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Drastisches Übungsszenario: Ein Erdbeben
11.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Conny Hecker-Stock

Baden-Baden - Das Szenario der Übung des Technischen Hilfswerks (THW) Baden-Baden ist drastisch: Ein Erdbeben der Stärke neun bis zehn hat das Gelände rund um den Merkur erschüttert. Auf dem Vincentiusareal in Baden-Baden werden Personen vermisst. Zudem besteht die Möglichkeit, dass Gefahrgut entsorgt werden muss.

Ausgestattet mit diesen knappen Informationen machten sich am Samstag zwei Gruppen des Technischen Hilfswerks, Ortsverband Baden-Baden, mit zusammen 17 Helfern auf den Weg, um im Rahmen einer Übung die Lage zu klären und die betreffenden Personen nach Möglichkeit zu retten.

Auf dem Parkplatz des Badischen Tagblatts wurde der "Meldekopf" eingerichtet, mit dem die Helfer permanent in Verbindung standen, um ihre Aktionen abzustimmen. Laut dem hiesigen Ortsbeauftragten Michael Claus war das THW mit drei Fahrzeugen vor Ort.

Der Ortsverband Bühl stellte bei der Übung die unabhängigen Beobachter, die sich während einer solchen Übung akribisch Notizen machen, als Grundlage für die abschließende Manöverkritik. Zudem absolvierten die Bühler gleichzeitig eine Übung, bei der sie die Helfer, in dem Fall die hiesigen Kollegen, mit einer warmen Mahlzeit und Getränken zu versorgen hatten.

Nach einer ersten Besprechung waren die Aufgaben verteilt. Wobei Michael Claus klarstellte, dass es nicht oberste Priorität des THW sei, sich um mögliche s Gefahrgut vor Ort zu kümmern, das falle normalerweise in die Kompetenz der Feuerwehr.

Doch da ausgelaufene Fässer mit Chlor aus einem Schwimmbad, Lauge einer Wäscherei oder brennbares Heizöl unter anderem zu Verätzungen durch giftige Dämpfe oder massiven Schäden im Erdreich führen können, wurde das Thema sehr ernst genommen.

Übungsleiter Sebastian Peter war mit den Helfern auf dem Areal und wurde ebenfalls ständig über Funk informiert. Eine vermisste Person war auf einem Balkon aufgefunden worden und konnte über eine Leiter gerettet werden. Bei einer zweiten vermissten Person war die Suche schon aufwendiger.

Vorsichtig nahmen sich Beate Primus und Steffen Heck die Räume einzeln vor, im Schutzanzug und mit Atemschutzgeräten, sie leuchteten mit der Handlampe in jeden Winkel. In einem kleinen Nebenraum fanden sie das "Opfer", Maximilian Sommer vom Ortsverband Bühl. Er mimte einen Bewusstlosen, dessen beide Beine gebrochen waren und der kaum ansprechbar war. Vorbildlich hielten Beate Primus und Steffen Heck ständig verbalen Kontakt mit ihm und erläuterten ihre nächsten Schritte. Doch die waren gar nicht so einfach.

Das Opfer stöhnte erbarmungswürdig und musste so schnell wie möglich abtransportiert werden. Doch auf welchem Weg? Die Option "ab durchs Fenster" war zu gewagt, da zu eng und sehr steil. Bei dem nächstliegenden Raum mit Außentür drohte die Decke einzustürzen, ein zu großes Risiko. Nach kurzer Sondierung entschieden sich die Helfer für den Abgang durch den übernächsten Raum ins Freie. Das Opfer wurde auf eine Trage gelegt, in eine wärmende Decke eingeschlagen und festgezurrt. Mit ihrer schweren Last kämpften sich Primus und Heck nach draußen, wo ihnen Hilfe durch weitere Kameraden zuteil wurde.

Danach trat erst einmal die Gulaschkanone in Aktion, bevor es nachmittags galt, weitere Opfer auf dem Vincentusareal in der Baden-Badener Innenstadt zu bergen.

Bei der Abschlussbesprechung wurde die gute Zusammenarbeit der einzelnen Gruppen positiv vermerkt. Kritisch diskutiert wurden der Einsatz der Geräte sowie die Kommunikation, die noch verbessert werden könne.

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