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"Haus am See": Offenlage der neuen Pläne
'Haus am See': Offenlage der neuen Pläne
22.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Christa Hoffmann

Sinzheim - Gründlich hat sich am Mittwochabend der Gemeinderat Sinzheim mit dem geplanten Neubau beim "Haus am See" beschäftigt. Eineinhalb Stunden lang widmeten sich die Ratsmitglieder der Abwägung der während der Offenlage eingegangenen 71 Anregungen von Behörden, Trägern öffentlicher Belange und Privatleuten (siehe obenstehenden Bericht). Und sie billigten schließlich einstimmig den aktualisierten Planentwurf. Außerdem sprachen sie sich ebenso einmütig für eine erneute Offenlage der in wesentlichen Punkten überarbeiteten Pläne aus.



Diese sehen für das Wohnhaus mit Büro und Garage sowie ein Gartenhaus unterhalb des Hotel-Restaurants "Haus am See" am Tannenweg folgendermaßen aus:

Das Gebäude wird um 0,73 Meter tiefer gelegt.

Die südliche Fassade wird im Erd- und Obergeschoss anders ausgerichtet. Dadurch wird die talseitige Gebäudebreite verkürzt und lässt mehr Luft zu dem unten liegenden Reihenendhaus Tannenweg 4. Der Blick in die Rheinebene und auf die Reben wird so erweitert.

Auf der Westseite wird auf einen Balkon verzichtet.

Auf der Westseite wird in den Obergeschossen der Grenzabstand vergrößert. Dadurch verringern sich das Gebäudevolumen und die Raumfläche.

Das bisher im Bürogeschoss (Erdgeschoss) geplante Archiv entfällt. Diese Flächen werden zur Erweiterung des darüber liegenden Wohngeschosses genutzt. Verhältnis Wohnen/Büro dann: zwei Drittel zu einem Drittel. Bisher war der Büroanteil größer als der Wohnanteil.

Die Stellplätze entlang der westlichen Grundstückgrenze entfallen.

Durch die Fassadengestaltung - Gliederung, Farbe, Holz - fügt sich das geplante Gebäude in das städtebauliche Umfeld gut ein.

An der bisherigen Gebietsausweisung "Sondergebiet" (SO) wird in zwei Teilbereichen festgehalten. SO 1: Pension Gaststätte und Gartenhaus, nur zulässig sind hier Betrieb des Beherbergungs- und Gaststättengewerbes, aber nicht im Gartenhaus, auch keine Wohnnutzung. SO 2: Neubau am Tannenweg, nur zulässig Wohnen mit untergeordneter Büronutzung.

Das Gartenhaus wird gedreht, damit vergrößert sich der Abstand zu den Nachbarn im Westen.

Der Überbauungsgrad für Hauptgebäude und Nebenanlagen beträgt statt bisher 65 jetzt 60 Prozent.

Die Größe zulässiger Werbeanlagen wird halbiert.

Zunächst räumte Eberhard Gschwender, stellvertretender Bauamtsleiter, kleine Verfahrensfehler und Versäumnisse im Vorfeld ein. Diese hätten aber "nicht zu Fehlentscheidungen" geführt, betonte er.

"Worum geht es?", stellte er eine rhetorische Frage zu Beginn seiner weiteren Ausführungen. Es gehe um die Frage, ob sich das mittlerweile reduzierte Vorhaben städtebaulich in die Umgebung einfügt. Und die Bürgerinitiative (BI) "Zukunft Bergseeareal" frage zu Recht, was das denn heiße. Hierzu gebe es eine Menge Literatur auch bezüglich der Rechtsprechung, holte Gschwender aus. Letztlich sei es eine "Ermessensentscheidung", jeder habe einen anderen Blickwinkel. Am Ende stimmt der Gemeinderat über das Bauvorhaben ab.

Eberhard Gschwender listete in der Folge auf, wie intensiv sich Verwaltung und Räte im Vorf eld der Sitzung mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Unter anderem seien die Anlieger gehört, ein Ortstermin vorgenommen, Gespräche mit dem sogenannten Vorhabenträger, dem Bauherrn, geführt worden und das Abwägen der Stellungnahmen nichtöffentlich im Februar im Gemeinderat vorberaten worden. Es sei wichtig gewesen, "sich die Zeit zu nehmen", sagte Bürgermeister Erik Ernst.

Anschließend erläuterte der Städteplaner Werner Gerhardt die Besonderheiten eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans (VEP), bei dem die kompletten Projektpläne - Lageplan, alle Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Höhenmaße Fassadendetails - verbindlicher Bestandteil werden, und fasste dann die Ergebnisse der Abwägung zusammen. Mit den genannten Änderungen sei man auf viele Kritikpunkte eingegangen, erklärte er.

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