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Armut besonders in zentralen Stadtgebieten
Armut besonders in zentralen Stadtgebieten
08.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Immer mehr Baden-Badener leben in Armut. Dies geht aus dem neuen städtischen Armutsbericht hervor, der heute im Sozialausschuss vorgestellt wird. Darin wird auch untersucht, in welchen Stadtteilen das Problem besonders ausgeprägt ist.

Der Anteil der Menschen, die an der Oos leben und als arm bezeichnet werden können - Hauptvoraussetzung dafür ist die Abhängigkeit von Hartz IV und anderen Sozialleistungen -, stieg im Zeitraum von 2015 bis 2018 von 8,3 auf 8,5 Prozent. Insgesamt waren im Vorjahr 4 741 Menschen davon betroffen.

Dabei zeigt sich, dass Armut in einzelnen Bevölkerungsgruppen unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Dies gilt besonders für Alleinerziehende, die eine Armutsquote von 31,6 Prozent aufweisen. Damit unterscheidet sich Baden-Baden aber nicht von bundesweiten Trends. Ein Grund dafür sind laut der sozialwissenschaftlichen Armutsforschung fehlende Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, die die Mütter zur Annahme von oft gering bezahlten Teilzeitjobs zwingen. Außerdem verfügt fast die Hälfte der Alleinerziehenden, die Sozialleistungen bekommen, über keine abgeschlossene Ausbildung.

Einem erhöhten Armutsrisiko sind auch Kinder ausgesetzt, deren Armutsquote in der Kurstadt im vergangenen Jahr auf 13,9 Prozent angestiegen ist. Fast 1 100 Kinder sind inzwischen hier auf Sozialleistungen angewiesen. Als arm gelten an der Oos auch mehr als 900 Senioren. Dies drückt ein zurzeit noch unterdurchschnittliches Armutsrisiko für ältere Menschen aus, doch man rechnet in den nächsten Jahren mit einer Zunahme der Altersarmut.

Interessant ist ein Blick auf die geografische Verteilung der Armut im Stadtkreis, den die Verwaltung in verschiedene Sozialräume aufgliedert. So zeigt sich, dass im Sozialraum 2 (Oos, Weststadt, Balg) mit zehn Prozent sowie im Sozialraum 1 (Innenstadt, Lichtental, Geroldsau, Oberbeuern und Ebersteinburg) mit neun Prozent überdurchschnittliche Armutsquoten zu verzeichnen sind.

Den geringsten Anteil weist das Rebland (Sozialraum 4) mit 6,9 Prozent auf. Die Baden-Badener Stadtverwaltung schließt daraus: Armutslagen "sind mehrheitlich in den geografisch zentralen Sozialräumen des Stadtkreises vorzufinden".

Ermittelt hat man auch Unterschiede bei den Lebenslagen der unter Armut leidenden Menschen. In den Sozialräumen 1 und 4 (Innenstadt, Lichtental, Geroldsau, Oberbeuern, Ebersteinburg, Rebland) ist der Anteil von Personen, die Grundsicherung im Alter beziehen, deutlich höher als im städtischen Durchschnitt. Mit anderen Worten: Hier ist die Altersarmut größer als in anderen Stadtbereichen.

Hingegen fällt bei den Sozialräumen 2 und 3 (Balg, Oos, Weststadt, Haueneberstein und Sandweier) besonders ein überdurchschnittlicher Wohngeldbezug ins Auge. Dies deutet an, dass besonders Personen im erwerbsfähigen Alter mit geringem Einkommen beziehungsweise hoher Mietbelastung sowie viele Familien betroffen sind. Es liegt mehrheitlich keine dauerhafte Arbeitslosigkeit vor.

Nach Ansicht der Verwaltung verdeutlicht dieser zweite Armutsbericht, dass "der Stadtkreis vor Herausforderungen steht". Handlungsmöglichkeiten sieht man in verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel durch die Sicherung von Bildungs- und Teilhabemöglichkeiten für Kinder aus einkommensschwachen Familien und die Ermöglichung des Zugangs zu bezahlbarem Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen. Hier spielen auch die Wohnraumsicherung und Wohnungslosenhilfe eine wichtige Rolle.

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