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Schneller Einsatz verhindert schweren Unfall
18.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Nina Ernst
und Harald Holzmann

Baden-Baden - Was zunächst wie ein Problem aussah, das innerhalb von zwei Stunden behoben werden kann, entpuppte sich doch als viel schlimmer. Nach BT-Informationen drohte in Haueneberstein ein tonnenschweres Betonelement einer Lärmschutzwand auf die Gleise der Hochgeschwindigkeitszüge zu kippen. "Gefahr war in Verzug", hieß es unmissverständlich von einem mit dem Fall befassten Bahnmitarbeiter.

Wie berichtet, war am Dienstagvormittag die Unterführung der Bertha-Benz-Straße zwischen B 3 neu und Hauenebersteiner Gewerbegebiet voll gesperrt worden. Die Bahn habe der Stadt an dem Tag gegen 10.30 Uhr mitgeteilt, dass die Lärmschutzwände dort instabil seien, sofortiges Handeln nötig sei und die Straße gesperrt werden müsse, sagt Stadtpressesprecher Roland Seiter. Zu dem Zeitpunkt habe es von der Bahn geheißen, die Arbeiten dauerten rund drei Stunden.

Doch dieser Zeitplan ließ sich nicht einhalten, wie die Bahn gestern einräumte. "Die ursprünglich auf drei Stunden angesetzte Maßnahme dauerte letztlich über 24 Stunden", hieß es in einer Mitteilung. Es habe nicht, wie angenommen, nur ein defektes Lärmschutz-Element abgebaut werden müssen, sondern mehrere. Auf einer Gesamtlänge von etwa zehn Metern seien Platten beschädigt gewesen. Diese musste man aus Sicherheitsgründen entfernen.

Die Bahn schreibt außerdem: "Eine Gefahr für den Eisenbahn- und Straßenverkehr bestand zu keiner Zeit." Demgegenüber steht aber die Aussage eines Bahnmitarbeiters: "Wir haben einen möglichen schweren Unfall verhindert, bei dem es hätte viele Tote geben können." Wie er gestern im Gespräch mit dem BT erklärte, sei bei der Überprüfung des Brückenbauwerks von einem Gutachter festgestellt worden, dass eines der tonnenschweren Betonteile, die die obere Reihe der Lärmschutzwand bilden, schief in seiner Verankerung hing und drohte, auf die Gleise zu stürzen. Daraufhin sei der sofortige Abbau angeordnet worden. "Die Situation war nicht ungefährlich. Wir haben hier ja eine Hochgeschwindigkeitsstrecke", so der Mitarbeiter. Die Wände seien 20 Jahre alt und würden derzeit alle überprüft. Das Problem von Haueneberstein kann nach seinen Worten übrigens an allen Unterführungen mit Lärmschutzwänden in Mittelbaden existieren. Diese müssten jetzt alle überprüft werden. Auf erneute Nachfrage bei der Pressestelle der Bahn in Stuttgart hieß es dazu: "Die Information, dass alle Lärmschutzwände untersucht werden, stimmt." Jedoch erfolge die Untersuchung ohnehin alle drei Jahre bei einer Regelinspektion.

Aufgrund eines schadhaften Lärmschutz-Elements sei "vorsorglich das benachbarte Streckengleis gesperrt und der Zugverkehr über die anderen drei Gleise umgeleitet" worden, hieß es von der Bahn weiter. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Stadt habe die Straßensperrung schnell eingerichtet werden können. In entgegengesetzter Richtung, also von der Stadt in Richtung Bahn, ist man nicht so positiv eingestellt. Die Stadt sei über die Verlängerung der Arbeiten erst am gestrigen Morgen in Kenntnis gesetzt worden, so Seiter. Vorher habe es keinen Kontakt gegeben.

Kein Schild: Autofahrer fahren in die Irre

Die Mitarbeiter der Verwaltung seien daher davon ausgegangen, dass sich die Sache wie ursprünglich angekündigt am frühen Dienstagnachmittag erledigt hatte. Wieder für den Verkehr geöffnet war die Straße aber erst gestern gegen 14 Uhr. Der Spezialkran war in der Nacht zum Mittwoch über Nacht aufgebaut geblieben.

Deshalb seien deutliche Worte mit den Bahnverantwortlichen gesprochen worden, sagte Stadtpressesprecher Roland Seiter gestern. Die Informationspolitik sei nicht gut gewesen, nicht alle Vorgaben bezüglich der Sperrung seien eingehalten geworden. So war erst gestern Vormittag am Kreisel in Haueneberstein ein Schild angebracht worden, das auf die Sperrung hinweist. Bis zu diesem Zeitpunkt waren aber schon etliche Autofahrer vergeblich in die Bertha-Benz-Straße abgebogen.

Einen Zusammenhang mit den im Januar aufgetretenen Schäden an den Lärmschutzwänden bei Sinzheim (wir berichteten) gibt es aber wohl nicht. Nach BT-Informationen liegen unterschiedliche Ursachen vor. In Haueneberstein handele es sich um ein Problem, das hauptsächlich an Brücken herrsche. In Sinzheim geht es um statische Probleme bei der Gründung der Wände.

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