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"Geschmack von Leben" im Hospiz
'Geschmack von Leben' im Hospiz
14.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Gisela Brüning

Baden-Baden - Das Thema Sterben und Tod als Bestandteil jeglichen Lebens in versöhnlicher Weise aus der Tabuzone ins Bewusstsein zu rücken, ist nicht nur das Anliegen der Palliativ- und Hospiz-Bewegung. Der Andrang bei der Vorführung eines Films aus der ZDF-Reihe "37 Grad" am Dienstag im Cineplex-Kino bewies reges, wenn auch oft von Ängsten und Abwehr begleitetes Interesse der Allgemeinheit am eigenen Lebensende.

"Der Geschmack von Leben" titelten die Filmemacherinnen Andrea Schramm und Jana Matthes ihre Produktion, die sich in positiver Weise dem Geschehen im Hospiz Kafarnaum widmet. Der Filmtitel erwies sich als Programm und betraf vorrangig einen Aspekt des Aufenthalts der "Gäste" im Hospiz Kafarnaum, die hier die letzte Etappe ihres Erdendaseins zurücklegen. "Essen ist Leben", äußerte Eduard Nöthe auf seinem Krankenlager, als ihm Christiane Stangier sein Wunschmenü reichte. "Noch kann ich mir was wünschen; noch bin ich da." Das Wunschmenü aus Spargelspitzen und Hollandaise reichte ihm die Wunschköchin, die dreimal pro Woche den "Geschmack von Leben" ins Hospiz zaubert. Auch die ausgefallensten Wünsche, ob Trüffel, Hummer oder Mousse au Chocolat, können dank finanziellen Engagements des Fördervereins erfüllt werden.

Längst hat sich erwiesen, dass die Kochkünste von Christiane Stagnier nicht nur der Nahrungsaufnahme dienen. Mit dem Duft der Speisen, die mitunter gar nicht mehr verdaut werden können, breitet sich der "Geschmack des Lebens" in der Erinnerung aus. Bilder und Gedanken lösen sich aus dem Nebel der Vergangenheit, es steigen positive Begebenheiten der eigenen Biografie auf. Im Kafarnaum genießen sie Wertschätzung, Respekt und die Freude, Wünsche äußern zu dürfen. Diesem Aspekt schenkten die Filmemacherinnen besondere Aufmerksamkeit, aber auch diejenigen, die sich rund um die Uhr für die ihnen Anvertrauten einsetzen, kamen zu Wort.

Filomena Strolz, stellvertretende Pflegedienstleiterin, schilderte das Zusammensein mit den Gästen als sowohl beglückend als auch belastend. Menschen leiden zu sehen und immer wieder Abschied nehmen zu müssen, verlangt bei aller Empathie hohe Professionalität und Stärke, die auch die trauernden Angehörigen einbezieht. Man muss sich mit der eigenen Sterblichkeit und Verlusten im nahen Umfeld auseinandersetzen. Ein motiviertes Team, unterstützt von aufgeschlossenen und hilfsbereiten Ehrenamtlichen wie Bea Hammer, schenkt mit dem "Ort des Trostes" ein Stück Heimat.

So war der Film, der am selben Abend im ZDF-Fernsehprogramm lief, zwar eine idealisierte, aber auch wahre Darstellung des Alltags in diesem Hospiz. "Wenn es gelingt, ein Zeichen der Dankbarkeit allen in der Palliativ- und Hospizarbeit haupt- und ehrenamtlich Tätigen zu geben, sie zu ermutigen, weiter einfühlsam und professionell zugleich jedem Menschen, der ihre Hilfe braucht, individuell zu begegnen, sind wir einen Schritt weiter," schloss Jürgen Jung, Geschäftsführer des Klinikums Mittelbaden, seinen Dank an alle Beteiligten.

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