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Jürgen Ramin gibt seit 50 Jahren den Ton an
04.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Conny Hecker-Stock

Baden-Baden - Er ist das Urgestein des Musikvereins Lichtental (MVL), der im Juli sein 125-jähriges Bestehen feiern kann. Jürgen Ramin hat beim Musikverein seit unglaublichen 50 Jahren den Dirigentenstab in der Hand und damit die musikalische Entwicklung der Kapelle stilistisch maßgeblich geprägt.

Der stets äußerst elegant auftretende Maestro hat seine Karriere beim MVL seinem zweiten kreativen Standbein zu verdanken. Ist er doch auch handwerklich äußerst geschickt und hat schon für viele Jahreskonzerte die Bühnenbilder gestaltet. Einst führte ihn sein Weg aus diesem Grund in die Schreinerei des MVL-Aktiven "Buschert's Gust", der ihn mit Vehemenz überredete, den Posten des Dirigenten anzunehmen.

Jürgen Ramin war 1969 seinem bis heute guten Freund und Sitznachbar an der Münchner Oper, dem Trompeter Walter Scholz, in die Kurstadt nachgefolgt, als das Südwestfunk-Sinfonie-Orchester einen Soloposaunisten suchte. Davon überzeugt, der hiesigen Provinz spätestens in einem Jahr wieder den Rücken zu kehren, kam dann doch alles anders. Nicht nur, dass er beim Tennisclub Rot-Weiss seine sportliche Heimat fand. Als leidenschaftlicher Reiter erkundete der heute 83-Jährige die Umgebung noch bis vor kurzem mit großer Begeisterung hoch zu Ross.

Beim MVL war ihm sofort klar, dass die ihm bis heute sehr am Herzen liegende Jugendarbeit im Verein deutlich breiter aufgestellt werden müsse. Ramin: "Mit diesen fürchterlich alten Instrumenten konnte man niemanden begeistern." Und er erkannte, dass die "Eisenbahneruniform" der Musiker nicht mehr dem Zeitgeist entsprach, Folklore war jetzt angesagt. Gemeinsam mit der Äbtissin des Klosters wählte er die heutige Tracht des altbadener Gehrocks aus, die mit einem Benefizkonzert finanziert wurde.

Jürgen Ramin hat in all den Jahren unzählige Melodien wie zum Beispiel die "Lichtentaler Polka" selbst komponiert oder für seine Musiker arrangiert. Seine zum 100-jährigen Bestehen des Musikvereins 1994 geschriebene Fanfare eröffnet seither traditionell jede musikalische Darbietung.

Den Aktiven hat er in dem halben Jahrhundert viel abverlangt. Ramin führte sie zu Rock, Pop, Gospels, Musicals, Klassik und sakraler Musik, er wagte sich selbst an Wagners "Ring des Nibelungen" oder Prokofjews "Peter und der Wolf". Seinem ganz persönlichen Faible für südamerikanische Rhythmen huldigt er bei fast jedem Konzert, dann strahlen seine Augen immer ganz besonders. Noch heute ist er stolz auf vier Auftritte der MVL-Aktiven im Festspielhaus mit jeweils mehr als 2 000 Besuchern.

Seine Musiker schätzen an ihm besonders sein Einfühlungsvermögen und seinen musikalischen Sachverstand. Sie hielten ihm bei über 2 000 Proben und rund 700 Auftritten seither die Treue und wollen Jürgen Ramin auch weiterhin den Dirigentenstab anvertrauen. Persönliche Freundschaften sind entstanden, gemeinsam werden Geburtstage gefeiert.

Und natürlich ließen die Aktiven des Musikvereins Lichtental das 50-jährige Jubiläum ihres Maestros, der einst am 1. Mai 1969 erstmals einer Musikprobe beiwohnte, nicht sang- und klanglos vorübergehen. Mit einem Tusch wurde die Probe am vergangenen Donnerstag bereits in der Halbzeit beendet. Der sichtlich überraschte Maestro durfte Dankesworte und Blumen entgegennehmen, bevor nach einer Bilderserie mit den schönsten Erinnerungen an das halbe Jahrhundert die riesigen Brezeln mit in der Mitte prangender "50" angeschnitten und mit einem Gläschen auf das seltene Jubiläum angestoßen wurde.

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