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Die Bücherei als Begegnungsstätte
Die Bücherei als Begegnungsstätte
26.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Janina Fortenbacher

Baden-Baden - Jüngst berichtete Sigrid Münch, Leiterin der Stadtbibliothek, im Hauptausschuss von ihrer neuen Überlegung: ein "Open-Library-Konzept" für die Kurstadt. Mit der Idee der "Offenen Bibliothek" sollen Nutzer die Möglichkeit haben, die Bücherei auch außerhalb der personalbesetzten Öffnungszeiten zu besuchen. Zugang erhalten sie durch das Einscannen ihres Bibliotheksausweises am Eingang.

"Die Idee einer ,Offenen Bibliothek' stammt aus Skandinavien", sagt Münch auf BT-Anfrage. In Deutschland seien offene Büchereien noch nicht so häufig zu finden. "Zwei Beispiele gibt es in Hamburg und Norderstedt. Dort hat man die Idee umgesetzt und bisher nur positive Erfahrungen gemacht", meint Münch.

Ähnliche Angebote finde man auch in Universitätsbibliotheken, die oft rund um die Uhr zugänglich sind. "Wir als öffentliche Bibliothek wollen unseren Nutzern zumindest erweiterte Öffnungszeiten in den Randzeiten ermöglichen", betont Münch. Das könne bedeuten, dass sich Besucher etwa schon morgens ab sieben oder abends bis 20 Uhr in der Bücherei aufhalten können, erläutert sie. Auch längere Öffnungszeiten am Samstagnachmittag oder auch montags könne sie sich vorstellen. "Ich bin montags oft im Haus. Immer wieder sehe ich Menschen, die an diesem Tag unsere Bibliothek aufsuchen und dann vor verschlossenen Türen stehen", schildert die Bibliotheksleiterin. Außerdem beobachte sie schon länger, dass Bibliotheken nicht mehr nur als Ausleihstelle, sondern zunehmend auch als Begegnungsstätte und Arbeitsplatz genutzt würden.

"Die Bibliothek ist ein öffentlicher Raum. Deshalb sollte sie auch zur individuellen Nutzung zur Verfügung stehen", betont Münch. Mit dem derzeitigen Personal könne man verlängerte Öffnungszeiten allerdings nicht stemmen. Um den Nutzern aber dennoch einen erweiterten Zugang zur Bücherei zu ermöglichen, eigne sich das "Open-Library-Konzept" gut, sagt Münch.

Zu den regulären Zeiten seien die Servicemitarbeiter wie üblich vor Ort, um die Besucher zu beraten. In den Randzeiten sei die Bibliothek dann nicht mehr personell besetzt. "Dadurch, dass bei uns die Ausleihe und Rückgabe schon lange über eine technische Selbstverbuchung möglich ist, sind die meisten die Selbstbedienung bereits gewohnt", ist Münch überzeugt.

Kameraüberwachung

und Bewegungsmelder

Um die Bibliothek zu betreten, müssten Nutzer an einem elektronischen Zugangsterminal - ähnlich wie bei der Selbstbedienungszone in Banken - ihren gültigen Bibliotheksausweis einscannen. Dann öffne sich die Tür, und die Besucher könnten das Haus in den ausgewiesenen Zeiten wie gewohnt nutzen, erklärt Münch. "Was wir für das Konzept benötigen, ist die technische Ausstattung dazu", sagt sie. Dazu gehöre etwa eine entsprechende Kameraüberwachung mit Bewegungsmelder. "Wenn die Bibliothek schließt, gibt es vorher eine Durchsage. Die Leute werden aufgefordert, das Haus zu verlassen. Ein Bewegungsmelder prüft dann, ob sich noch jemand im Haus aufhält", schildert Münch. Sollte dies der Fall sein, würde automatisch ein Security-Dienst informiert werden. Auch eine elektronische Stromschaltung, die die Computer automatisch an- und ausschaltet, müsse installiert werden.

Viele technische Voraussetzungen seien bereits vorhanden - etwa eine zentrale Lichtregelung, eine Sprechanlage und die Selbstverbuchungsanlage. Diese könne man weiter ausbauen, so Münch. "Meine Aufgabe ist es jetzt, mich bei anderen Bibliotheken und verschiedenen Firmen zu informieren und die Kosten aufzustellen", meint sie. Bisher sei die Überlegung noch weit von der Realisierung entfernt. Aber Münch ist überzeugt davon, dass erweiterte Öffnungszeiten genutzt würden. Über Unordnung oder Zerstörung mache sie sich keine Sorgen: "Es gibt Beispiele, bei denen es klappt. Nutzer, die an diesem Angebot interessiert sind, sind in der Regel auch verantwortungsbewusst."

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