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Unbelehrbarer darf nur noch Getränke verkaufen
08.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Die städtische Veterinärverwaltung hat nicht nur das Wohl der Tiere, sondern auch die Gesundheit der Menschen im Auge. Daher spielen neben dem Tierschutz auch die Fleischkontrolle und die Lebensmittelüberwachung eine große Rolle bei der Arbeit des achtköpfigen Teams.

Mit Lebensmitteln haben im Stadtkreis rund 1 000 Betriebe zu tun - neben der Gastronomie und Hotellerie sind es zum Beispiel auch Kantinen, Einkaufsmärkte, Metzger, Bäcker oder auch Weinhändler. Sie alle bekommen ein bis zwei Mal im Jahr Besuch von den städtischen Lebensmittelkontrolleuren - entweder im Rahmen der planmäßigen Überwachung oder aber als Folge von Verbraucherbeschwerden.

Bei den fast 1 100 Betriebsüberprüfungen im vergangenen Jahr wurden bei rund der Hälfte der Fälle Verstöße festgestellt. Meist ging es dabei um hygienische Mängel - bis hin zu verdorbenen Lebensmitteln und Ungezieferbefall -, oder aber es wurden bauliche Defizite erkannt.

Häufig wurden kleinere Übertretungen moniert wie etwa ein nicht voll funktionsfähiges Handwaschbecken, doch zweimal mussten die Kontrolleure auch Betriebseinschränkungen anordnen.

Schließungen meist



nur für kurze Zeit

Schließungen, so berichtet Dr. Jutta Winter als Leiterin der Veterinärbehörde, seien in der Regel nur für ein bis zwei Tage erforderlich, in denen dann der Betrieb tüchtig gereinigt werde. In einem Fall allerdings habe sich ein Gaststättenbetreiber als unbelehrbar erwiesen: Er darf heute nur noch Getränke verkaufen.

Seitdem auch in Kindertagesstätten vermehrt Essen zubereitet wird, schauen auch hier die Lebensmittelkontrolleure nach dem Rechten. Und hören manchmal einen Protestschrei, wenn sie die diesbezüglich nicht immer so erfahrenen Küchenhelfer auf Hygieneprobleme hinweisen.

Beschwerden über Gaststätten gibt es immer wieder - nicht immer sind sie berechtigt. So zeigte sich, dass in einem Gasthaus, in dem ein Mann nach Verzehr von Schaschlik mit Pommes Magenprobleme bekam, alles in Ordnung war. Der Betroffene hatte wohl einfach zu viel gegessen.

Die Reaktion in den aufgesuchten Betrieben ist nach den Erfahrungen der Kontrolleure sehr unterschiedlich: "Manche danken uns, weil wir ihnen die Augen geöffnet hätten, aber andere rasten einfach aus", erzählt Winter.

In Baden-Baden gibt es eine durchaus nicht unbeträchtliche Zahl von Nutztieren: 281 Rinder, 1 667 Schafe, 192 Ziegen, 18 Schweine, 2 190 Hühner und 775 Bienenvölker. Diese stehen aufgrund der Tierseuchenbekämpfung im Blickfeld der Veterinärverwaltung.

Tollwut ist zwar schon lange nicht mehr aufgetreten, doch die Geflügelpest könnte jederzeit ausbrechen. Bei der Blauzungenkrankheit, die nicht auf den Menschen übertragen wird, rechnet Winter damit, dass auch im Stadtkreis Baden-Baden schon bald betroffene Tiere festgestellt werden. Groß ist die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest, hier will man bei einem Ausbruch gewappnet sein.

Zum Aufgabenbereich der Behörde zählen auch die Untersuchungen des Fleisches bei Schlachtungen: im vergangenen Jahr 32 Rinder sowie 314 Schafe und Ziegen. Auch bei erlegten Tieren - sogenanntes Haarwild - wird das Fleisch kontrolliert (576 Fälle).

Selbstverständlich kümmern sich die städtischen Veterinäre auch um den Schutz der Tiere vor Quälerei und Missbrauch. Dazu zählt vor allem die Kontrolle von Tierhaltungen vom Nutztier über den Zirkus bis zu den Heimtieren. Hinsichtlich der Letzteren sind es oft Klagen von Nachbarn, die die Behörde tätig werden lassen: zum Beispiel über ständiges Bellen von Hunden oder vermeintlich zu wenig Bewegung für Tiere.

35 Fälle von Überprüfungen gab es im vergangenen Jahr, wobei allerdings laut Winter selten große Verstöße aufgedeckt wurden. Vielmehr spielten dabei oft auch Missverständnisse und Nachbarschaftsstreitigkeiten eine Rolle.

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