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Er kennt alle 250 Fliedersorten mit Namen
30.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Christina Nickweiler

Sinzheim - Bei kühlen neun Grad Celsius hat Emil Kopp beim Aktionstag "Gläserne Produktion" eine Gruppe von Besuchern auf der Ebenunger Gemarkung Egelsbach begrüßt. Der Winzer feierte an diesem Sonntag zum zweiten Mal das Fliederfest - und viele Gäste folgten der Einladung.



Beim Fußmarsch entlang der Rebenzeilen wunderten sie sich, warum ausgerechnet in einer Gegend, in der Reben üppig gedeihen, ein Fliederfest gefeiert wird. Das Geheimnis lüftete sich, als Emil Kopp das Grundstück erreichte, auf dem den Gästen in einem kleinen Tal ein seltener Blick auf das Ausmaß von Kopps Fliederleidenschaft gewährt wurde: Flieder in allen Variationen, mit großen und kleinen Blütenkronen, mit gekräuselten, runden oder ovalen Blütenblättern und in verschiedenen Farben. Etliche Sorten haben sogar zwei oder mehrere Farben.

"Das ist ,Angel White' und nebenan ,California Rose'", zeigte Emil Kopp auf die stramm gewachsenen Fliederbäume. Mehr als 250 Sorten wachsen auf dem Kopp'schen Areal, und Emil Kopp kennt alle seine Lieblinge mit Namen. Eine selbst kreierte Sorte trägt den Namen seiner Frau "Gisela". Er weiß, welche Sorte wie intensiv duftet. Es gebe auch eine Art, die stinke, erläuterte Kopp. Aber grundsätzlich besteche Flieder "durch seine Farbe und mit seinem Duft", erfuhren die Besucher.

Aus diesem Grund hat Emil Kopp vor mehr als 30 Jahren damit begonnen, verschiedene Sorten zu ziehen. Beim Ausflug auf der Flieder-Prachtstraße in Ebenung erzählte er über seine ursprüngliche Idee: So wollte der Weingutsbesitzer seine farbintensiven Blütler zu Beginn der jährlichen Frühlingszeit in die Gegenden verkaufen, in denen noch winterliche Bedingungen herrschten.

Heute beliefert Kopp verschiedene Großmärkte bis ins Rheinland. Von dort aus landet die Kopp'sche Blütenpracht unter anderem in diversen größeren Hotels, die mit dem Duft und den Farben des Flieders ihre Gäste erfreuen. Allerdings ist die Blütezeit mit rund sechs Wochen kurz. Jedoch ist es Emil Kopp gelungen, eine Fliedersorte zu kultivieren, die später, und zwar bis zur Jahresmitte blüht.

Auf dem Weg zurück zur Wein-Residenz blieb er mehrere Male mit der Besuchergruppe stehen, um die Unterschiede der Fliedersorten zu zeigen. Manche Teilnehmer schnuppern an den Blüten. Erst bei einem genauen Blick offenbaren sich die Differenzen. Manche Blüten zeigen eine lila Farbe, wenn sie geschlossen sind, und eine weiße Farbe, wenn sie offen sind, erfuhren die Besucher. "Das ist ,Madame Mirabeau' aus Frankreich, ,Little Boy' aus Kanada, die ,Schöne aus Moskau' und ein filigraner Typ aus Peking", erläuterte Kopp. Wer hier auf der Fliedermeile entlangschreitet, der darf sich getrost "Kosmopolit" nennen. Zurück auf dem Winzerhof standen viele geschnittene Flieder in Kübeln parat. Hier erklärte der Weingut-Chef, wie die langen Stiele für den Großmarkt präpariert würden, damit sie möglichst lange hielten.

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