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Steigende Kinderzahlen erfordern weiter hohe Ausgaben
Steigende Kinderzahlen erfordern weiter hohe Ausgaben
15.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Fast 23 Millionen Euro hat die Stadt seit 2014 für Neubaumaßnahmen und aufwendige Sanierungen in die Baden-Badener Kindertageseinrichtungen und Schulen gesteckt. Und an diesem großen Ausgabeposten im städtischen Haushalt wird sich in den nächsten Jahren nichts ändern, was auch auf die Entwicklung der Kinderzahlen zurückzuführen ist.



Baden-Baden wolle attraktiv für Familien mit Kindern sein, und da seien solche Ausgaben eben unbedingt nötig, unterstrich gestern OB Margret Mergen, als sie zusammen mit Bürgermeister Roland Kaiser bei einem Pressegespräch über die Entwicklungen im Bereich der Kindertagesbetreuung und der Schulen informierte. Die Stadt habe zum Beispiel seit 2011 zwischen 550 und 600 Euro pro Jahr und Schüler investiert. Dies sei im Vergleich der Kommunen in Deutschland ein hoher Wert.

Dass in Kindertageseinrichtungen Plätze geschaffen werden mussten und müssen, zeigt ein Blick auf die Statistik: Die Zahl der jungen Baden-Badener unter sieben Jahren ist zwischen 2015 und 2018 deutlich angestiegen um fast zehn Prozent. Besonders dynamisch ist die Entwicklung bei den kleineren Kindern im U 3-Bereich mit einem Plus von 15 Prozent.

So musste in diesem Zeitraum der Ausbau an Betreuungsplätzen massiv gesteigert werden, für die U3-Kinder sogar um mehr als 28 Prozent. Große Erweiterungs- und Neubauprojekte wurden realisiert. Das brachte Baden-Baden einen Anstieg der U 3-Betreuungsquote in den Jahren 2017 und 2018, der höher ausfiel als in anderen Stadtkreisen im Land. Aufgrund der starken Nachfrage nach Kinderbetreuungsangeboten wird die Stadt hier weiter investieren müssen. Bereits beschlossen ist die Schaffung von zusätzlichen 234 Plätzen, davon 90 im U3-Bereich. Um dies zu realisieren, sind diverse Neubauvorhaben geplant wie die Kita Keltenweg, der Steinbacher Kindergarten Regenbogen, der Campus-Kindergarten in der Cité oder die Naturgruppe Hasensprung (Pädagogium).

Trendwende an



den Grundschulen

Viel Geld musste und muss die Stadt auch für die Schulen in die Hand nehmen. Zwar sind die Schülerzahlen insgesamt an der Oos seit 2014/2015 leicht zurückgegangen, doch im Auge muss man besonders den Trend bei den Grundschulen haben.

Hier sanken zwar die Zahlen seit 2004/05 zunächst kontinuierlich, doch seit 2016/17 ist wieder ein durchaus kräftiger Anstieg festzustellen. So hat Baden-Baden unter dem Strich seit 2003 erheblich weniger Grundschüler verloren, als es im Landesschnitt zu verzeichnen ist. Für die Stadt heißt die zuletzt festzustellende Trendwende bei den Grundschulen natürlich, dass man bei Investitionen auch die weiterführenden Schulen bedenken muss.

Zuletzt wurden auch jährlich knapp 630 000 Euro in die IT-Schulinfrastruktur investiert. Erheblich ausgebaut hat man seit dem Schuljahr 2013/14 zudem die schulischen Betreuungsangebote wie etwa die Kurzzeitbetreuung und die Mittagstischangebote. So konnte in der Kurstadt die schulische Betreuungsquote auf über 20 Prozent gesteigert werden, doch damit liegt man noch deutlich unter dem Landeswert von 30 Prozent.

"Da müssen wir noch was machen", kommentierte Roland Kaiser dieses Thema. OB Mergen sah in der immer noch unterdurchschnittlichen Schulbetreuungsquote in ihrer Stadt kein Problem. In Baden-Baden gebe es für die Jugendlichen eben auch viele Vereinsangebote an Nachmittagen, die gerne genutzt würden.

Für die nächsten Jahre sieht die Schulentwicklungsplanung weiterhin erhebliche städtische Investitionen vor. So soll die Grundschule Cité einen Anbau zur räumlichen Weiterentwicklung bekommen, für die Robert-Schuman-Schule ist wegen der Raumnot ein Neubau geplant. Die Mensa der Theodor-Heuss-Schule will man für den Ganztagsbetrieb umbauen, das Richard-Wagner-Gymnasium wird vierzügig ausgebaut. Weitere Projekte betreffen das Markgraf-Ludwig-Gymnasium (Anbau und Sanierung), das Gymnasium Hohenbaden (Anbau wegen Raumnot) und das gesamte Schulzentrum West (Generalsanierung).

In welchen Zeitrahmen das alles erledigt werden kann, steht noch nicht fest. Margret Mergen hofft, dass die Stadt wie schon in den vergangenen zehn Jahren wiederum knapp 50 Millionen Euro für Schul-Investitionen aufbringen kann. Roland Kaiser fasste die Situation so zusammen: "Wir stehen vor außerordentlich großen Herausforderungen."

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