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Starkes Angstempfinden am Bahnhof Oos
Starkes Angstempfinden am Bahnhof Oos
26.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Janina Fortenbacher

Baden-Baden - Im Februar sorgte ein Unbekannter am Bahnhof Oos für Aufsehen: Mit einer Schreckschusswaffe bedrohte er einen 18-Jährigen. Vorfälle wie diese seien in diesem Gebiet keine Seltenheit, klagt eine 53-Jährige, die im Bahnhofsbereich tätig ist. Immer wieder komme es zu unerlaubten Zwischenfällen, sagt sie. Doch die Polizei stuft den Bahnhof dennoch nicht als kriminellen Schwerpunkt ein.


Die 53-Jährige arbeitet seit rund zwei Jahren am Ooser Bahnhof, aus persönlichen Gründen möchte sie anonym bleiben. Seit einiger Zeit beobachte sie verstärkt Vorfälle, die ihr Kopfzerbrechen bereiten: "Von Drogengeschäften über Handtaschendiebstähle bis hin zu Körperverletzung und Vandalismus ist alles dabei", sagt sie. Schon oft hätten Unbekannte gegen die Schaufensterscheiben uriniert. Der Bahnhofsbereich sei oft stark verwüstet: "Ich finde, das wirft kein gutes Bild auf die Stadt."

Hinzu kämen frauenfeindliche Pöbeleien von Migranten und teilweise stark alkoholisierten Obdachlosen: "Ich lasse mich eigentlich nicht so schnell einschüchtern. Meinen Kolleginnen rate ich, die entsprechenden Personen laut zurechtzuweisen, aber das gelingt leider nicht immer", betont sie. Als Frau fühle sie sich mittlerweile nicht mehr sicher.

Die Angestellte kritisiert in diesem Zusammenhang auch die geringe Polizeipräsenz am Bahnhof: "Die starke Entwicklung krimineller Machenschaften in diesem Gebiet wundert mich nicht, denn die Polizei scheint dort überhaupt nicht zu existieren." Nur sehr selten sehe sie Streifen im Bahnhofsbereich.

Rainer Wörner, Sprecher der Polizei, bestätigt auf BT-Anfrage einige Schilderungen der Frau: "In den vergangenen drei Monaten kam es insgesamt zu drei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz", sagt er. Des Weiteren seien elf Taschendiebstähle aufgenommen worden. "Dabei handelte es sich meistens um Delikte bestimmter Banden, für die am Bahnhof die Bundespolizei zuständig ist", erklärt Wörner.

Nicht zu übersehen sei auch die erhöhte Zahl an Fahrraddiebstählen im Gebiet des Bahnhofs: "Das liegt aber auch daran, dass in diesem Bereich einfach viel mehr Räder abgestellt werden als beispielsweise in der Innenstadt", mutmaßt er.

"Viele Straftaten landen nicht bei der Polizei"

"Der Fahrradstellplatz gleicht mittlerweile einem Schrottplatz", meint die Bahnhofsangestellte. "Überall stehen Räder, bei denen entweder ein Rad fehlt oder der Sattel abgeschraubt wurde. Jeder scheint sich dort nach Belieben zu bedienen." Trotz allem sei die Kriminalität am Bahnhof nicht außergewöhnlich hoch, sagt Wörner. "Wir führen mehrmals im Jahr Erhebungen durch und werten bestimmte Plätze aus, um kriminelle Brennpunkte ausfindig zu machen." Der Bahnhof in Oos sei laut der aktuellen Auswertung nicht auffällig. Dennoch wolle er die Vorfälle nicht kleinreden. "Jede Tat, die sich ereignet, ist eine Tat zu viel." Und jede Tat steigere auch das subjektive Angstempfinden. "Der Bereich rund um einen Bahnhof gilt sowieso schon immer als Angstraum", meint er. Dies gelte besonders in der Dunkelheit: "Wenn es draußen düster ist, ich alleine bin und eine Gruppe Fremder auf mich zukommt, fühle ich mich unwohl", weiß er aus Erfahrung. Hinzu komme die Tatsache, dass sich am Bahnhof in Oos sehr viele Obdachlose und Migranten aufhielten, was damit zusammenhänge, dass sich in der Nähe entsprechende Einrichtungen befänden. "Dieses Phänomen fügt sich gut in das Angstbild vieler Menschen ein", meint er. Laut seiner Aussage ist die Polizei durchaus mit Fußstaffeln präsent - allerdings könne dies aus personellen Gründen kein Dauerzustand sein: "Wir können uns nicht 24 Stunden nur am Bahnhof aufhalten", fügt er hinzu. Zumal das Bahnhofsgebiet momentan nicht als krimineller Schwerpunkt gelte.

Die 53-Jährige, die sich berufsbedingt jeden Tag mehrere Stunden am Bahnhof aufhält, sieht das anders: "Viele Straftaten landen nicht bei der Polizei, weil nicht jeder Diebstahl oder jede Schlägerei angezeigt wird." Sie appelliert deshalb an die Polizei, den Bahnhofsbereich in Zukunft stärker zu kontrollieren. So könne man dort das Sicherheitsgefühl vielleicht wieder etwas steigern.

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