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Mehr Messungen, weniger Überschreitungen
12.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Nina Ernst

Baden-Baden - Längere Messzeiten, aber prozentual weniger Beanstandungen: So lautet das Fazit des Jahresberichts zur Geschwindigkeitsüberwachung 2018 in Baden-Baden. Damit konnte Bürgermeister Roland Kaiser gestern im Pressegespräch beweisen, warum er am Schmutzigen Donnerstag im Rathaus den Oscar für die beste Kameraführung bekommen hatte.

Gemeinsam mit Manfred Schmalzbauer, Fachgebietsleiter Straßenverkehr, und Maximilan Lipp, Fachbereichsleiter Ordnung und Sicherheit, gab Kaiser Auskunft darüber, dass Baden-Baden weiterhin als sicherster Stadtkreis in Baden-Württemberg zählt. Das bedeutet, dass in der Kurstadt im Landesvergleich prozentual die wenigsten Verkehrsunfälle mit verletzten oder toten Personen zu beklagen waren. Diesen Zustand führt die Stadtverwaltung auch auf die Maßnahmen zur Verkehrsüberwachung zurück. Gründe für die Kontrollen sind laut Lipp die Sicherheit des Verkehrs und die Lärmüberwachung.

Mobile Messungen/Enforcement Trailer: Die Inbetriebnahme des Enforcement Trailers, also des Blitzeranhängers, der seit Sommer vergangenen Jahres eingesetzt wird, habe dazu geführt, dass in Baden-Baden mehr und flexiblere Kontrollen der Geschwindigkeiten im Straßenverkehr möglich sind, erläuterte Lipp. Von rund 1 300 Stunden im Jahr 2017 wurde die Messdauer auf fast 3 700 Stunden erhöht, denn der Blitzeranhänger ermöglicht personenungebundene, durchgängige Messungen. Schmalzbauer: "Immer wieder hatten wir Beschwerden, dass die Straßenverkehrsordnung nachts in Baden-Baden nicht gilt." Mit dem Anhänger könne man die von Anwohnern wahrgenommenen Überschreitungen tatsächlich aufzeichnen. Bei insgesamt 578 Messungen wurden 26 380 Überschreitungen festgestellt. Die krasseste war dabei 147 Stundenkilometer bei erlaubten 60 auf der Europastraße. Das Fazit im Jahresbericht lautet: "Da die Beanstandungen nicht im gleichen Maße wie die Steigerung der Überwachungszeiten angewachsen sind, ist eine positive Änderung des Fahrverhaltens zu folgern." 2017 waren es bei 412 Messungen 22 026 Beanstandungen.

Standortsuche für mobile Messungen (Grafik): Manfred Schmalzbauer führte aus, dass sowohl Beschwerden von Bürgern als auch Gefahrenpunkte zur Standortwahl beitragen. Beispielsweise werde in der Ooser Bahnhofstraße, der Rheinstraße und in der Balger Straße vor allem wegen der Schulwege kontrolliert. Als "mehr als heftig" bezeichnete Schmalzbauer den Fahrer, der mit 81 "Sachen" durch die Ooser Bahnhofstraße gerast ist, wo Tempo 30 gilt. Kaiser betonte, dass es sich dabei jedoch nicht um einmalige "Ausreißer" handele, sondern eine Häufung bei solchen Spitzenüberschreitungen zu verzeichnen sei.

Stationäre Messungen in Geroldsau: Die Beanstandungen liegen seit einigen Jahren auf einem Niveau, 2018 waren es 1 048 Überschreitungen. Das höchste Tempo legte ein Motorradfahrer hin, der statt mit 70 mit 124 Stundenkilometern unterwegs war.

Stationäre Messungen am Ebert- und Verfassungsplatz: Schmalzbauer verzeichnet dort einen "deutlichen Rückgang". Waren es 2016 noch 10 360 Beanstandungen, waren es im vergangenen Jahr 6 353.

Rotlichtverstöße: Zwischen 90 und 200 Euro kostet das Fahren über eine rote Ampel - und dennoch sei die kaum schwankende Zahl mit 1 540 Verstößen erschrecken hoch, so Schmalbauer.

Schwarzwaldhochstraße: Diese Straße unterliegt wegen der hohen Zahl der Unfälle einer besonders starken Überwachung. 2018 wurden die Messungen von neun auf 14 erhöht, es gab 546 Überschreitungen.

Unliebsame Begleiterscheinungen: Laut Maximilian Lipp kommt es immer häufiger vor, dass Autofahrer, wenn sie geblitzt werden, den "Stinkefinger" in die Kamera halten. "Das lassen wir nicht auf uns sitzen", so Lipp: Diese Verstöße würden ebenfalls zur Anzeige gebracht.

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