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Berühmte Trauerbuche in der Allee verliert ihre Hauptkrone
16.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Diese Nachricht verkündete das Gartenamt gestern nur sehr ungern: Die berühmte Trauerbuche am Beginn der Lichtentaler Allee (beim Museum LA 8) - eines der beliebtesten Fotomotive Baden-Badens - muss erheblich beschnitten werden und wird in einer Woche die Krone des Hauptstamms verlieren.

"Man sieht den Baum richtig leiden." Gartenamtsleiter Markus Brunsing machte aus seinen Gefühlen keinen Hehl, als er gestern eine umfassende Operation am sicherlich ungewöhnlichsten Baum der Kurstadt ankündigte. Es handelt sich dabei um einen wahren "Methusalem", denn historische Abbildungen zeigen, dass die markante Buche schon im 19. Jahrhundert an diesem Standort die Menschen begeisterte. Brunsing schätzt daher ihr Alter auf 160 bis 200 Jahre.

Im 19. Jahrhundert waren Trauerbuchen - dabei handelt es sich um die hängende Form der Rotbuche - sehr beliebte Parkbäume. Das Besondere an dem Baden-Badener Gewächs ist der ungewöhnliche Effekt, dass sich auf dem Boden aufliegende Äste der Buche wieder eingewurzelt haben und dadurch mehrere inzwischen schon sehr eindrucksvolle "Tochterbäume" entstanden sind, die durch einen recht bizarren und schlingenartigen Wuchs auffallen.

Trauerbuchen haben allerdings zwei große Probleme, die auch ihrem berühmten Baden-Badener Vertreter schon lange zu schaffen machen. Durch die oft gebogene Form des Stamms, der normalerweise beschattet sein muss, wird dieser in Teilbereichen vermehrt der Sonnenstrahlung ausgesetzt. Dies ist bei dem Baum in der Allee besonders ausgeprägt, und so zeigt hier abgestorbenes Holz die massiven Folgen des Sonnenbrands.

Hinzu kommt die Anfälligkeit für Pilzbefall, der Zunderschwamm hat mehrere Bereiche der Trauerbuche befallen und zersetzt dort das Holz. So ist am Hauptstamm auf halber Höhe eine tiefe Höhlung entstanden, außerdem werden die Wurzelbereiche als instabil eingeschätzt.

Dies alles hat den Baum geschwächt und in seiner Standfestigkeit beeinträchtigt. Daher steht die Trauerbuche in der Allee schon lange unter besonderer Beobachtung des Gartenamts, zur Stützung des Hauptstamms musste ein aufwendiges Stahlgerüst installiert werden.

Doch inzwischen ist der Hauptstamm so morsch geworden, dass die Möglichkeit eines akuten Bruchs besteht, bei der auch eine Gefährdung von Spaziergängern nicht ausgeschlossen wäre. Das Gartenamt sieht daher sofortigen Handlungsbedarf, bevor die Buche durch eine zunehmende Belaubung noch eine zusätzliche Last tragen muss.

Einen "Kahlschlag" wird es deshalb aber nicht geben. Allerdings muss der Hauptstamm ab einer Höhe von etwa drei Metern gekappt und seine gesamte Krone abgenommen werden. Doch die gesamten "Tochterbäume" sollen komplett erhalten bleiben. Aus diesem Grund muss der Hauptstamm auch als Torso stehen bleiben, da die "Töchter" mit ihm verbunden sind.

Das führt dazu, dass die Kronenentfernung eine durchaus heikle Aktion ist, denn man muss darauf achten, dass solche Verbindungsäste nicht entfernt oder unterbrochen werden. Die jetzige Stahlpyramide zur Stützung soll einschließlich des Fundemants abgebaut werden. An dieser Stelle will man im Herbst eine junge Buche pflanzen.

Die Kronenentfernung an der Trauerbuche wird am Samstag, 23. März, ab dem Morgen durchgeführt und soll im Laufe des Nachmittags abgeschlossen werden. Da dabei auch ein großer Kran zum Einsatz kommt, ist in diesem Bereich eine Komplettsperrung der Lichtentaler Allee für Fahrzeuge und Fußgänger erforderlich. Der Zugang zum Museum LA 8 bleibt allerdings erhalten. Die Busse werden in der Zeit über Augustaplatz und Luisenstraße umgeleitet.

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