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Bleibt 115? OB überzeugt Stadträte nicht
Bleibt 115? OB überzeugt Stadträte nicht
02.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Nina Ernst

Baden-Baden - Von Abzocke, Bauchweh und Bequemlichkeit haben einige Stadträte am Montag im Hauptausschuss gesprochen, als es darum ging, die Behördenrufnummer 115 auch zukünftig als Service für Baden-Badener Bürger anzubieten. Ob dies der Fall sein wird, wurde daher nicht beschlossen: Die Abstimmung wurde vertagt und findet zu einem späteren Zeitpunkt statt.

Dieses vor rund zwei Jahren eingeführte Angebot kommt der Stadt nämlich, wie berichtet, viel teurer zu stehen als gedacht - was der Mehrheit der Fraktionen nun sauer aufstieß. Seit 2017 sind knapp 230 000 Euro Mehrkosten entstanden und pro Jahr müssen künftig statt geplanten 25 000 Euro laut Stadtverwaltung vermutlich rund 130 000 Euro berappt werden. Diese Beträge kommen laut Vorlage dadurch zustande, dass im Durchschnitt rund 1 400 Bürger im Monat die bundesweit einheitliche Rufnummer 115 wählen, um Informationen von der Baden-Badener Stadtverwaltung zu erhalten. Beantwortet werden die Fragen von Mitarbeitern in einem Servicezentrum in Karlsruhe, das für jeden beantworteten Anruf pro Minute Geld von der Kurstadt bekommt.

Mit ihrem Argument der Bürgerfreundlichkeit ("Mein Eindruck ist: Die Bürger sind damit zufrieden.") konnte Oberbürgermeisterin Margret Mergen die Stadträte nicht überzeugen. Schon im Vorfeld der Sitzung hatte FDP-Stadtrat Rolf Pilarski Überlegungen dahingehend angestellt, dass die Stadt die Bürgertelefonate doch wieder selbst übernehmen könne (wir berichteten). Gregor Unterthiner, Fachbereichsleiter Organisation, sagte, dass man die Qualität, die die Mitarbeiter in Karlsruhe lieferten, selbst nur mit vier bis fünf neuen Mitarbeitern erreichen könne - das sei wesentlich teurer als die entstandenen Mehrkosten. Er erläuterte auf Nachfrage, dass er pro neue Stelle mit rund 76 000 Euro jährlichen Kosten rechne. Zwar seien es im Durchschnitt nur sieben Anrufe pro Stunde, es gebe aber Spitzenzeiten - und diese könne man in Karlsruhe gut auffangen: 68 Prozent der komplexen Anfragen würden schnell beantwortet, 75 Prozent der Anrufe in weniger als 30 Sekunden entgegengenommen.

"Service und Erreichbarkeit" sprechen laut Unterthiner für sich. Bei der bekannten Durchwahl zur Stadt, 9 30, käme es zu langen Wartezeiten und oftmals zur "reinen Durchreiche an Ansprechpartner". Ursula Opitz (Grüne) hielt dem entgegen: "Alle Auskünfte bekomme ich bei der 930 auch." Laut Werner Löhle (CDU) fördert die Behördennummer die Bequemlichkeit der Bürger, nicht lange nach einer passenden Nummer suchen zu müssen. Auch für Klaus Maas (CDU) erschlossen sich die Vorteile der 115 nicht, es sei nicht "nachvollziehbar, warum man dafür so viel zahlen muss". Pilarski sprach gar von Nachlässigkeit, "wenn wir solche Verträge abschließen", bei denen die Kosten plötzlich fünfmal so hoch sind als angenommen. Laut Verwaltung liegt das neben der hohen Zahl der Anrufer auch am Preis pro Minute. Dieser lag nicht bei 1,21 Euro, sondern im Jahr 2018 schon bei 2,01 Euro und wird sich wohl noch steigern. An Mergen gerichtet meinte Pilarski: "Sieben Anfragen pro Stunde waren Ihnen zu wenig, um den längeren Dienstleistungsabend im Bürgerbüro zu behalten." Nun würden sieben Anrufe die 115 rechtfertigen.

Lediglich SPD-Rat Kurt Hochstuhl äußerte sich relativ positiv - Banken würden doch auch keinen direkten Draht mehr zum Fachbearbeiter ermöglichen und Anfragen über solche Zentren bündeln.

Über Teil zwei des Vorschlags, das Serviceangebot weiterzuführen, wurde schließlich nicht abgestimmt. OB Mergen will mit Karlsruhe Kontakt aufnehmen, um weitere Impressionen für den Ausschuss zu bekommen. Auch könnte ein Mitarbeiter des Zentrums in der Kurstadt vorstellig werden. Den außerplanmäßigen Aufwendungen von 230 000 Euro, für die schon in Anspruch genommenen Dienste, wurde bei einer Gegenstimme von Pilarski zugestimmt.

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