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Wilder Müll ist in Baden-Baden keine Seltenheit
13.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Nina Ernst

Baden-Baden - "Im Prinzip ist es doch der gleiche Aufwand", sagt Roland Graf und schüttelt dabei ungläubig den Kopf. Graf ist Abfallberater beim städtischen Eigenbetrieb Umwelttechnik. Und dessen Mitarbeiter müssen alle zwei bis drei Tage ausrücken, um illegale Müllablagerungen einzusammeln. Dabei bietet die Stadt zur Abgabe von fast allen Arten von Müll kostenlose Möglichkeiten an.

Mit dem gleichen Aufwand, meint Graf: Ob nun der Müllverursacher seinen Unrat ins Auto packt und ihn an irgendeiner wilden Stelle ablegt, oder ob er ihn zum Baubetriebshof fährt, komme doch aufs Gleiche hinaus. Graf ist schon seit 1991 als Abfallberater tätig - und doch ärgert er sich jedes Mal aufs Neue über die Verschmutzung: "Für mich ist das nicht nachvollziehbar."

In dieser Woche musste die städtische Müllabfuhr beispielsweise schon in Haueneberstein tätig werden. Am Rand der Robert-Bosch-Straße hat jemand gleich einen ganzen Müllberg entsorgt. Da findet sich unter anderem ein Farbeimer neben einem Toilettensitz, Kartonagen neben Holzbrettern, und ein Teppich neben Plastiktüten. Und für all diese Gegenstände gibt es legale Abgabemöglichkeiten der Stadt, erläutert Graf - und zwar nicht nur die gelben und blauen Tonnen vor der Haustür.

Die Sperrmüllentsorgung kann beispielsweise ganz bequem über die Homepage der Stadt geregelt werden. Unter dem Raster "Umwelt" steht ein Formular zur Verfügung, das ausgefüllt werden muss. Dieses Formular ist auch in den Bürgerbüros, direkt im Baubetriebshof oder in den Ortsverwaltungen zu bekommen. Der angemeldete Sperrmüll wird dann bis zu zweimal im Jahr kostenlos direkt vor der Haustür abgeholt, man müsse also nicht einmal losfahren, so Graf. "Sperrmüll sind in erster Linie Möbelstücke", erklärt Graf. Aber auch Bettzeug und alter Hausrat zählten dazu.

Unter Sondermüll fallen alle schadstoffhaltigen Materialien, fasst der engagierte Abfallberater zusammen: Farben, Lacke, Spraydosen, Batterien, Waschmittel und einiges mehr. In der Regel findet an jedem ersten Samstag im Monat von 8 bis 13 Uhr auf dem Baubetriebshof, Flugstraße 29 im Gewerbegebiet Oos-West, eine kostenlose Sondermüllsammlung statt.

Um der wilden Müllberge Herr zu werden, ist der Eigenbetrieb laut Graf auf Meldungen aus der Bevölkerung angewiesen. Es reiche nicht aus, am Abfall vorbeizulaufen und sich darüber still zu ärgern. Nur wenn die Mitarbeiter am Baubetriebshof Bescheid wüssten, könnten sie auch tätig werden. Etwa 150 bis 170 Meldungen gingen jährlich ein, so Graf. "Die Entsorgung findet dann auf Kosten der Allgemeinheit statt. Und das nur, weil jemand etwas aus der gebührenpflichtigen Restmülltonne herauslassen will", mutmaßt Graf. Bevor der wilde Müll aufgeladen wird (in der Regel sind ein bis zwei Mitarbeiter dabei im Einsatz), wird darin nach Hinweisen auf den Verursacher gesucht. Findet sich etwas, beispielsweise eine Adresse oder ein Name, werde versucht, den Verursacher zur Verantwortung zu ziehen, sagt Graf. Das könne schon einmal zu Bußgeldern zwischen 100 und 500 Euro führen.

Im Gegensatz zum beschriebenen offensichtlichen Ablageort in Haueneberstein würden manche Mitbürger ihren Müll "regelrecht verstecken", so Graf. So sei es beispielsweise "total mühsam", Müll aus Waldstücken zu entsorgen, der achtlos einen Hang heruntergerollt wurde. Und teilweise sei auch die Umwelt gefährdet. Nämlich dann, wenn schadstoffhaltige Abfälle in der Nähe von Fließgewässern abgelegt werden.

Unter (0 72 21) 93 28 28 oder 93 28 27 sind die Abfallberater erreichbar und geben Auskunft. Im Internet gibt es außerdem Informationen zu den verschiedenen Entsorgungsmöglichkeiten.

www.baden-baden.de

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