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Piepmätze trillern, flöten und rufen Judith
20.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Conny Hecker-Stock

Baden-Baden - "Piepmätze für Einsteiger" ist ein speziell den Parkvögeln gewidmeter Abend des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) überschrieben gewesen. Die Hoffnung, bei der jüngsten Exkursion heimische Vogelstimmen erkennen z u lernen, lockt rund 30 Teilnehmer in die Baden-Badener Allee.





Treffpunkt ist am Hirtenhäuschen. Hier stimmen Martin Klatt, Geschäftsführer des NABU-Kreisverbands Rastatt, und dessen Sprecherin Marianne Leis-Messer die altersmäßig bunt gemischte Gruppe ein. Man wollte nicht jedem leisen Vogelsäuseln auf die Schliche kommen, vielmehr hatten beide einige wenige, dafür aber besonders markante Vertreter aus dem Chor der gefiederten Sänger ausgewählt. Die erste Lehrstunde dreht sich darum, wann und warum die Piepmätze überhaupt so aufdrehen. Besonders gerne, laut und viel wird beim frühmorgendlichen Konzert gesungen, teils noch vor Sonnenaufgang, und dann noch einmal am Abend, erklärt Klatt. Da sich die meisten Vögel von Insekten ernähren, die jedoch um diese Zeit noch höchst träge verharren, statt sich als flatternde Nahrung anzubieten, könnten sich die Männchen jetzt so richtig produzieren. "Ich bin hier, ich bin kräftig, ich habe Zeit zu singen, ich erwarte dich - komm her", signalisieren die kleinen Angeber, übersetzt der Experte. Gleichzeitig werde damit das Revier gegen übergriffige Frechdachse markiert. Das Rufen der Piepmätze hat hingegen eine ganz andere Bedeutung als ihr Gesang. Es sind zumeist Warn- oder Lockrufe, teils halten so beispielsweise die Zugvögel im Schwarm den Kontakt untereinander.

Im Strauchwerk an der Oos wird ein Rotkehlchen ausgemacht. Sein Gesang platzt förmlich aus ihm heraus, es artikuliert sich mit überschäumender Begeisterung, und als typischer Gebüschbrüter sitzt es auch nie so weit oben wie eine Amsel. Doch seine Lautmalerei ist richtig schwer zuzuordnen und für Anfänger deshalb nicht die richtige Chorliteratur. Alle Teilnehmer können dagegen ganz schnell die Amselmänner erkennen mit ihren wunderschönen, getragenen Flötentönen in der Stimmlage Alt, denen immer ein Hauch Melancholie zugrunde liegt - wenn sie nicht gerade so zetern wie manches Mal am Abend.

Die kleinen Zaunkönige mit ihrem wippenden Schwanz haben die größte Klappe, mögen allerdings lieber unaufgeräumte Kinderzimmer und schätzen das ordentliche Oosufer in der Lichtentaler Allee nicht so sehr, weiß Martin Klatt. Weibliche Kohlmeisen heißen meistens Judith, vom Männchen schnell zweimal hintereinander gerufen, sind sie daran leicht zu erkennen.

Die Gruppe wechselt dann in Richtung Obstgut Leisberg. Hier machen sich als erstes Spechte bemerkbar, bei denen auch die Mädels mittrommeln. Und dann lauschen alle angestrengt, um den Warnruf der Mönchsgrasmücke, der nach zwei aufeinander geschlagenen Kieselsteinen klingt, zu erahnen. Ihr Gesang ist ein schönes Flöten im Sopran, das klingt wie eine Turbo-Amsel, verdeutlicht Klatt. Aus ihrem Gebüsch kommt sie aber nur im Liebestaumel. Die Naturfreunde harren geduldig aus und werden belohnt. Auch ein Buchfink lässt von sich hören, den am Ende seines Trillerns ein markanter akustischer Aufwärtshaken kennzeichnet. Ein typischer Abendvogel wäre auch die Singdrossel gewesen, die sich allerdings diesmal nicht hören lässt. Selbst wenn sich die Teilnehmer der Exkursion noch nicht alle der lieblichen Vogelstimmen merken konnten, interessant war die Tour allemal, für die der NABU noch zwei Fortsetzungen in anderem Gelände anbietet, dann allerdings am frühen Morgen.

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