einmaligkeit und Authentizität der historischen Bäderstadt.

Orientierung



am Harmonieprinzip

Zentraler Bestandteil dieses Erbes ist das Bild der alten Villengebiete, das nicht gestört werden darf. Deren Erhaltung soll nun die Gestaltungsfibel dienen. Obwohl man viel des Bestehenden bewahren will, heißt es in dem Entwurf der Fibel auch: "Bauliche Veränderungen sind unvermeidbar." Die Stadt setzt aber auf hohe Anforderungen an die gestalterische und städtebauliche Einpassung von baulichen Änderungen sowie von Neubauten. Hier soll nun die Gestaltungsfibel die dabei geltenden Kriterien genau definieren. Dazu gehört zum Beispiel die Berücksichtigung der Maßstäblichkeit und der Gestaltungsstruktur der umgebenden Bebauung.

Orientieren will man sich am prägenden Wesenszug des europäischen Städtebaus im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert: dem Harmonieprinzip. Die Villengebiete bilden mit Gebäuden, Freiflächen, Stadtgrundriss und Lage eine harmonische Gesamtheit. Bauliche Anlagen, die davon abweichen oder im Kontrast dazu stehen, "stören diese Gesamtheit", heißt es in dem Fibelentwurf. Die Villengebiete müssten als besondere Quartiere bewertet werden, die von solchen Störungen wie etwa Neubauten, die als Fremdkörper wirken, freizuhalten sind.

Vielmehr seien die ästhetischen Regeln aus der Entstehungszeit der Villengebiete zu beachten. Dabei hat man ganz besonders die "Dachlandschaften" im Blick und spricht sich zum Beispiel deutlich gegen Flachdächer aus. Zur Baufibel soll es im März oder April dieses Jahres eine Bürgerinformationsveranstaltung geben. Noch vor der Sommerpause des Gemeinderats soll sie endgültig beschlossen werden.

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