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Äußerste Konzentration bei Kappung der Trauerbuche
25.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Conny Hecker-Stock

Baden-Baden - Der Auftrag war so brisant, dass der Chef der hiesigen Spezialfirma selbst Hand angelegt hat. Laut Veit Oesterle lag die Schwierigkeit bei der Kappung des Hauptstammes der markanten Trauerbuche am Steinbrunnen in der Lichtentaler Allee in der Unsicherheit, ab welchem Stadium die instabile Krone beim Ansägen wegbrechen würde.



Aufgrund verschiedener Pilzkörper, insbesondere des aggressiven Zunderschwamms, ist der bereits durch eine pyramidale Konstruktion gestützte Baum geschwächt und in seiner Stabilität beinträchtig (wir berichteten). Der schräg stehende Hauptstamm war so morsch, dass die Krone nur noch an dessen Seiten gehalten wurde.

Bei der Aktion am frühen Samstagmorgen wurde die Krone zuerst durch starke Ketten gesichert. Angeseilt am Kranausleger arbeitete sich Oesterle vorsichtig an die Sollbruchstelle heran. Äußerste Konzentration war gefragt, bei ihm wie seinen Mitarbeitern, um das brechende Teilstück sofort abfangen zu können. Während der Arbeit waren die Fahrbahn und die Fußgängerwege aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt.

Um kurz nach halb neun gab es ein Knacken und die Krone löste sich vom Hauptstamm. Die nächsten Minuten gingen unter die Haut. Mit etwas Fantasie hatte der abgesägte Torso die Form eines Seepferdchens. Wie eine gefangene Kreatur bäumte sich der Stamm an der Kette hängend immer wieder auf, drehte sich mehrfach um die eigene Achse, schien wie ein waidwundes Tier zu kämpfen - bis er langsam zur Ruhe kam, Zentimeter für Zentimeter auf der Fahrbahn abgelegt und dort mit größter Vorsicht zerkleinert wurde, da der Stamm unter Spannung stand.

Markus Brunsing vom Fachgebiet Park und Garten stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, dass alles gut gegangen war - ohne unliebsame Überraschungen. Das Besondere an der mindestens 160 Jahre alten Trauerbuche, einer hängenden Rotbuche, sind die Tochterbäume, entstanden aus bizarren, auf dem Boden aufliegenden Ästen, die ihrerseits wieder Wurzeln geschlagen haben. Diese sollen erhalten bleiben. Laut Planung soll im Herbst anstelle der Stahlpyramide, die nun nicht mehr gebraucht wird, eine neue Trauerbuche dazugepflanzt werden.

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