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Teilnahme an Bier-Wettbewerb "eine Schnapsidee"
19.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Janina Fortenbacher

Baden-Baden - Klack, zisch, Prost - wenn Katharina Huck in einer lauen Sommernacht mit ihren Freunden am See sitzt, darf eines auf keinen Fall fehlen: ein kühles Bier. Der Gerstensaf t ist für die 22-jährige Studentin aus Steinbach nicht nur ein Getränk, sondern steht auch für Kultur, Tradition und vor allem für Geselligkeit: "Bier verbindet Menschen", ist Huck überzeugt. Diese Botschaft will sie weitergeben. Deshalb will sie baden-württembergische Bierkönigin werden. Die erste Auswahlrunde hat Huck bereits geschafft.

Der baden-württembergische Brauerbund krönt 2019 gemeinsam mit seinen Mitgliedsbrauereinen zum ersten Mal eine baden-württembergische Bierkönigin. Die Auserwählte solle dann mindestens ein Jahr lang als Repräsentantin und Botschafterin des heimischen Kulturguts bei Veranstaltungen in Baden-Württemberg auftreten und "Lust auf Bier machen", sagt Denni Föll, Pressesprecher beim Brauereibund. Über die genaue Regierungszeit werde allerdings noch diskutiert.

"Mich freut es, dass es endlich auch in unserem Bundesland eine Bierkönigin geben wird", sagt Huck. Meistens werde Bier als reines Männergetränk angesehen, das sei "totaler Quatsch", meint die 22-Jährige. "Ich kenne genug Frauen - einschließlich mir selbst -, die gerne mal zu einer Flasche Bier greifen, statt zu einem Gläschen Wein", fügt sie hinzu.

Diese Worte aus dem Mund einer Steinbacherin? Klingt im ersten Moment wenig naheliegend, denn das Weindorf inmitten endloser Rebflächen ist bekannt für seine Winzer. Und dennoch zieht Huck dem Traubensaft Hopfen und Malz vor. "Vielleicht liegt es daran, dass ich ursprünglich aus Mannheim komme", vermutet Huck. In ihrer alten Heimat habe sie in der Nähe einer Brauerei gewohnt. Der würzig-malzige Duft aus der Bierfabrik habe sich daher schon sehr früh bei ihr eingebrannt und sie bis heute nicht mehr losgelassen. "Viele meiner Freunde und einige Familienmitglieder arbeiten in der Brauerei", erzählt Huck, die Betriebswirtschaftslehre und Handel an der dualen Hochschule in Mannheim studiert. Es sei deshalb schon Tradition, während ihrer Blockphasen an der Uni jeden Donnerstag in der Brauereigaststätte Schnitzel zu essen - natürlich immer in Verbindung mit einem frisch gezapften Bier. Am liebsten trinke sie Pils: "Im Sommer, wenn es draußen heiß ist, greife ich auch gerne zum Radler", sagt Huck. Das sei in warmen Stunden erfrischender und nicht so stark. Exotischere Biermixgetränke, die seit einigen Jahren verstärkt aufkommen, findet Huck zwar gut, manchmal aber auch zu chemisch. "Ich finde, da geht der eigentliche Biergeschmack oft verloren", so Huck. Ihrer Meinung nach schmecken viele Mischgetränke zu sehr nach Alkopops.

Während ihrer Praxisphasen arbeitet Huck in einem Baumarkt in Sinzheim. "Ich bin jemand, der anpacken will. Ein Job, bei dem ich nur am Schreibtisch sitzen müsste, wäre nichts für mich", merkt sie an. Die Stelle sei auch der Grund gewesen, weshalb die Bierliebhaberin nach Steinbach gezogen ist. Mittlerweile habe sie sich hier gut eingelebt.

"Ich habe meistens kein Problem damit, auf Menschen zuzugehen", sagt sie und schmunzelt. Ihre selbstbewusste, offene Art ist kaum zu übersehen: Locker scherzt Huck mit ihren Kollegen. Während ihr einer von ihnen freundschaftlich auf die Schulter klopft, hallt Hucks ansteckendes Lachen durch den kompletten Baumarkt. "Es kommt nur selten vor, dass ich schlecht gelaunt bin", sagt sie. "Es gibt so viel Hass und Neid auf der Welt - ich verstehe nicht, warum die Menschen nicht einfach zufrieden sein können. Mit ein wenig Alkohol im Blut klappt das doch auch", merkt Huck an und muss lachen. Auf Volksfesten wie dem Cannstatter Wasen falle ihr immer wieder auf, dass sich wildfremde Menschen freundschaftlich mit ihren Krügen zuprosten oder sich in den Armen liegen. "Das ist definitiv ein Zeichen dafür, dass Bier unterschiedliche Leute zusammen bringen kann", meint sie.

Hucks Kollegen unterstützen die Studentin tatkräftig bei der Wahl zur Hopfenkönigin. Von Hunderten Bewerberinnen hat sie es unter die Top 20 geschafft. Nun gilt es, bis zum 24. Februar mittels Online-Voting in die Top Ten zu gelangen.

Hucks Freunde stimmen deshalb alle online für die 22-Jährige ab. Im Mai gibt es dann eine interne Finalveranstaltung in Stuttgart mit einer noch geheimen Jury. Dort müssen sich die zehn übrigen Kandidatinnen in unterhaltsamen Aufgaben und mit einem Wissenstest beweisen. Die Jury ernennt schließlich die Bierkönigin und zwei Prinzessinnen, die auf dem Stuttgarter Frühlingsfest der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Aus Spinnerei



wird Ernst

Wie ihre Chancen stehen, kann Huck noch nicht einschätzen. "Ich werde die Sache locker angehen", sagt sie. Die Idee, sich überhaupt zur Wahl zu stellen, sei im wahrsten Sinne des Wortes eine "Schnapsidee" gewesen, gesteht die 22-Jährige und schmunzelt. Ihre Freunde hätten sie an einem feuchtfröhlichen Abend dazu überredet, sich zu bewerben. Und weil Huck für jeden Spaß zu haben ist, wurde aus der Spinnerei Ernst. Je weniger Kandidatinnen es werden, desto mehr wachse bei Huck der Wunsch, tatsächlich mit dem Krönchen gekürt zu werden. Bis die Entscheidung feststeht, heißt es nun "Abwarten und Bier trinken".

www.bierkoe nigin-bw.de

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