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Vor dem Fest
02.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Conny Hecker-Stock

Baden-Baden - Das traditionelle Stellen des Maibaums erwies sich am Dienstagabend von Geroldsau bis in alle Ortsteile als intensiv gelebtes Brauchtum unter Beteiligung zahlreicher Mitbürger. Die Maifeste wurden mit Wanderungen oder Radtouren verbunden und fanden bei herrlichem Wetter überall regen Zulauf.

Das Fest "Beltane" - von der Walpurgisnacht auf den ersten Mai - galt schon bei den alten Kelten als eines der wichtigsten Jahreskreisfeste überhaupt. Bedeutete es doch den Beginn der ersehnten warmen Jahreszeit, weshalb der Sieg der Sonne über die Kälte des Winters als üppiges Fest sinnlicher Lebensfreude zelebriert wurde. An der Geroldsauer Mühle stand am Dienstag vor praller Lebenslust allerdings der Schweiß bei den rund 40 Helfern von der Freiwilligen Feuerwehr, bewährten Bürgern und dem erfahrenen Team um Zimmerermeister Roland Weingärtner, der als Chef der ganzen Aktion die knappen Kommandos gab.

Bereits am Donnerstag war die 23 Meter hohe, prachtvoll gerade gewachsene Tanne am Boschweg beim Herrenacker geschlagen worden. Es brauchte zwölf Mann und drei Traktoren, um sie aus dem Wald zu schleppen. Zur Begeisterung zahlloser Zuschauer wurde der zuvor von Hand - mit Muskelkatergarantie - entrindete Stamm stilvoll von zwei Pferdefuhrwerken über die Geroldsauer Straße zur Mühle gebracht. Der Engpass der Brücke musste dort als erstes überwunden werden.

Entertainer Marc Marshall, der auch im vierten Jahr wieder die Moderation des spektakulären Maibaumstellens übernommen hatte, erläuterte den vielen Zaungästen die weiteren Schritte. Da der Baum keine Zeit gehabt hatte auszutrocknen, war er durch das eingelagerte Wasser doppelt schwer. Jetzt kamen mehrere Teams mit jeweils vier Mann zum Einsatz. Auf Kommando setzte jeweils ein wechselndes Team beim Anheben des Baumes ihre miteinander verbundenen Stangen ein Stück weiter nach vorne, wodurch die Tanne immer weiter in die Senkrechte gehievt wurde. Am unteren Ende wurde sie dadurch in einem von Martin Weingärtner konstruierten Fuß - Marke Eigenbau - verankert, um den die Geroldsauer schon vielfach beneidet wurden.

Ganz glatt rutschte der Stamm am Schluss vollends hinein. Der Baum präsentiert sich in diesem Jahr mit einer besonders prachtvollen, von den Frauen der Geroldsauer Vereine mit bunten Schleifen verzierten Krone. Per Kranwagen wurden die zwei bunten Kränze als weiteres Werk der Damen befestigt sowie die Zunft- und Vereinsschilder. Musikalisch gab der Geroldsauer Musikverein seinen Segen dazu, während der 94-jährige Dorfälteste Walter Strickfaden, der mit zwei ebenso betagten Damen das Geschehen aufmerksam beobachtet hatte, mit vier Schlägen das Fass Freibier für die Arbeiter anzapfte. Vor der Geroldsauer Mühle durften die Vereine für ihre eigene Kasse Bratwurst und Getränke anbieten.

Am gestrigen 1. Mai lockten dann viele Feste im ganzen Stadtgebiet unzählige Besucher ins Freie, wodurch "Beltane" ausgiebig gehuldigt wurde, auch ohne beim Steakweck gleich an die alten Kelten zu denken. Zumeist wurde Gegrilltes angeboten, wie zum Beispiel vor dem Vereinsheim der Bürgervereinigung Großer Dollen, wo man sich nicht nur zum gemütlichen Mittagessen traf, sondern wo auch die Kuchentheke sehr verlockend war. Viele Wanderer hatten sich an diesem herrlichen Tag gleich mehrere Stationen vorgenommen - und wurden dabei immer lustiger während ihrer ausgedehnten Feiertags-Tour.

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