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Azubis machen Motto lebendig
22.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Janina Fortenbacher

Baden-Baden - Naturlandschaften, Fantasiewelten, ein fremdes Universum oder ein einsamer Obdachloser - manchmal weckt ein einziges Wort unzählige Assoziationen. Unter dem Motto "draußen" finden vom 24. März bis zum 26. Juni die 24. Baden-Württembergischen Theatertage in Baden-Baden statt. 14 Bühnenmaler und -plastiker der Louis-Lepoix-Schule begleiten das Festival mit einer Ausstellung und zeigen ihre ganz persönliche Interpretation des Festivalmottos.

Konzentriert beugt sich Kira Engel über ihr Werk, das die Beine einer Person zeigt, die geradewegs auf eine kunterbunte Welt zusteuert. Engel hat ihr Bild von der Staffelei genommen und flach auf den Fußboden gelegt, den eine riesige Plastikfolie vor bunten Farbflecken schützen soll.

Engel taucht einen breiten Pinsel in hellgraue Farbe, die sie sich zuvor angerührt hat. "Auf dem Bild fehlt noch der Schatten", sagt sie. Wie ihre Klassenkameraden ist sie im ersten Ausbildungsjahr. Wenn sie gerade nicht in der Schule ist, arbeitet sie am Theater Gießen als Bühnenmalerin. Mit dem Motto "draußen" verbindet sie eine Aktivität: "Ich habe als erstes an einen Schritt gedacht, der von drinnen nach draußen führt", erklärt sie. Allerdings müsse "draußen" nicht immer heißen, dass man sich in die Natur hinausbegibt. "Ich assoziiere mit dem Begriff auch, dass man sich aus alten Mustern herauswagt und seinen Horizont erweitert", sagt Engel. Bei ihr sei der neue Horizont die Kunst gewesen. Das spiegelt sich auf ihrer Leinwand wieder. Dort hat sie ein Werk des Künstlers Wassily Kandinsky nachgezeichnet. "Es steht für die Kunst, in die meine Person geradewegs hineinläuft", meint sie.

Engel muss laut sprechen, denn in der Kunstwerkstatt der Louis-Lepoix-Schule herrscht jede Menge Trubel. Umhüllt von einem starken Farbgeruch arbeiten im ganzen Raum verteilt junge Menschen an verschiedenen Kunstwerken. Mittendrin steht Bernd Krause. Gemeinsam mit seiner Kollegin Edith Rugel unterrichtet er den Ausbildungsjahrgang und gibt seinen Schützlingen immer wieder Tipps zu verschiedenen Techniken.

Von der Kooperation mit dem Theater sei er sofort begeistert gewesen: "Bereits 2005, als die Theatertage zum ersten Mal in Baden-Baden waren, haben wir mit dem Theater kooperiert", erinnert er sich. Das soll nun wiederholt werden. "Ich finde es wichtig, dass wir bei den Theatertagen mit im Boot sitzen", betont Krause. Als die einzige Ausbildungsstätte für Bühnenmaler- und plastiker könne man ein solches Event nicht an sich vorbeifliegen lassen.

An der Kooperation ist auch der Interessenverband "Baden-Baden Innenstadt" beteiligt. Julia Klaas, Pressesprecherin des Theaters, kündigt an, dass die Bilder während der Theatertage in verschiedenen Geschäften zu sehen sein werden. "Im Zuge dessen bieten wir auch geführte Spaziergänge an, bei denen die Künstler selbst die Hintergründe zu ihren Werken erläutern", sagt sie.

Wie vielfältig die Ideen der Schüler sind, sei bereits auf den ersten Blick zu erkennen, merkt Krause an: "Alle haben ihrer Kreativität freien Lauf gelassen." Für die Bearbeitung seien insgesamt zwei Tage und drei Nachmittage angesetzt. Während ihrer Blockphasen würden die Schüler neben praktischen Erfahrungen unter anderem auch mit Theater- und Kunstgeschichte in Berührung kommen.

Für Luise Chagger steht "draußen" für das Unerforschte: "Ich stelle mir einen Ort vor, der ganz weit weg ist und frage mich, ob es dort Leben gibt", schildert sie ihre Überlegungen. Ihr Bild zeigt einen NASA-Astronauten, der direkt in die unendliche Weite eines dunkelblauen Sternenhimmels blickt.

Nastasja Bauknecht drückt mit ihrem Kunstwerk ihre Naturverbundenheit aus: Ihr Bild zeigt Wildtiere inmitten einer grünen Landschaft, die auf einen Teenager schauen, der vertieft in seinen Laptop starrt. "Viele junge Menschen sind an Computer oder Smartphone gefesselt und nehmen die Natur um sich herum nicht mehr wahr", beklagt Bauknecht. Die Tiere habe sie bewusst im Zeichentrickstil dargestellt. "Damals wurden im Fernsehen noch Zeichentrickfilme gezeigt. Zu dieser Zeit sind die Kinder auch noch öfter nach draußen gegangen", erklärt sie.

Ein Blick auf die Werke der Schüler zeigt, dass ihre Ideen genauso bunt sind wie die Farbpalette, die auf einem Holztisch in der Mitte des Raums steht. Ihre freudigen Gesichter verraten jedoch, dass es eine Sache gibt, die sie alle vereint: die Liebe zur Kunst.

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